Start Aktuelles Fukushima aktuell: NRA regelt unterirdische Lagerung von Atommüll

Fukushima aktuell: NRA regelt unterirdische Lagerung von Atommüll

Seit der Fukushima-Krise droht einigen AKW das Aus - die NRA will Grundlagen für Demontage schaffen

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Artikelbild - Atommüllfässer (Foto: Iwan Gabovitch, pd)
Japans Atomaufsicht: Atommüll-Endlagerung soll unterirdisch erfolgen (Symbolfoto: Iwan Gabovitch, pd)

Auch wenn das AKW Fukushima heute meist im Mittelpunkt steht, wenn es um die Stilllegung von japanischen Kernkraftwerken geht, ist die Demontage anderer Anlagen nur eine Frage der Zeit.

Somit sind die aus Japan aktuell gemeldeten Pläne der Atomaufsicht mehr als nur Fukushima News – es geht um die Endlagerpolitik des ganzen Landes. Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. August 2018.

NRA erarbeitet Regeln zur unterirdischen Lagerung radioaktiver Abfälle

Am gestrigen Mittwoch stellte die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA eine Überarbeitung bisheriger Standards für Lagerstätten von radioaktiven Abfällen, die beim Abbau stilllgelegter Reaktoren anfallen vor.

Abfälle mit geringer radioaktiver Belastung aus dem Reaktorrückbau werden in drei Grade (L1-L3) eingeteilt. Die Aktualisierung betrifft insbesondere Material der Gruppe L1, zu der Behälter für Kontrollstäbe und Brennelemente zählen.

Obwohl aufgrund der verschärften Regelungen seit der Fukushima-Krise mit einer steigenden Zahl von Reaktor-Stilllegungen zu rechnen ist, gab es für diese Gruppe der L1-Abfälle bislang keine verbindlichen Standards.

Die neuen Bestimmungen sehen eine unterirdische Lagerung in mindestens 70 Metern Tiefe über einen Zeitraum von 100.000 Jahren vor, bis von dem radioaktiven Material keine Gefahr mehr ausgeht.

Zu den Sicherheitsvorgaben für die Standorte gehört das Verbot, Atommülllager in der Nähe von geologischen Verwerfungen zu schaffen, die länger als fünf Kilometer sind. Zudem muss belegt werden, dass es in der Nähe in den vergangenen 2,6 Millionen Jahren keine vulkanische Aktivität gab.

Auch die Errichtung von Lagern in der Nähe von Bodenschatzvorkommen wird durch die Regelung untersagt, da damit gerechnet werden müsse, dass in der Zukunft aufkommende Begehrlichkeiten zur Erschließung der Lagerstätten führen werden.

Strahlungstechnisch müssen die Lagerstätten über einen Zeitraum von 300-400 Jahren beobachtet werden, um die Grundwassersicherheit zu gewährleisten und die zusätzliche Belastung vor Ort darf maximal 0,3 Millisievert pro Jahr betragen.

Außerdem muss zuvor festgestellt werden, dass selbst bei einem teilweisen Verlust der Schutzumstände, etwa bei Schäden am Behälter, dieser Wert nicht überschritten wird. Hierfür muss die Dosisentwicklung bei solchen Szenarien ermittelt werden.

Die Richtlinien sollen nach einer Anhörung von Kraftwerksbetreibern und anderen Stellen in Kraft treten. Über die Regelungen berichtete die Mainichi Shimbun.