Fukushima aktuell: Probleme nach unsachgemäßer Schlauchverlegung

Fukushima aktuell: Probleme nach unsachgemäßer Schlauchverlegung

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AKW Fukushima: Falsch verlegter Druckschlauch am 29. Mai 2015 (Foto: TEPCO)

Die Probleme mit unsicheren Kunststoffschläuchen beschäftigten den Betreiber des AKW Fukushima heute weiterhin, auch wenn an anderer Stelle bereits neue Probleme auftreten könnten. Details dieser Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 23. Juni 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Mehrzahl kontrollierter PVC-Schläuche falsch gehandhabt
  • Leckverdacht an Schlammbehälter
  • Untersuchungskommission zur Tritiumentsorgung geplant
  • Unterbringung von Studenten soll evakuierten Fukushima-Senioren helfen

Mehrzahl kontrollierter PVC-Schläuche falsch gehandhabt: Gestern berichteten wir an dieser Stelle über die Probleme mit Wasserschläuchen auf dem Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi.

Heute gibt es weitere Berichte, bei denen nicht das PVC-Material, sondern die unsachgemäße Verwendung der Schläuche in über hundert Fällen im Mittelpunkt steht.

Bislang wurden 159 Schläuche des gleichen Typs untersucht und in 139 Fällen eine unsachgemäße Verwendung festgestellt. Dabei wurde jeweils eine unzulässige Krümmung, oder eine mangelnde Ummantelung festgestellt.

Ende Mai war es zur bislang schwersten Kontamination des Hafenbeckens gekommen. Als Ursache war bereits damals die Krümmung eines Schlauchs über das vom Hersteller zugelassene Maß hinaus festgestellt worden.

Nach Einschätzung von TEPCO muss die Mehrheit der baugleichen Schläuche auf der Anlage entweder repariert, oder gänzlich ersetzt werden.

Das Risikopotential wird jedoch offenbar als gering eingestuft, da in allen Schläuchen lediglich Wasser mit vergleichsweise geringer Strahlungsbelastung in den Schläuchen transferiert wird.

Als Sicherheitsmaßnahme will das Unternehmen dennoch die betroffenen Schläuche durch solche aus langlebigerem Material ersetzen und die Länge der Schlauchstrecken verringern. Das berichtet die NHK.

Leckverdacht an Schlammbehälter: Am heutigen Dienstag meldete AKW-Betreiber TEPCO Auffälligkeiten innerhalb des Gebäudes einer Abfalllagerstätte.

Im dortigen Lagertank  A für Überflussschlamm wurde eine Abweichung an der Seitenplatte festgestellt und gestern eine sechseckige Verformung bestätigt.

Die enthaltene Masse setzt sich aus Schmutzwasser und Material aus Filtern, wie etwa Kunstharz, zusammen.

Kontrollen ergaben im Vergleich zu vorigen Analysen zusätzlich einen Anstieg von Kobalt-60 und einen gesunkenen Wasserpegel.

Daher bestehe die Möglichkeit, dass dort Wasser austrete, jedoch gelange dies nicht aus dem Gebäude.

Dagegen habe man weder am Lagerbehälter B noch an anderer Stelle ungewöhnliche Veränderungen feststellen können.

Ursache für die Deformierung und die tatsächlichen Vorgänge werden nach Angaben von TEPCO noch untersucht.

Untersuchungskommission zur Tritiumentsorgung geplant: Für das kommende Fiskaljahr plant die Regierung eine Untersuchungskommission zur Entsorgung von kontaminiertem Wasser.

Zwar wird der offizielle Abschluss der Hauptfilterung von radioaktivem Wasser aus den Lagertanks als Erfolg gefeiert, tatsächlich bleiben aber noch viele Dinge ungelöst.

Von besonderer Wichtigkeit ist dabei die sichere Entsorgung von Wasser mit hohem Tritiumanteil, da sich dieses nicht durch das Multinuklid-Filtersystem ALPS filtern lässt.

Eine entsprechende Technologie ist derzeit noch nicht vorhanden. Dennoch sieht TEPCO die Verklappung von Tritiumabwässern als einzige Möglichkeit zu deren Lagerungsproblem an.

Für die Fischereiverbände der Präfektur Fukushima ist die Filterung von Tritium jedoch Grundvoraussetzung für ein Einverständnis zur Entsorgung dieser Abwässer.

Ein weiterer Ausschuss soll verschiedene Möglichkeiten zur langfristig sicheren Einlagerung untersuchen, da sich die Lagertanks in der Vergangenheit immer wieder als Sicherheitsrisiko erwiesen hatten.

Über die aktuellen Pläne zur Bewältigung des Tritiumproblems berichteten Präfekturmedien.

Unterbringung von Studenten soll evakuierten Fukushima-Senioren helfen: Ein Projekt freiwilliger Katastrophenhelfer der Universität Fukushima hat eine erstaunlich einfache Form der Unterstützung älterer Flüchtlinge begonnen.

Bereits dadurch, dass die Studenten gemeinsam mit den 269 evakuierten Senioren aus Namie in einem Übergangshaus der Stadt Fukushima (Bezirk Iizaka) leben, soll die Gemeinschaft wieder gestärkt werden.

Zunächst sollen zwei Studenten für die Dauer von drei Monaten in dem Wohnkomplex leben, bevor dann zwei weitere folgen. Insgesamt beteiligen sich acht Studenten freiwillig am Projekt.

Die Maßnahme wird von der Regierung unterstützt, da es von der Behörde für Wiederaufbau als Projekt für mentalen Wiederaufbau angesehen wird. Das berichtete die jiji.

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