Fukushima aktuell: Premiere für Robotereinsatz in Sicherheitsbehälter

Fukushima aktuell: Premiere für Robotereinsatz in Sicherheitsbehälter

2149
0
TEILEN
Artikelbild - Flexibler Transformer-Roboter von Hitachi und IRID (Foto: TEPCO/IRID)
Flexibler Transformer-Roboter von Hitachi und IRID (Foto: TEPCO/IRID)

Der Einsatz eines flexiblen Roboters, der am AKW Fukushima heute durchgeführt wurde, stellt einen neuen Schritt bei den Kraftwerksarbeiten dar und so verwundert es wenig, dass diese Fukushima News aus Japan aktuell eine Sonderrolle einnehmen. Die Informationen gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. April 2015.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Roboter untersucht Sicherheitsbehälter von Reaktor 1

Roboter untersucht Sicherheitsbehälter von Reaktor 1: Kraftwerksbetreiber TEPCO begann am heutigen Freitag mit der Untersuchung der Innenbereiche des Sicherheitsbehälters von Reaktor 1.

Diese Maßnahme stellt für die Arbeiten am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi eine Premiere dar, ist es doch das erste Mal, dass ein Roboter eingesetzt wird, um das Innere eines der Hauptsicherheitsbehälter zu untersuchen.

Der äußerst bewegliche Roboter war bereits im Februar diesen Jahres vorgestellt worden. Das Gerät wurde am heutigen Morgen durch ein Rohr mit einem Durchmesser von zehn Zentimetern ferngesteuert in das Innere eingeführt, um die Strahlungsbelastung für die 40 aktiven Angestellten auf einen Wert von maximal 2,5 Millisievert zu reduzieren.

Das 60 Zentimeter lange und 9,5 Zentimeter hohe Gerät weist mehrere Gelenke auf, so dass es sich auch durch enge Passagen schlängeln kann. Zu der Ausstattung gehören eine Kamera, sowie ein Thermometer und ein Dosimeter, zur Feststellung der Strahlungswerte im Inneren.

Zuletzt hatte ein im Oktober 2012 in den Behälter herabgelassenes Dosimeter eine Belastung von bis zu 11 Sievert pro Stunde nachgewiesen.

Von besonderem Interesse für das Unternehmen, der untere Teil des Sicherheitsbehälters, da sich dort zusammengeschmolzene Brennelemente angesammelt haben sollen. Allerdings wird der Roboter über diesen Umstand zunächst genau so wenig Aufschluss geben können, wie der Myonen-Scan des Reaktors.

Während bei den Reaktor-Scans das Material zu niedrig im Behälter liegt, um Aufnahmen machen zu können, verhindert derzeit die Schwimmunfähigkeit des Roboters entsprechende Aufnahmen. Die Entwicklung eines Roboters, der auch im radioaktiven Wasser operieren kann, ist für den März kommenden Jahres vorgesehen.

Dabei ist das von Hitachi-GE Nuclear Energy Ltd. und dem internationalen Forschungsinstitut für Reaktorstilllegung (IRID) entwickelte Gerät, bereits für Arbeitseinsätze in Bereichen mit hohen Radioaktivitätswerten konzipiert worden.

Dennoch ist die Einsatzdauer auf etwa zehn Stunden begrenzt, damit die Elektronik keine Schäden durch die Belastung nimmt. Die Verwendung elektrischer Schaltkreise ist wegen deren Anfälligkeit auf das nötigste reduziert. Insgesamt ist eine Maximalnutzung von zwei Tagen möglich.

Welche Hindernisse die Strahlung für die Gewinnung von Erkenntnissen über das Innere eines Sicherheitsbehälters darstellt, zeigte sich bereits bei Aufnahmen einer Endoskop-Kamera in Reaktor 2. Die dort gemachten Aufnahmen waren durch die starke Radioaktivität vollständig eingetrübt.

Nach der heutigen Untersuchung und der Erfassung der Daten soll sich am kommenden Montag ein weiterer Robotereinsatz anschließen. Über die Untersuchung in Fukushima-Reaktor 1 berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Kyodo und Präfekturmedien.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT