Start Aktuelles Fukushima aktuell: Probleme bei der Entsorgung von toten Wildschweinen

Fukushima aktuell: Probleme bei der Entsorgung von toten Wildschweinen

Kadaver-Palaver über Wildschweine im Sperrgebiet

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Artikelbild - Wildschweinspuren in Japan (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Wildschweinproblematik soll neu angegangen werden (Symbolfoto: pd)

Berichte über Verkehrsprobleme durch Rückkehrer, läuten in der Präfektur Fukushima heute das Ende des diesjährigen Totenfests Obon ein. Doch wie andere Fukushima News zeigen, ist der Tod dort nach wie vor ein handfestes Problem.

Die Einzelheiten zu den Entwicklungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. August 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Diskussion um Entsorgung von Wildschweinen nach AKW-Krise
  • TEPCO verstieß 2016 gegen Filterbestimmungen für Abwässer
Diskussion um Entsorgung von Wildschweinen nach AKW-Krise

Wildschweine aus dem Sperrgebiet sind auch für andere Teile der Präfektur Fukushima aktuell immer noch ein Problem, denn zum einen sind die Schäden, die wild lebende Tiere in den evakuierten Ortschaften anrichten, nicht unerheblich.

Zum anderen ist aber allein die Dezimierung der Bestände keine Lösung – denn die Kadaver der erlegten Tiere müssen anschließend entsorgt werden.

Um die Gemeinden zu entlasten, will die Präfektur im Rahmen eines neuen Projekts, eine Art Koordination für die Entsorgung etablieren. Zu diesem Zweck soll eine engere Zusammenarbeit zwischen Jägern und Grundstückseigentümern vereinbart werden.

Seit dem Verbot des Fleischverkaufs aufgrund des Risikos radioaktiver Belastung, kann der überzählige Bestand an Wildschweinen nicht durch gesteigerten Konsum von Fleischprodukten reduziert werden.

Nachdem sich die Zahl der erlegten Tiere seit dem Fiskaljahr 2011 teilweise verachtfacht hat, möchte man nun gemeinsam vorgehen, indem durch die Präfektur als Vermittler die benötigten Grundstücke der Landwirte angemietet werden.

Eine andere Möglichkeit zur Beseitigung von Tierabfällen, ist die Einäscherung der Kadaver und auch wenn 35 Gemeinden diese Option bereits nutzen, ist dennoch zuvor eine Zerlegung der Überreste und damit erhebliche Mehrarbeit erforderlich.

Da für Abschuss und Entsorgung bislang ausschließlich die Jagdvereinigungen verantwortlich sind, die jedoch zunehmend durch Überalterung der Mitglieder belastet werden, ist Hilfe also offenbar angebracht.

Ziel der geplanten Kooperation ist eine möglichst reibungslose Kette zu schaffen – vom Abschuss, über den Transport, bis hin zur endgültigen Beseitigung der Tierüberreste innerhalb der Region. Über das Projekt berichteten Präfekturmedien.

TEPCO verstieß 2016 gegen Filterbestimmungen für Abwässer

Wie TEPCO am Montag einräumen musste, kam es am AKW Fukushima Daiichi im vergangenen Jahr zu Unregelmäßigkeiten bei der Verarbeitung von radioaktiv kontaminiertem Wasser.

Nach Angaben von TEPCO wurden zwischen dem 24. und dem 28. März 2016 nicht alle notwendigen Kapazitäten vollständig genutzt.

Das Unternehmen erklärte, dass bei der Weiterverarbeitung von kontaminiertem Wasser notwendig gewesen wäre, alle vier Einheiten des Cäsiumfiltersystems von Kurion in Betrieb zu nehmen. Doch tatsächlich habe man nur zwei Einheiten laufen lassen.

Damals sei der Betreiber zu dem Schluss gelangt, dass man selbst bei diesem Vorgehen, die vorgegebenen Bestimmungen eingehalten würde – doch nun stellte sich heraus, dass ein Verstoß vorlag. Zu einer Beeinträchtigung der Filterleistung sei es jedoch nicht gekommen.

Neben dem Modell von Kurion existiert mit SARRY eine weitere Cäsiumfilteranlage und die Bestimmungen sehen vor, dass eine der Einheiten immer betriebsbereit sein muss. Doch zu diesem Zeitpunkt war SARRY außer Betrieb. Über das Versäumnis berichteten Präfekturmedien.