Fukushima aktuell: Präfektur kämpft gegen Fake News

Fukushima aktuell: Präfektur kämpft gegen Fake News

Weitere Rufschädigung durch Falschmeldungen soll verhindert werden

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Artikelbild - Anti-Fake-Symbol (Grafik: pd)
Präfektur Fukushima: Bekämpfung von Fake News soll gefördert werden.

Auch wenn die Situation in Fukushima heute gänzlich anders ist, als zu Beginn der AKW-Krise, so sind Fake News und Halbwahrheiten weiterhin ein schwerwiegendes Problem für die Präfektur. Doch nun scheint Information statt Desinformation das Motto zu sein.

Die aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. Mai 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenbeginn:

  • Fake News und Strahlungswerte nach Waldbränden
  • Rückgang der Radioaktivität in den Wäldern der Präfektur
  • Fehlalarm bei Wassereinspeisung an Reaktor 2
Fake News und Strahlungswerte nach Waldbränden

Verschwörungstheoretiker aller Art fühlten sich vermutlich in ihren Vorstellungen bestätigt, als nun bekannt wurde, dass tatsächlich Abweichungen der Radioaktivität nach den Waldbränden nachgewiesen werden konnten.

Diese Freude dürfte allerdings wieder in Ernüchterung umschlagen, wenn man sich die tatsächlichen Zusammenhänge und die veröffentlichen Zahlen ansieht.

So stieg am 10. Mai die Konzentration von radioaktivem Cäsium-137 in der Luft tatsächlich –  von zuvor 0,00763 auf 0,0885 Becquerel pro Kubikmeter. Diese Abweichung entspricht jedoch den natürlichen wetterbedingten Schwankungen und stellt keine Auffälligkeit dar.

In Bodenproben aus dem Bereich des Brandes wurden ebenfalls höhere Werte nachgewiesen, als in Bereichen außerhalb des Brandes. Das ist jedoch auf verbranntes Laub zurückzuführen, dass als Asche ein Teil der Bodenschicht wurde.

Obwohl diese Werte so niedrig sind, dass sie fast die Grenze des Nachweiswerts erreichen, reichten die Meldungen, um unter japanischen Internetnutzern das Gerücht über „mehrfach erhöhte“ Radioaktivität in Umlauf zu bringen.

Es kursierten sogar Aussagen, die Werte würden das „drei bis neunfache“ des Vortags betragen – Behauptungen die ganz offenbar sachlich falsch sind, wie die offiziellen Zahlen zeigen.

Jetzt wollen die Behörden an Konzepten arbeiten, wie sich möglichst schnell korrekte Informationen verbreiten lassen, um die Ausbreitung solcher Falschmeldungen einzudämmen und geeignete Maßnahmen hierfür zusammenstellen.

Die Waldbrände im Sperrgebiet haben zwar weder zu Verletzten noch Sachschäden geführt – geschadet haben die damit verbreiteten Gerüchte jedoch dem Ruf der Präfektur Fukushima, deren Führung sich um ein besseres Image bemüht.

Auch das Umweltministerium und weitere Regierungsstellen könnten sich an der Initiative beteiligen. Über die Fake News zur Radioaktivität in den Wäldern von Fukushima berichteten Präfekturmedien.

Rückgang der Radioaktivität in den Wäldern der Präfektur

Die Präfekturverwaltung Fukushima veröffentlichte am Wochende ihre Daten zur Strahlungsbelastung in der Präfektur. Demnach ist ein seit Jahren andauernder Rückwärtstrend zu beobachten.

Lagen die Werte an den 362 geprüften Standorten im Fiskaljahr 2011 noch bei  0,91 Mikrosievert pro Stunde, sank die Radioaktivität im weiteren Verlauf deutlich.

Für das Fiskaljahr 2016 wurden 1.250 Standorte untersucht. An den 362 Teststellen die zuvor genutzt wurden, konnten 0,27 Mikrosievert nachgewiesen werden, was einem Rückgang von etwa 70 Prozent entspricht.

Der allgemeine Durchschnittswert des Gesamtgebiets lag bei 0,42 Mikrosievert pro Stunde. Die geringste Belastung betrug nur noch 0,03 Mikrosievert. Der nachgewiesene Höchstwert lag bei 4,59 Mikrosievert pro Stunde.

Aufgrund der Halbwertszeit und der Einflüsse des Wetters, sei auch in Zukunft mit einem weiteren Rückgang zu rechnen, hieß es. Messungen während der Waldbrände im Sperrgebiet hätten keine Auffälligkeiten ergeben. Über die aktuellen Zahlen berichteten Präfekturmedien

Fehlalarm bei Wassereinspeisung an Reaktor 2

Am Samstagmorgen wurde gegen 9:55 Uhr ein Alarm ausgelöst, der auf Lecks an einer Pumpe im Turbinengebäude von Reaktor 2 hinwies. Da jedoch die Werte im Kontrollraum des Einsatzzentrums keine Auffälligkeiten aufwiesen, stoppte man die Pumpe nicht.

Stattdessen wurde ein Team zur Untersuchung losgeschickt. Das bestätigte bei einer Kontrolle um 16:38 Uhr nach der Entfernung der Abdeckung, dass weder Wasser am Rohr, noch in der Nähe des Leckdetektors nachgewiesen werden konnte.

Aus diesem Grund geht das Betreiberunternehmen von einer Fehlfunktion des Detektors aus. Über den Schreckmoment am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi berichtete TEPCO.

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