Start Aktuelles Fukushima aktuell: Präfektur wartet auf Tsunami des Chile-Erdbebens

Fukushima aktuell: Präfektur wartet auf Tsunami des Chile-Erdbebens

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Artikelbild: Tsunami des Chile-Erdbebens 2015 in Japan erwartet (Grafik: pd)
Tsunami des Chile-Erdbebens 2015 in Japan erwartet (Grafik: pd)

Das schwere Erdbeben vor Chile ist auch in Japan aktuell Thema, denn dort rechnet man mit dem Tsunami der südamerikanischen Naturkatastrophe.

Im Gegensatz zu diesen dramatischen Entwicklungen zeichnen sich die Berichte vom AKW Fukushima heute durch eine bemerkenswerte Unauffälligkeit aus. Dennoch gibt es auch jetzt Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. September 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Tsunami des Chile-Erdbebens erwartet
  • Kontrollgänge in Lagertankbereich H4 ergebnislos
  • TEPCO liefert Messergebnisse zu Regenwasserleck
  • Einzelheiten über weggespülte Dekontaminationsabfälle

Tsunami des Chile-Erdbebens erwartet: Präfekturen an der Ostküste Japans rechnen für Freitagmorgen mit dem Eintreffen des Tsunami, der durch das Erdbeben vor Südamerika ausgelöst wurde.

Die japanische Wetterbehörde (JMA) erklärte, mit der ersten Welle sei gegen halb sechs (Ortszeit) vor Hokkaido in Nordjapan zu rechnen.

Die Region Tohoku, in denen auch die Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi liegen, sowie die Region Kanto müssten gegen sechs Uhr mit dem Eintreffen des Tsunami rechnen.

Die Behörde wies darauf hin, dass die erste Welle nicht zwangsläufig die höchste sein müsse. Die maximale Höhe werde vermutlich etwa einen Meter betragen.

Die Wetterbehörde wies die Einwohner der Gebiete an, entsprechende Vorsicht walten zu lassen. Das berichtete die Mainichi Shimbun.

Die angekündigte Höhe klingt gering, allerdings verfügen selbst kleine Tsunami durch die tektonische Aktivität über starke Kräfte. Das zeigen Tsunami-Untersuchungen eines Forschunszentrums ins Yokosuka.

So entspricht die Wucht eines solchen ein Meter hohen Tsunami der Kollision mit einem Kleinwagen bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde.

Bereits die kleinste erwartete Welle von 20 Zentimetern könnte zumindest Frauen von den Füßen reißen. Vorsicht ist also durchaus angebracht.

Kontrollgänge in Lagertankbereich H4 ergebnislos: Nach den aktuellen Meldungen über Lecks an den Betonbarrieren des Lagertankbereichs H4, veröffentlichte TEPCO heute Angaben zu den neusten Kontrollgängen.

Demnach habe man bei den Kontrollen am Dienstag keine weitere Freisetzung von angesammeltem Regenwasser feststellen können. Dieser Umstand war TEPCO offenbar wichtig genug, explizit darauf hinzuweisen.

TEPCO liefert Messergebnisse zu Regenwasserleck: Am heutigen Donnerstag übermittelte TEPCO neue Informationen zur Strahlungsbelastung des Regenwassers, das am Montag im Lagertankbereich H6 übergelaufen war.

Die jetzt gelieferten Daten zur Strontiumbelastung des Wassers innerhalb des Betondamms um den Lagertankbereich, weisen eine Konzentration von Strontium-90 in Höhe von 160 Becquerel pro Liter nach.

Da keine Auffälligkeiten an den Behältern festgestellt wurden, bleibe man bei der Einschätzung, dass es sich um Regenwasser handelt, das sich mit bereits kontaminiertem Wasser gemischt habe.

Einen Einfluss auf das Meer gilt als unwahrscheinlich, da sich das dortige Ventil in geschlossenem Zustand befand und umgehend Sicherheitsmaßnahmen getroffen worden waren, so dass man nicht von einem Einfluss auf die Umwelt ausgehe.

Sowohl im Bezug auf den Lagertankbereich H6, als auch auf weitere Wasserlecks im Bereich H4 untersuche man die Umstände und erwäge, welche Maßnahmen hieraus zu treffen sind.

Einzelheiten über weggespülte Dekontaminationsabfälle: Nachdem die Meldung über den Anstieg der Plastiksäcke mit Dekontaminationsabfälle auf 400 Stück für Aufsehen gesorgt habe, werden Details bekannt.

Das ist auf Angaben aus Präfekturen zurückzuführen, deren Angaben über die Gesamtzahl aufgrund der räumlichen Begrenzung zwar niedriger, jedoch dafür detaillierter sind.

Denn nicht nur in der Präfektur Fukushima wurden durch die Regenfälle derartige Säcke in Flüsse gespült. Auch andere Präfekturen sind betroffen und gaben Einzelheiten bekannt.

So habe die Strahlungsdosis jener Plastiksäcke die im Kobyakugawa Sakura Park in Nikko (Präf. Tochigi) gelagert wurden, zwischen 0,24 und 0,33 Mikrosievert pro Stunde betragen.

Nach der Überschwemmung durchgeführte Messungen ergaben, dass die Belastung dort bei 0,16 Mikrosievert pro Stunde damit unter dem landesweiten Normalwert  von 0,23 Mikrosievert liege.

Unterdessen bereitet sich die Präfektur Ibaraki, die besonders schwer von den Überschwemmungen betroffen war, auf erneute Regenfälle vor. Die Zahl der Todesopfer stieg bereits auf acht.

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