Start Aktuelles Fukushima aktuell: NRA wirbt um Verständnis für Tritium-Verklappungspläne

Fukushima aktuell: NRA wirbt um Verständnis für Tritium-Verklappungspläne

Gemeinden in Fukushima sollen Verständnis für umstrittene Maßnahmen entwickeln

1305
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Laufende Grundwasserverklappung am 21. Mai 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Alternative zu umstrittenen Tritium.-Verklappungsplänen scheint gefunden (Symbolfoto, Copyright by TEPCO)

Überzeugungsarbeit ist in Fukushima heute noch wichtiger geworden, denn die geplanten Maßnahmen für die Entsorgung radioaktiver Abfälle, wie sie in den aktuellen Fukushima News geschildert werden, finden viele Kritiker und stoßen auf Misstrauen.

Geht es nach der japanischen Regierung, so wird man um diese Schritte jedoch nicht herum kommen. Worum es sich dabei im Einzelnen handelt, erfährt man nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Dezember 2017.

Gespräche über Entsorgung von Atommüll und Tritiumabwässsern

Der Vorsitzende der Atomaufsichtsbehörde NRA besuchte die Präfektur Fukushima, um dort mit Stadtverwaltungen und Gemeindeleitungen über ihre Meinungen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle zu sprechen.

Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister von Iitate sprach NRA-Präsident Tsuyoshi Fuketa das Thema der Entsorgung stark tritiumhaltiger Abwässer an. Bislang gibt es keine effektive Methode zur Filterung, so dass eine Verklappung in den Ozean vorgesehen ist.

Gegenüber dem Bürgermeister machte er die Alternativlosigkeit einer solchen Maßnahme deutlich. Man sei sich aber auch der Kritik bewusst und daher sei es wichtig, dass Bürgern die Zusammenhänge vermittelt werden müssten.

Gerade im Fall der radioaktiven Tritiumabwässer wären nicht die technischen Maßnahme der Verklappung das Problem, sondern es gelte vor allem, das Aufkommen von Gerüchten zu bekämpfen, so Fuketa.

Im Bezug auf die Bergung von geschmolzenen Brennelementen aus den Reaktorkernen, äußerte die Ortsverwaltung starke Vorbehalte. Menschliches Versagen sei bei derartig komplexen Stilllegungsarbeiten jederzeit möglich.

Als Gegenargument wurde genannt, dass die Entscheidungen jeweils genau geprüft werden müssten, um Schritt für Schritt vorzugehen und von Fall zu Fall entschieden werden müsse, ob nicht der Erhalt eines Status quo besser wäre, als eine riskante Maßnahme.

Auf jeden Fall unternehme man alle Anstrengungen, um bei einem Zwischenfall während der Durchführung, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten.

Bei Gesprächen in der Stadt Date waren die Dekontaminationsmethoden und die Lagerung der Dekontaminationsabfälle ein wesentliches Thema. Die Stadt wurde im Rahmen des Drei-Zonen-Modells in Gebiete mit hoher und niedriger Radioaktivität gegliedert.

In Kawamata wurde die Entsorgung von Abfällen von Kernkraftwerk Fukushima Daiichi angesprochen. Außerdem forderte der dortige Bürgermeister eine Entscheidung über die ersten Schritte zur Stilllegung des Kernkraftwerks Fukushima Daini.

Am heutigen Freitag sollen Treffen mit den Bürgermeistern von Minamisoma, Sendai, Katsurao und Tamura folgen. Besuche bei weiteren Verantwortlichen in der Region Hamadori sollen im Januar kommenden Jahres folgen. Das berichten Präfekturmedien

Hintergrund

Es handelt sich um die ersten persönlichen Gespräche mit Bürgermeistern, seit Fuketa sein Amt als Vorsitzender der Atomaufsicht im September angetreten hatte. Begleitet wurde er dabei von seinem Vorgänger Shunnichi Tanaka, der aus der Stadt Fukushima stammt.