Fukushima aktuell: Pokémon Go soll Touristen bringen

Fukushima aktuell: Pokémon Go soll Touristen bringen

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Artikelbild - Wildes Pikachu Pokémon (Foto: Sadie Hernandez, cc-by)
Pokémon Go soll Touristen in die Region locken (Symbolfoto: Sadie Hernandez, cc-by)

Wenn aus der Präfektur Fukushima heute positive Signale im Bezug auf die gezielte Nutzung von Pokémon Go kommen, mag das verwundern. Allerdings ist die Intention durchaus schlüssig.

Weitere Fukushima News betreffen hohen Besuch am gleichnamigen AKW, sowie Arbeiten zum Küstenschutz. Die Details gibt es nun, im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. August 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Katastrophenpräfekturen setzen auf Pokémon als Tourismus-Magnet
  • Neuer Industrieminister besucht AKW Fukushima
  • Küstenbefestigungen in Futaba im Aufbau
Katastrophenpräfekturen setzen auf Pokémon als Tourismus-Magnet

Während der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi alle Pokémon vom AKW-Gelände verbannt, sieht die Leitung der Präfektur Fukushima durchaus positives im jüngsten Spiele-Hype um die digitalen Wesen – und ist damit nicht alleine.

Neben Fukushima und den Präfekturen Iwate und Miyagi, die ebenfalls vom Tohoku-Großbeben und Tsunami 2011 betroffen waren, sieht auch die Leitung der Präfektur Kumamoto, die im April 2016 von mehreren Erdbeben getroffen wurde, Potential für Verbesserungen.

Gemeinsam mit dem Entwickler des Spiels „Pokémon Go“, will man bekannte Touristenattraktionen in den Katastrophenpräfekturen als so genannte „Pokestops“ einrichten, an denen im Spiel virtuelle Gegenstände aufgesammelt werden können.

Außerdem sollen themenbezogene Veranstaltungen vor Ort die Fans der Charaktere zu einem Besuch der Präfekturen motivieren.

Im Zuge des Smartphone-Spiels „Pokémon Go“ begeben sich die Spieler an reale Orte, um dort in der digitalen Realität des Spiels, so genannte Pokémon zu finden, diese zu trainieren und in Arenen gegen andere Pokémon antreten zu lassen.

Während die Unachtsamkeit der Spieler bereits zu Unfällen und Straftaten führten, sehen diese vier Präfekturen eine Chance für den Tourismus. Entspreche Gespräche mit der Entwicklerfirma Niantic sollen bereits laufen. Über die Pläne berichteten Kyodo und jiji.

Neuer Industrieminister besucht AKW Fukushima

Am gestrigen Dienstag besuchte der neue Minister für Wirtschaft, Handel und Industrie, Hiroshige Seko, das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi. Nach einer Ermutigungsrede vor den Arbeitern, hielt der frisch ernannte Industrieminister in Okuma eine Pressekonferenz ab.

Angesprochen auf die umstrittene Option, auf die Bergung der Brennelemente aus den Reaktoren zu verzichten und stattdessen ein Betonsarkophag vom Tschernobyl-Typ über das Gebäude zu stülpen, erklärte Seko, dies sei nicht vorgesehen.

Im Juli war der Reaktor-Sarkophag aus dem Plan gestrichen worden, nachdem man ihn zuvor auf Anregung von Experten zunächst aufgenommen hatte.

Die Bergung der zusammengeschmolzenen Brennelemente unter Beibehaltung größtmöglicher Sicherheitsmaßnahmen habe weiterhin oberste Priorität.

Über den Besuch am Kernkraftwerk und die Äußerungen gegenüber der Presse berichteten der Kraftwerksbetreiber TEPCO, sowie Präfekturmedien.

Küstenbefestigungen in Futaba im Aufbau

Aufgrund der weitreichenden Folgen und der größeren Konzentration der Medien auf die Kernschmelzen gerät mitunter in Vergessenheit, dass die Todesopfer Region Tohoku vom März 2011 auf das Erdbeben und den Tsunami zurückzuführen sind.

Auch die Küstenebefstigungen der Gemeinde Futaba waren im Zuge des Tohoku-Großbebens beschädigt worden. Am gestrigen Dienstag, sechs Jahre nach den dramatischen Ereignissen, begannen nun die Reparaturarbeiten.

Die Strecke von Futaba-Nakahama nach Koriyama-Nakano beträgt 1.515 Meter. Nach dem Wiederaufbau der bisherigen Strukturen, wie etwa Wellenbrechern, sollen die Dämme einen Meter höher gebaut  werden, als vor der Katastrophe.

An der Zeremonie zum Spatenstich war auch der Bürgermeister von Futaba, Shiro Izawa. Verläuft alles nach Plan sollen die Arbeiten im Fiskaljahr 2018 abgeschlossen werden. Über das Bauprojekt berichteten Präfekturmedien.

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