Start Aktuelles Fukushima aktuell: Olympischer Fackellauf 2020 beginnt in Fukushima

Fukushima aktuell: Olympischer Fackellauf 2020 beginnt in Fukushima

Präfektur Fukushima wird Ausgangspunkt der japanischen Etappen des olympischen Fackellaufs

696
0
TEILEN
Artikelbild - Olympia 2020; Banner am Gebäude der Tokyoter Verwaltung (Foto: Raita Futo cc-by)
Olympische Spiele 2020: Fackel startet Japan-Etappe in Fukushima (Symbolfoto: Raita Futo, cc-by)

Eine besondere Ehrung erhielt die Präfektur Fukushima heute durch die Verantwortlichen für die Olympischen Spiele 2020. Wie aus Japan aktuell gemeldet wird, soll dort der Ausgangspunkt für die japanischen Etappen des Fackellaufs zu den Sommerspiele von Tokyo sein.

Doch bis es soweit ist, wird es noch zahlreiche weitere Fukushima News geben – wie etwa über Robotermissionen und Dekontaminationsarbeiten. Die entsprechenden Meldungen finden sich nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Juli 2018.

Unsere heutigen Meldungen aus Fukushima im Überblick:

  • Olympischer Fackellauf 2020 beginnt in Fukushima
  • TEPCO präsentiert kurzes Video aus Fukushima-Reaktor 2
  • Dekontamination von Wiederaufbaustützpunkt in Tomioka
Olympischer Fackellauf 2020 beginnt in Fukushima

Natürlich wird das olympische Feuer traditionell im griechischen Olympia entzündet werden, bevor die Fackel schließlich das Feuer der Sommerspiele von Tokyo 2020 eröffnet – doch der Weg durch Japan wird in Fukushima beginnen.

Wie das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele 2020 bekannt gab, wird der olympische Fackellauf seine Reise durch Japan in der Präfektur Fukushima antreten. In Folge werden die übrigen 46 Präfekturen des Landes besucht.

Vom 26. März bis zum 24. Juli 2020, also über eine Dauer von 121 Tagen soll die  olympische Flamme über die japanischen Inseln reisen. Das ist eine Sonderregelung, denn im Normalfall ist eine maximale Dauer von 100 Tagen vorgesehen.

Allein im Großraum Tokyo wird die Fackel 15 Tage unterwegs sein.

An der Planung der Etappen wirken die Präfekturverwaltungen, sowie das Organisationskomitee für die Olympischen Spiele von Tokyo in Zusammenarbeit mit der japanischen Regierung und der Verwaltung des Großraums Tokyo mit

Präfektur Fukushima sticht Mitbewerber aus

Pläne über einen alternativen Start auf der südjapanischen Insel Okinawa mit subtropischen bis tropischen Klimazonen, waren zugunsten der geplanten Symbolwirkung für den Wiederaufbau der Region Tohoku fallen gelassen worden.

Gegen die Wahl einer Präfektur aus der Region sprachen allerdings die befürchteten Mehrkosten aufgrund der teils schlechten Wetterlage im März. Dennoch behielt man letztlich das Ziel, die Veranstaltung als „Spiele des Wiederaufbaus“ zu präsentieren bei.

Gegenüber den beiden anderen „Katastrophenpräfekturen“ Iwate und Miyagi, setzte sich Fukushima wegen der höchsten Zahl an 44.878 Evakuierten (Stand 5. Juni 2018) und der anhaltenden Probleme aufgrund der Kraftwerkskatastrophe durch.

Über die Entscheidung berichteten nahezu alle japanischen Medien, darunter Kyodo, Mainichi Shimbun, jiji, NHK und Präfekturmedien.

TEPCO präsentiert kurzes Video aus Fukushima-Reaktor 2

Am heutigen Donnerstag stellte der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi ein knapp drei Minuten langes Video vor, das im Zuge der Robotermission in Reaktor 2 im Obergeschoss des Gebäudes aufgenommen wurde.

Zu sehen ist, dass es dort keine schwerwiegenden Schäden an Decken und Wände gab, jedoch offenbar Regenwasser entlang der Wände geflossen war, was zur Lösung und Ansammlung von radioaktivem Material führte.

Über die Präsentation des Videos berichteten Präfekturmedien

Hintergrund

Strahlungsmessungen hatten zudem Werte von bis zu 630 Millisievert nachgewiesen, bei denen es sich vor allem um Beta- und Gammastrahlung handeln soll. Diese Information war bereits am Montag veröffentlicht worden.

Dekontamination von Wiederaufbaustützpunkt in Tomioka

Das Umweltministerium gab gestern bekannt, dass man mit der vollumfänglichen Dekontamination in jenem Bereich von Tomioka begonnen wurde, der als Ausgangspunkt für den künftigen Wiederaufbau vor Ort dienen soll.

Anlässlich der Arbeiten veröffentlichte das Ministerium eine Presseerklärung zu den Arbeiten und künftigen Plänen für diesen Sonderstandort in Tomioka.

Bis zum Herbst 2021 will man die Dekontamination eines Großteils des 390 Hektar umfassenden Geländes abgeschlossen haben. Zu den jetzt begonnenen Arbeiten auf den ersten 2.500 Quadratmetern gehört der Bereich vor dem Bahnhof Yonomori/Tomioka.

Diese ersten Arbeiten sollen sogar noch innerhalb dieses Monats abgeschlossen werden, bevor man sich dann in andere Gebiete begibt, die für die Infrastruktur von Bedeutung sind.

Im Frühjahr 2023 will die Stadtverwaltung die Evakuierung aufheben. Ursprünglich lebten etwa 20 Prozent der ursprünglichen Bevölkerung von etwa 16.000 Einwohnern im Gebiet, dessen Dekontamination nun anlief. Das berichten Präfekturmedien.

Hintergrund

Bei den Arbeiten in Tomioka handelt es sich um die vierten Arbeiten zur Dekontamination eines solchen Ausgangspunkt für den Wiederaufbau der Gemeinde. Zuvor waren bereits die Arbeiten in Futaba, Namie und Okuma angelaufen.

Die Regierung beschloss das Konzept der Sonderzonen für Wiederaufbau in noch vorhandenen Sperrgebieten, damit die Maßnahmen nicht extern verordnet, sondern von dekontaminierten Standorten vor Ort koordiniert werden können.

Kritiker sehen diese Maßnahmen skeptisch und bemängeln, dass auf diese Weise Arbeitskräfte in radioaktiv stärker belastete Gebiete geschickt würden, um die Freigabe der Gemeinden auf Biegen und Brechen zu erzwingen.