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Fukushima aktuell: Pleite bei chemischer Bodenaushärtung

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Artikelbild - AKW Fukushima: Arbeiten zur Bodenaushärtung am 6. Juli 2013 (Video: TEPCO)
AKW Fukushima: Arbeiten zur Bodenaushärtung am 6. Juli 2013 (Video: TEPCO)

Während die Arbeiten am AKW Fukushima heute offenbar zunächst problemlos verliefen, musste TEPCO bereits gestern Abend Probleme bei einer der zahlreichen Maßnahmen melden, die nach dem Ausbruch der Krise am Kernkraftwerk getroffen worden waren. Mehr zu dem, was in Japan heute an Fukushima News gemeldet wurde, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Juni 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Probleme bei chemischer Bodenaushärtung
  • Verzögerung bei Lagertanks
  • Fluoreszierende Substanz weist Cäsium nach
  • Umweltminister für Zwischenlagerkommentar kritisiert
  • Gouverneur will Olympischen Fackellauf durch Fukushima

Probleme bei chemischer Bodenaushärtung: Juli 2013: Nachdem der Start der chemischen Bodenaushärtung im Juli 2013 als Fortschritt begrüßt worden war und mehrfach über die Maßnahme berichtet wurde, zeigt sich die Methode nun weniger effektiv als gedacht.

Die Bodenaushärtung im Küstenbereich sollte ein Einfliessen von kontaminiertem Grundwasser in das Meer verhindern. Im April 2014 waren im Rahmen dieser Maßnahmen auch Chemikalien in unterirdische Tunnel am Fukushima-Reaktor 2 eingeleitet worden, um das dort eingeflossene Wasser künstlich zu gefrieren.

Nach Angaben von TEPCO gefror das Wasser jedoch nicht wie geplant, sondern blieb über dem Gefrierpunkt, was das Unternehmen sowohl auf fließendes Wasser in den Tunneln, als auch auf dortige Hindernisse zurückführt, die eine gleichmäßige Verteilung der eingespeisten Kühlsubstanz verhindern.

Die Maßnahme erleidet somit einen Rückschlag und auch der Kraftwerksbetreiber vermutet, nicht wie geplant bis zum Monatsende die Gefrierung durchführen zu können. Auch die im Anschluss geplante Trockenlegung der Tunnel wird sich hierdurch weiter verzögern.

Da ein identisches Projekt auch an Reaktor 3 läuft, könnten auch dort die jetzt geplanten Nachbesserungen – die Einbringung weiterer Rohre zur vermehrten Einspeisung von chemischen Kühlmitteln und eine Verhinderung der Gezeiten auf den Wasserfluss  – erforderlich werden. Schätzungsweise 11.000 Tonnen Wasser sollen sich in den Tunneln befinden, berichtete die NHK.

Verzögerung bei Lagertanks: Auf einem gestrigen Treffen zur Diskussion von Maßnahmen gegen das kontaminierte Wasser der Kraftwerksanlage, räumte TEPCO ein, dass sich die geplante Ausweitung der Lagerkapazitäten verzögern könnte.

Aufgrund von Verzögerungen bei der Fertigung der Tankbehälter, kann die Zahl der Tanks im Bereich J5 nicht wie geplant aufgestockt werden. Die Zahl der dortigen Tankgruppen und der Behälter, hätte nach dem Wunsch des Kraftwerksbetreibers erhöht werden sollen. Wann die Maßnahme durchgeführt werden kann, ist noch unklar. Das berichtet die Kyodo.

Zuletzt hatte TEPCO die Entladung verschweißter Lagertanks am AKW Fukushima Daiichi bekannt gegeben. Diese sollen langfristig die durch Bolzen und Dichtungsmaterial gesicherten Behälter ersetzen. An diesen war es in der Vergangenheit mehrfach zu Wasserlecks gekommen.

Fluoreszierende Substanz weist Cäsium nach: Am gestrigen Montag stellte ein Forschungsteam des nationalen Instituts für Materialwissenschaften in Tsukuba eine Substanz vor, die beim Kontakt mit radioaktivem Cäsium ein fluoreszierendes grünes Licht ausstrahlt. Mit der Acker-Schmalwand (Arabidopsis thaliana) könnte somit eine in der Genetikforschung genutzte Pflanze bei der Dekontamination helfen.

Durch den Einsatz der Arabidopsis thaliana könnte die Fähigkeit von Pflanzen bei der Cäsiumaufnahme besser nachvollzogen werden. Da die genauen Vorgänge bei der Aufnahme von radioaktivem Cäsium durch Pflanzen noch ungeklärt sind, ist die Effektivität einer Bodendekontamination durch Pflanzungen in Fukushima bislang eher beschränkt.

Das aus der Pflanze stammende fluoreszierende Material, könnte diesen Mangel beheben und den praktischen Einsatz verbessern, berichtete die Kyodo.

Umweltminister für Zwischenlagerkommentar kritisiert: Japans Umweltminister Nobuteru Ishihara, sah sich am heutigen Dienstag zu einer öffentlichen Entschuldigung im Rahmen einer Pressekonferenz veranlasst, nachdem eine Aussage von ihm zu Protesten bei Politikern und innerhalb der Präfektur Fukushima geführt hatte.

Japans Umweltminister Nobuhiro Ishihara im September 2012 (Foto: pd)
Japans Umweltminister Nobuhiro Ishihara im September 2012 (Foto: pd)

Zuvor hatte Ishihara sich auf die Vorbehalte der Verwaltungen von Ortschaften, die als mögliche Zwischenlager für radioaktiv kontaminiertes Erdreich ausgewählt wurden bezogen und erklärt, letztlich werde die Akzeptanz des Plans bei den Verhandlungen durch Gelder geklärt werden.

Ishihara erklärte nun, er habe keineswegs die Käuflichkeit der Entscheidungsträger der Gemeinden implizieren wollen. Vielmehr sei sein Versuch, die Entschädigung der Grundstückseigentümer und den finanziellen Wiederaufbau als wichtiges Kriterium zu betonen, bedauerlicherweise missverstanden worden.

Yuhei Sator, Gouverneur der Präfektur Fukushima, nannte die Äußerungen bedauerlich und erklärte, die wahre Intention des Umweltministers zu prüfen.

Shiro Izawa, Bürgermeister des potentiellen Zwischenlagerstandorts Futaba erklärte, der Kommentar könne den falschen Eindruck erwecken, die evakuierten Einwohner wollten lediglich an Entschädigungsgelder der Regierung gelangen.

Über die Proteste und die Entschuldigung berichteten praktisch  alle Medien, darunter die Kyodo und die NHK.

Gouverneur will Olympischen Fackellauf durch Fukushima: Nach dem Willen von Yuhei Sato, Gouverneur der Präfektur Fukushima, würde der Weg des olympischen Feuers, anlässlich der Olympischen Sommerspiele 2020, auf dem Weg nach Tokyo, auch entlang der Nationalstraße sechs durch die Präfektur Fukushima führen.

J-Village Hinweisschild (Foto: Coypright by Andreas Teichert DTRG e.V.)
J-Village soll olympische Trainingsstätte in Fukushima werden (Foto: Coypright by Andreas Teichert DTRG e.V.)

Bei einem Treffen mit Yoshiro Mori, Präsident des olympischen Organisationskomitees, brachte Gouverneur Sato seinen Wunsch vor. Mori erklärte, man werde diese Möglichkeit erwägen und erklärte auf einer anschließenden Pressekonferenz, man werde sich bemühen, unbegründete Besorgnis aufgrund der Fukushima-Katastrophe zu entkräften.

Mori sagte gegenüber der Presse, sein Ausschuss werde die Unterstützung für ein entsprechendes Programm, das die Nutzung von Sportstätten in Fukushima durch internationale Sportler fördert, ausweiten.

Sollten internationale Athleten der olympischen und paralympischen Spiele, möglicherweise Vorbehalte gegen einen langfristigen Aufenthalt in der Präfektur haben, müssten japanische Sportler durch ihre Trainingseinrichtungen dort dazu beitragen, die Bedenken zu zerstreuen.

Die japanische Regierung plant seit 2013, das J-Village als Trainingsstätte für japanische Athleten zu nutzen. Bevor die Anlage im Zuge der Kraftwerkskrise zum Stützpunkt für die Kraftwerksarbeiter wurde, handelte es sich um die die größte Sportanlage Japans und diente als Trainingsstätte für die japanische Fußball-Nationalmannschaft.

Über den Wunsch des Gouverneurs berichteten japanische Medien, darunter die Kyodo, Mainichi Shimbun und NHK

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