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Fukushima aktuell: Positive Einschätzung von umstrittenem Recycling-Test

Künftige Nutzung von kontaminiertem Erdreich im Straßenbau nimmt Hürde

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Nationalstraße 114 durch Namie (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Dekontaminationsabfälle könnten in den Straßenbau wandern (Symbolfoto: pd)

Während die geplante Wiederverwendung von radioaktiv belastetem Erdreich in Fukushima heute erstmals positiv bewertet wurde, muss sich der Betreiber des AKW mit einem neuen Gerichtsurteil abfinden.

Details und Hintergründe zu den aktuellen Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Oktober 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Bericht zum umstrittenen Recycling-Test für kontaminiertes Erdreich
  • TEPCO zu Entschädigungszahlung an Golfclub verurteilt
Bericht zum umstrittenen Recycling-Test für kontaminiertes Erdreich

Die Pläne zur Nutzung von kontaminiertem Erdreich in Bauprojekten ist hoch umstritten, doch nach aktuellen Angaben des japanischen Umweltministeriums ist die Maßnahme offenbar als sicher anzusehen.

Im Rahmen eines Versuchs, war im Bezirk Odaka der Stadt Minamisoma testweise ein Erdwall aufgeschüttet worden, wie er etwa bei Dämmen, oder als Grundlage für Straßen verwendet wird. Der Abschschluss der Arbeiten erfolgte im vergangenen Monat.

Im Anschluss untersuchten Experten des Ministeriums die Aufschüttung im Bezug auf eine mögliche Strahlungsbelastung für die Umgebung. Die Ergebnisse wurden jetzt bei einer Expertentagung in Tokyo präsentiert.

Im Rahmen des Testprojekts bestand die Füllung aus Erdreich mit einer Cäsiumkonzentration von maximal 3.000 Becquerel pro Kilogramm.  Zur Abschirmung wurde eine 50 Zentimter dicke Schicht aus normalem Erdboden aufgetragen.

Die Untersuchungen hätten nun gezegt, dass die dortige Radioaktivität bei  Verwendung des kontaminierten Materials lediglich 0,06 Mikrosievert pro Stunden beträgt. Bei der Nutzung von konventionellem Material, lag die Umgebungsradioaktivität bei 0,05 Mikrosievert.

Somit geht von dem verwendeten Material offenbar keine Gefahr aus. Ein Test, wieviel radioaktives Cäsium durch Regenfälle aus dem Boden geschwemmt werden könnte, führte zu Ergebnissen unterhalb des Nachweiswerts von 0,1 Becquerel pro Liter.

Als Ergebnis kam man somit zu dem Schluss, dass bei derartigen Bauarbeiten die Belastung unter einem Millisievert gehalten werden könnte und sie als sicher anzusehen sind.

Noch innerhalb dieses Fiskaljahrs soll ein erster Leitfaden zur Verwendung in öffentlichen Bauprojekten, wie etwa im Straßenbau, vorgestellt werden. Über die aktuelle Einschätzung berichteten Präfekturmedien.

TEPCO zu Entschädigungszahlung an Golfclub verurteilt

Ein Gericht in Tokyo verurteilte den Betreiber des AKW Fukushima Daiichi am gestrigen Mittwoch zur Zahlung einer Entschädigungssumme in Höhe von 670 Millionen Yen an den Betreiber eines Golfclubs in Minamisoma (Präf. Fukushima).

Damit blieb das Gericht unter der Forderung des Klägers. Dieser hatte eine Zahlung von 5,8 Milliarden, sowie die Dekontamination seines „Kashima Country Clubs“  durch TEPCO verlangt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass dem Club-Betreiberunternehmen Kashima Sogyo, massiver finanzieller Schaden entstand, da er aufgrund seiner Lage im Sperrgebiet drei Monate geschlossen bleiben musste und bis heute nur ein Teil nutzbar ist.

Die Einbußen durch die ausbleibenden Besucher rechtfertigten die Summe. Ihre Ablehnung der Dekontaminationsmaßnahmen begründete die vorsitzende Richterin Yuko Mizuno mit der Ungewissheit darüber, welche Maßnahmen erforderlich wären.

Über die Entscheidung berichteten Asahi Shimbun und NHK.

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