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Fukushima aktuell: Protestcamp von Atomkraftgegnern geräumt

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Artikelbild - Gebäude des Industrieministeriums (Foto: tsu cc-by-s)
Artikelbild - Gebäude des Industrieministeriums (Foto: tsu cc-by-)

Die Woche beginnt am AKW Fukushima heute mit einem erneuten Alarm eines Messpostens. Unterdessen feiert das Maskottchen der gleichnamigen Präfektur Geburtstag – und Atomkraftgegner müssen ihren langjährigen Protestort räumen.

Details der Fukushima News, die aus Japan aktuell gemeldet werden, gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. August 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Zelte von Atomkraftgegnern vor Ministerium entfernt
  • Erneut Alarm an Messposten des AKW Fukushima
  • Fukushima-Schulband tritt in New York auf
  • Präfektur-Maskottchen hat Geburtstag
Zelte von Atomkraftgegnern vor Ministerium entfernt

Am Sonntagmorgen ließ ein Gericht in Tokyo die Zelte von Atomkraftgegnern auf dem Gelände des Ministeriums für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) entfernen. Das Protestlager war seit September 2011 dort aufgebaut.

Die Regierung hatte im März 2013 geklagt und das Zelten als illegale Besetzung von Staatsbesitz bezeichnet. Zudem müssten die Aktivisten für die Nutzung der Fläche zahlen.

Am 28. Juli gab das Gericht der Forderung des Ministeriums auf Räumung der insgesamt drei Zelte statt und eine verhängte gegen die Protestler eine Geldstrafe. Lag diese im vergangenen Jahr noch bei 21.000 Yen beträgt sie nun 38 Millionen Yen.

In der Urteilsbegründung erklärte das Gericht, man verstehe zwar die Motive der Atomkraftgegner angesichts der Fukushima-Katastrophe, allerdings bestehe kein Recht auf die Nutzung der Freifläche.

Die Räumungsanordnung wurde überbracht und die polizeiliche Maßnahme fand noch vor Sonnenaufgang, im Schutz der Dunkelheit statt. Für die Dauer von anderthalb Stunden war der Bereich gesperrt.

Im Anschluss an die Räumung führten die Atomkraftgegner noch vor Ort eine Demonstration durch, in der sie ein Ende der Kernkraftnutzung forderten.

Die Gruppe gab bekannt, auch jetzt mit ihren regelmäßigen Sitzprotesten vor dem Ministerium fortzufahren. Über die Entscheidung des Gerichts und die Umsetzung der Anordnung berichteten Kyodo, Asahi Shimbun und NHK.

Erneut Alarm an Messposten des AKW Fukushima

Nachdem es Anfang des Monats bereits einen doppelten Alarm an einem Luftmessposten gegeben hatte, die sich jedoch als Fehlalarme erwiesen, kam es am heutigen Montagmorgen gegen 3:44 Uhr erneut zu einer Störung.

Ein Messposten gab Alarm und wies auf einen starken Anstieg von radioaktivem Staub in der Umgebung hin. Andere Posten in der Umgebung wiesen jedoch gänzlich andere Werte auf, die keinen Grund zur Besorgnis gaben.

Wie der Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, fanden zum Zeitpunkt des Alarms keine Arbeiten am Schutzmantel von Reaktor 1, oder Trümmerräumungen statt, so dass diese als Ursache für eine erhöhte Konzentration von radioaktiven Partikeln in der Luft nicht in Frage kommen.

Unmittelbar nach dem Alarm sank der angezeigte Wert wieder in den Normalbereich. Eine Entnahme und Untersuchung des Papierfilters aus dem Gerät ergab keinerlei Hinweise auf eine Häufung von Radionukliden natürlicher, oder kraftwerksbedingter Herkunft.

Der Messposten wurde ausgetauscht und die gemessenen Werte bislang stabil und unauffällig. Das berichtete das Betreiberunternehmen TEPCO.

Fukushima-Schulband tritt in New York auf

Am Samstag trat eine achtköpfige Blaskapelle einer Hochschule in Futaba gemeinsam mit sechs Mitgliedern der New Yorker Philharmoniker in New York auf und gaben eine Interpretation des bekannten japanischen Volkslieds „Furusato“ zum Besten.

Das sonst träumerische Lied wurde in einer marschartigen Adaption vorgetragen, die für die überlebenden Katastrophenopfer und ihre zunehmende Zuversicht und positive Einstellung aufgrund der Begegnung mit vielen Menschen stehen soll.

Der gemeinsame Auftritt ist Teil eines Programms des Lincoln Centers, durch das der Wiederaufbau nach den Tohoku-Katastrophen gefördert werden soll. Über das Konzert berichteten Kyodo und jiji.

Präfektur-Maskottchen hat Geburtstag

Praktisch jede Präfektur, jeder öffentlicher Dienst und jedes große Unternehmen hat ein „yuru-chara“ – ein Maskottchen, das als Sympathieträger und Werbeobjekt dient.

Artikelbild - Kibitan (Foto: eme cc-by-nd)
PR-Offensive: Präfektur Fukushima könnte sich auf olympische Fackel freuen (Symbolfoto: eme cc-by-nd)

Kibitan, das Maskottchen der Präfektur Fukushima erblickte am 21. August 1995 das Licht der Welt. Dies war Anlass genug, um gestern anlässlich des 21. Geburtstags eine Party in der Azuma-Sporthalle der Stadt Fukushima zu veranstalten.

Zu Besuch kamen nicht nur zahlreiche Kinder, sondern auch Maskottchen innerhalb und außerhalb der Präfektur Fukushima. Derartige Aktionen mögen wie einfache Werbung wirken, sind aber auch ein Mittel, um die Normalität des Lebens zu fördern.

Über den Geburtstag berichteten Präfekturmedien.

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