Fukushima aktuell: Positive Zwischenbilanz bei Bodengefrierung

Fukushima aktuell: Positive Zwischenbilanz bei Bodengefrierung

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Artikelbild - AKW Fukushima: Fortschritte beim Bodenfrostungsprozess (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Fortschritte beim Bodenfrostungsprozess (Foto: TEPCO)

Während die Meldungen aus Fukushima heute sowohl Fortschritte, als auch umstrittene Pläne betreffen, sind die Berichte vom AKW in jüngster Zeit weitgehend von Ereignislosigkeit geprägt.

Pünktlich zum Wochenende wird aus Japan aktuell aber nun doch interessantes gemeldet. Die Details der Meldungen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 13. Mai 2016.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • TEPCO meldet Ausweitung der Bodengefrierung durch Eiswall
  • Evakuierungsanordnung für Teile der Stadt Minamisoma soll fallen
  • TEPCO verbucht Erfolg bei Umgebungsradioaktivität
  • Treffen der G-7 wird AKW-Arbeiten in Fukushima einschränken
  • Abalonen aus Testfängen gehen in den Handel

TEPCO meldet Ausweitung der Bodengefrierung durch Eiswall: Unbeeindruckt von der Negativbeurteilung des Eiswalls durch einen Verantwortlichen gegenüber der ausländischen Presse, sieht TEPCO weitere Fortschritte beim Eiswall-Projekt

Wie das Unternehmen gestern bekannt gab, hat sich der Bereich, in dem die Bodentemperatur unter den Gefrierpunkt sank, insbesondere auf der Küstenseite weiter ausgedehnt. Erste Untersuchungen ließen vielversprechende Schlüsse zu.

Auch der Grundwasserpegel habe sich auf beiden Seiten der entstehenden Barriere bereits teilweise geändert, was ebenfalls auf Fortschritte schließen lasse. Das berichten Präfekturmedien.

Durch ein unterirdisch verlegtes Rohrsystem mit chemischem Kühlmittel soll der umgebende Boden gefroren und so eine Barriere gegen den Austausch von kontaminiertem Reaktorwasser und sauberem Grundwasser geschaffen werden.

Einmal fertiggestellt soll der so genannte Eiswall das Gelände der Reaktoren 1 bis 4 komplett umschließen. Aufgrund von Sicherheitsbedenken wird die Barriere jedoch erst schrittweise gefroren. Bislang beschränken sich die Arbeiten auf die Küstenseite des AKW-Geländes.

TEPCO hofft, möglicherweise bis Mitte des Monats die täglich anfallende Menge von kontaminiertem Grundwasser von bislang 500 auf 250 Tonnen senken zu können – es handelt sich um Wasser, das andernfalls in Stahltanks auf dem Gelände eingelagert werden müsste und somit ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Evakuierungsanordnung für Teile der Stadt Minamisoma soll fallen: Die Regierung plant offenbar bereits für Juli eine Aufhebung der Evakuierungsanordnung für bislang gesperrte Teile der  Stadt Minamisoma.

Auch wenn Minamisoma nicht gänzlich evakuiert werden musste, sind Bereiche im Süden und Westen seit der Katastrophe am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ein Teil des Sperrgebiets und dürfen nicht bewohnt werden. Davon betroffen sind etwa 11.700 Einwohner.

Als Begründung für die Maßnahme wurde der erfolgreiche Abschluss der Dekontaminationsarbeiten in den Wohngebieten genannt. Die entsprechenden Pläne waren zunächst nicht offiziell, sollen jedoch heute dem Stadtrat vorgelegt werden.

Für Sonntag ist ein Gespräch mit Bürgern geplant, um sie über die Pläne zu informieren und ihre Meinung einzuholen. Im Anschluss soll ein fester Termin genannt werden. Beim Gespräch mit dem Stadtrat wurde der 1. Juli als Datum genannt.

Die Regierung hofft, noch vor dem berühmten Samurai-Reiterfest „Soma Nomaoi“ die entsprechenden Gebiete freigeben zu können. Über die Pläne berichteten die NHK, sowie Präfekturmedien.

Im Zuge der Krise 2011 war für insgesamt 11 Gemeinden der Präfektur eine vollständige, oder teilweise Evakuierungsanordnung erlassen worden. Die Freigabe von Naraha im vergangenen September erfolgte bereits. Im nächsten Monat sollen die Ortschaften  Kawauchi und Katsurao folgen.

TEPCO verbucht Erfolg bei Umgebungsradioaktivität: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, konnte im Fiskaljahr 2015 die Radioaktivitätswerte in der Luft auf dem Kraftwerksgelände erfolgreich reduziert werden.

Dort wurde, mit Ausnahme der Bereiche unmittelbar um die Reaktoren 1 bis 4, ein Strahlungswert von fünf Mikrosievert pro Stunde (50 Millisiever pro Jahr) nachgewiesen.

TEPCO nutze diese Erkenntnis dafür, um auf die Vorteile für die Arbeitsbedingungen der Angestellten aufmerksam zu machen, die durch den Wegfall der schweren Vollschutz-Atemmasken und Schutzanzüge besser kommunizieren könnten, was auch die Sicherheit am Arbeitsplatz fördere.

Über die erfolgreiche Reduzierung, die den Empfehlungen der Internationalen Strahlenschutzkommission (ICRP) entspricht, berichtete der Kraftwerksbetreiber.

Treffen der G-7 wird AKW-Arbeiten in Fukushima einschränken: Während des Treffens der G-7 am 26. bis 27. Mai in Shima (Präfektur Mie) wird ein Großteil der Stilllegungsarbeiten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi ruhen.

Nach Angaben eines Unternehmenssprechers handele es sich bei der Unterbrechung um eine Vorsichtsmaßnahme, um Störungen des Treffens durch Alarme aufgrund von Wasserlecks oder Strahlungsanstiegen der Umgebung zu verhindern.

Sicherheitsrelevante Arbeiten, wie etwa die Reaktorkühlung würden dagegen auch während des Treffens durchgeführt.

Der TEPCO-Sprecher betonte, die Unterbrechung der Arbeiten sei eine Initiative des Unternehmens gewesen und nicht auf Anordnung der Regierung erfolgt. Auch stehe die Maßnahme in keinem Zusammenhang zu einer möglichen Terrorgefahr. Das berichten japanische Medien.

Abalonen aus Testfängen gehen in den Handel: Die ersten Abalonen dieser Saison, die im Rahmen der Testfischerei von der Fischereikooperative Iwaki eingebracht werden konnten, kamen in der Präfektur und dem Tokyoter Fischmarkt Tsukiji in den Handel.

Zu dem Fang gehören auch außergewöhnlich große Exemplare des so genannten Seeohrs mit einem Gewicht von etwa 400 Gramm. Die Fischereiprodukte seien von sehr guter Qualität. Bei den vorgeschriebenen Kontrollen lag die radioaktive Belastung unter dem Nachweiswert. Über diesen Erfolg der Fischerei in Iwaki berichteten Präfekturmedien.

Suche nach Tohoku-Opfern in strömendem Regen: Fünf Jahre und zwei Monate nach dem Tohoku-Großbeben durchsuchten Polizisten und Freiwillige am Mittwoch im Küstengebiet nach vermissten Personen. Dabei wurden sie von starken Regenfällen begleitet.

Als Ergebnis der Suchaktionen konnten an sechs Stellen einzelne Fundstücke sichergestellt werden, darunter Ringe und eine Kreditkarte. Derartige Objekte können Hinweise auf die Identität von Opfern geben und geben Angehörigen etwas, das sie an die Verstorbenen erinnert. Über die Suchaktion berichteten Präfekturmedien.

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