Start Aktuelles Fukushima aktuell: Olympische Sportstätte am Rand der Sperrzone geplant

Fukushima aktuell: Olympische Sportstätte am Rand der Sperrzone geplant

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Artikelbild - J-Village Schild (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)
J-Village: TEPCO verlegt Verwaltung aus Sportanlage (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Erst Unterbringung von Olympioniken, nun neue Pläne – die Zukunft der wohl bekanntesten Sportanlage der Präfektur Fukushima, soll trotz der Katastrophen am Kernkraftwerk, offenbar künftig erneut vom Sport bestimmt werden. Daneben gibt es aus der Präfektur Fukushima heute ebenfalls interessante Neuigkeiten. Diese und weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Mai 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • J-Village soll olympische Trainingsstätte werden
  • AKW-Neustarts aus dringenden Kostengründen gefordert
  • Strahlungsberatung gegen Einwohnerängste
  • 95 Prozent aller Gebäude bis 2020 erdbebensicher
  • Atomaufsicht untersucht Gelände in Aomori

J-Village soll olympische Trainingsstätte werden: Die Unterbringung von Kraftwerksarbeitern auf dem Gelände der 1997 gebauten Sportanlage des „J-Village“, war nach Ausbruch der Krise am AKW Fukushima Daiichi erforderlich geworden, so dass die Angestellten von dort aus leicht zur Arbeit gefahren werden können.

Doch bereits im November 2013 war bekannt gegeben worden, anlässlich der Olympischen Spiele 2020, das J-Village zur Unterbringung olympischer Athleten nutzen zu wollen. Am gestrigen Montag gab Sportminister Hakubun Shimomura nun bekannt, das Gelände solle in eine Trainingsgsanlage umgewandelt werden.

Die Sportanlage erstreckt sich über die Gemeinden Hirono und Naraha, die nach den Tohoku-Katastrophen vom März 2011 evakuiert worden und zum großen Teil zur Sperrzone gehörten.

Damit befindet sich das J-Village in lediglich 20 Kilometern Entfernung zum Kernkraftwerk Fukushima Daiichi.

J-Village: Stadion in Hirono (Foto: pd)
J-Village: Stadion in Hirono (Foto: pd)

Im Januar 2014 hatte sich TEPCO bereit erklärt, das Sportgelände gegen 2018 an die sonstigen Betreiber zurückzugeben. Die Regierung in Tokyo will die Anlage ab 2019 als olympische Trainingsstätte freigeben.

Gegenüber den Medien erklärte Sportminister Shimomura nach einer Besichtigung des stark zerstörten Kernkraftwerks, die Bedingungen müssten weit genug verbessert werden, um sowohl japanischen, als auch internationalen Fußballspielern die Möglichkeit zum Training zu bieten.

Bei den Bemühungen um die Dekontamination, dürfe TEPCO von der Regierung nicht alleine gelassen werden. Der Elektrizitätskonzern ist neben der Japan Football Association, der Präfekturverwaltung und weiterer Stellen eine der Instanzen, die das Sportgelände finanziert und aufgebaut hatten. Über die neuen Pläne für das J-Village berichtete dieAsahi Shimbun.

Nach der Durchführung von Dekontaminationsarbeiten war im September 2011 die Evakuierungsempfehlung für Hirono aufgehoben und die Verwaltung von Hirono im Dezember 2011 wieder an ihren alten Standort verlegt worden. Auch in Naraha laufen Dekontaminationsarbeiten und eine Polizeistation wurde bereits wieder besetzt.

AKW-Neustarts aus dringenden Kostengründen gefordert: Japans Finanzminister Taro Aso teilte Journalisten heute mit, ein Neustart der AKW des Landes sei umgehend erforderlich, sobald die Sicherheit der jeweiligen Anlage gewährleistet sei, um die hohen Kosten der Brennstoffimporte zu bremsen und einen weiteren Anstieg der Strompreise zu verhindern.

Atomkraftwerk Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)
Das AKW Hamaoka (Foto: Yasunobu Hiraoka cc-by-nd)

Nach Ansicht von Aso bestehe das Risiko von deutlichen Auswirkungen der erhöhten Elektrizitätskosten auf Wirtschaft und Privathaushalte, so dass die Atomenergie als derzeit kostengünstigste Methode zur Energiegewinnung benötigt werde.

Andernfalls seien Auswirkungen auf Konsumklima und Preise zu befürchten. Das berichtete die NHK.

Strahlungsberatung gegen Einwohnerängste: Das Umweltministerium will in der Ortschaft Iwaki den Service einer Strahlungsberatung einführen, um der Angst der Einwohner vor radioaktiver Belastung begegnen zu können. Die Berater sollen Zusammenhänge erklären, Fragen zu Gesundheitsgefahren beantworten und Meinungen mit Experten austauschen.

Das Umweltministerium sieht den Einsatz von speziell geschulten Ärzten oder Krankenschwestern, die von den Gemeinden ausgewählt werden sollen, als besonders sinnvoll an, da diese Berater den dortigen Einwohnern bereits vertraut sind. Das berichten Präfekturmedien. Sollte sich das System bewähren, könnte es auch auf andere Gemeinden ausgeweitet werden.

95 Prozent aller Gebäude bis 2020 erdbebensicher: Bis zum Olympia-Jahr 2020, will die japanische Regierung den Anteil erdbebensicherer Häuser von bislang etwa 80 auf 95 Prozent erhöhen. Am Mittwoch soll der Regierungspartei LDP ein erster Entwurf vorgelegt werden, der neben Gebäudesicherheit bei Großbeben, auch Zugstrecken und alternative Transportwege umfasst.

Neben der immer älter werdenden Gesellschaft, altern auch wichtige Teile der Infrastruktur und sind somit nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Sollte der Entwurf Akzeptanz finden, könnte er bereits Ende des Monats verabschiedet werden. Über diese Katastrophenschutzmaßnahmen berichtet die jiji und beruft sich dabei auf namentlich ungenannte Quellen.

Atomaufsicht untersucht Gelände in Aomori: Bereits Anfang des Monats, begann die Atomaufsichtsbehörde NRA mit geologischen Untersuchungen in der Präfektur Aomori. Nicht zuletzt aufgrund unterirdischer Strukturen an der Halbinsel Shimokita und entlang der Bucht von Mutsu ist das Gebiet, in dem viele Atomkraftanlagen liegen, von Interesse.

Zu den Anlagen dort gehört das Kernkraftwerk Higashidori, die Wiederaufarbeitungsanlage Rokkasho und ein Zwischenlager für stark radioaktive Abfälle. Insbesondere die Anlage in Rokkasho, an der die Verbesserungen der Sicherheitsmaßnahmen bis Oktober abgeschlossen sein sollen, ist für Neustarts von Atomkraftwerken des Landes von Bedeutung.

Derzeit läuft eine Sicherheitsprüfung der Atomaufsicht, deren positives Ergebnis eine Voraussetzung zu Neustarts darstellt. Über die Untersuchungen berichtete die NHK.

 

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