Start Aktuelles Fukushima aktuell: Proteste gegen Recycling von kontaminiertem Erdreich

Fukushima aktuell: Proteste gegen Recycling von kontaminiertem Erdreich

Bürger von Nihonmatsu protestieren gegen Verwendung in einem Straßenbauprojekt

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Artikelbild - Postfiliale in Nihonmatsu, Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Alltag in Fukushima: Postfiliale in Nihonmatsu (Foto: pd)

Auch wenn es aus der Präfektur Fukushima heute interessante Meldungen gibt, ist damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Fukushima News während der Urlaubszeit der „Goldenen Woche“ in Grenzen halten wird.

Selbstverständlich informieren wir unsere Leser jedoch, sobald sich wichtige Neuigkeiten ergeben sollten – wie auch heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. April 2018.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Recyclingpläne für kontaminiertes Erdreich im Straßenbau kritisiert
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter
Recyclingpläne für kontaminiertes Erdreich im Straßenbau kritisiert

Die Pläne zum Recycling von kontaminiertem Erdreich im Straßenbau waren bereits im Juni 2016 auf massive Kritik in der Präfektur gestoßen – insbesondere nachdem auch die finanzielle Motivation der Wiederverwendung bekannt geworden war.

Dennoch will das Umweltministerium an diesen Plänen festhalten – und löste jüngst damit neue öffentliche Proteste aus. So kam es am vergangenen Donnerstag bei einer Informationsveranstaltung in Nihonmatsu zu lauten Protesten.

In der Ortschaft sollen etwa 500 Kubikmeter kontaminiertes Erdreich in einer Tiefe von mindestens 50 Zentimeter unter einem 200 Meter langen Teilstück einer Straße verschwinden. Das Material wird mit sauberem Erdreich abgedeckt und dann asphaltiert.

Die positive Bewertug von Praxistests in Minamisoma aus dem Jahr 2017, bei dem ein „gewisses Maß an Sicherheit“ festgestellt wurde, hatten die Regierung in ihrem Plan bestärkt. Doch die aktuellen Proteste könnten die Umsetzung erschweren.

Für die Gemeinde Iitate ist eine Weiterverwendung im Gartenbau geplant – doch das Vorhaben in Nihonmatsu ist das erste Projekt in einer Stadt, die nicht zuvor Teil des Sperrgebiets war. Entsprechend kritisch sind die Einwohner.

Tatsächlich erklärte eine Verantwortlicher im Bezug auf das Recycling, dies mache es schwierig, wie geplant fortzufahren. Gegenwärtig lagern etwa 22 Millionen Kubikmeter an radioaktiv belastetem Erdreich behelfsmäßig an verschiedenen Orten der Präfektur.

Über den Widerstand der Einwohner von Nihonmatsu berichtete die Kyodo.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Wie zum Ende jedes Monats gab der Betreiber des AKW Fukushima Daiichi auch heute die Statistiken für den Vormonat an die zuständige Behörde weiter.

Am vergangenen Freitag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales (MHLW) für den März 2018.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag im März bei 8,44 Millisievert. Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden bei den Angestellten keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten mit Stand von Ende April 2018 befassen wird, soll gegen Ende Mai eingereicht werden.