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Fukushima aktuell: Pumpe für Grundwasserumleitung überschreitet Grenzwerte

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Artikelbild - AKW Fukushima: Eine Pumpe des Grundwasserumleitungsprojekts am 9. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Hoher Tritiumwert an Grundwasserpumpe nachgewiesen (Pumpenfoto: TEPCO)

Die vom AKW Fukushima heute gemeldeten Neuigkeiten zeigen, dass mit der Grundwasserumleitung bereits die zweite Maßnahme, von der sich TEPCO große Fortschritte erhofft, von einem Rückschlag betroffen ist. Weitere Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. April 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Pumpe für Grundwasserumleitung überschreitet Grenzwerte
  • Wasserleck an Barriere um Tank
  • Weiterer leichter Pegelanstieg in der Verbrennungsanlage
  • Errichtung nach Tanktransfer durch Schlepper erfolgreich
  • Industrieminister bestreitert Verheimlichungsabsicht

Pumpe für Grundwasserumleitung überschreitet Grenzwerte: Der Start der Grundwasserumleitung Anfang April, war als großer Schritt bei der Bewältigung radioaktiver Abwässer an der Anlage gefeiert worden. Doch nun meldet der Betreiber TEPCO erste Probleme.

In Wasserproben, die am Dienstag an Brunnen Nr. 12 der Grundwasserumleitung entnommen wurden, konnte eine Konzentration von 1.600 Becquerel pro Liter an radioaktivem Tritium nachgewiesen werden. Damit wird der Grenzwert von 1.500 Becquerel, den sich das Unternehmen selbst auferlegte, überschritten.

Die Pumparbeiten wurden daraufhin eingestellt. Ob eine Weiterführung möglich ist, macht TEPCO von der Untersuchung des Postens abhängig, da die Werte dort vor einer Woche noch bei 1.300 Becquerel gelegen hatten. Eine Entscheidung soll noch am heutigen Freitag getroffen werden.

Durch die Grundwasserumleitung, soll das aus den Bergen stammende Grundwasser heraufgepumpt werden, bevor es durch unterirdisch austretendes Wasser aus den Reaktorgebäuden radioaktiv kontaminiert werden kann. Nach einer Analyse soll es anschließend in den Pazifischen Ozean verklappt werden.

Trotz des jetzigen Stopps der Pumpen, sind die Fischer der Präfektur besorgt. Sie hatten erst nach langen Verhandlungen und unter der Bedingung mehrerer Auflagen, einer Umleitung und Verklappung zugestimmt. Über den problematischen Nachweis berichtete die Asahi Shimbun.

Wasserleck an Barriere um Tank: Am heutigen Freitag entdeckten Angestellte bei einem Kontrollgang, der im Osten liegenden Lagertankgruppe C, gegen 13:50 Uhr, dass Wasser aus der errichteten temporären Barriere eines Tanks drang. An zwei Stellen bildeten sich daraufhin Wasserlachen.

AKW Fukushima: Übergelaufenes Wasser am 18. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Übergelaufenes Wasser am 18. April 2014 (Foto: TEPCO)

Da Strahlungskontrollen des herausgelangten Wassers nur Gammastrahlung in Höhe von 0,006 Millisievert pro Stunde ergaben und auch die Konzentration von Betastrahlern lediglich bei 0,001 Millisievert pro Stunde lag, geht TEPCO davon aus, dass es sich um Regenwasser handelt.

Der Betreiber erklärte, man werde auch das Wasser, das innerhalb der Barriere verblieb analysieren und kam nach der Untersuchung zu dem Schluss, dass es sich auch hierbei um Regenwasser handelt. Man sei davon überzeugt, noch heute Maßnahmen zur Beseitigung des Wassers einleiten zu können.

Weiterer leichter Pegelanstieg in der Verbrennungsanlage: Gestern berichteten wir über einen geringen Anstieg um 0,1 Zentimeter im Hauptgebäude der Verbrennungsanlage. Zuvor war irrtümlich radioaktives Wasser in zwei Gebäude der Anlage gelangt, das eigentlich in Lagertanks geleitet werden sollte.

Am heutigen Freitag meldete der Kraftwerksbetreiber TEPCO erneut einen Anstieg um 0,1 Zentimeter. Trotz dieser geringen Erhöhung schließt das Unternehmen nicht aus, dass der Anstieg durch Grundwasser erfolgt sein könnte. Am zweiten Gebäude, in das Wasser gelangt war, gab es dagegen keine Änderung des Wasserstands.

Errichtung nach Tanktransfer durch Schlepper erfolgreich: Nach den Aufnahmen vom gestrigen Donnerstag, veröffentlichte der Elektrizitätsanbieter heute weitere Aufnahmen, von der Lieferung bereits fertig montierter Lagertanks einer Fertigungsstätte der Mitsubishi Heavy Industries nahe Kobe Präf. Hyogo).

AKW Fukushima: Abstellen eines gelieferten Lagertanks am 17. April 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Abstellen eines gelieferten Lagertanks am 17. April 2014 (Foto: TEPCO)

Die sechs Behälter waren mit einem Schleppkahn an das AKW transportiert worden. Das Video zeigt, wie die abgeladenen Lagertanks, unter Beobachtung durch Kraftwerksarbeiter mit Fahrzeugen, an ihren Bestimmungsort gebracht und dort durch Einsatz eines Krans platziert werden.

Durch die Lieferung bereits fertiger Tanks, soll Zeit gespart und Fehler beim Zusammenbau von Bolzentanks auf dem Kraftwerksgelände verhindert werden. Über die Entwicklungen an der Anlage berichtete TEPCO.

Dass eine Aufstockung der Lagerkapazitäten dringend erforderlich ist, zeigt sich daran, dass schon innerhalb der beiden Tage bereits einer der Behälter mit einem Fassungsvermögen von 700 Tonnen bereits gefüllt wurde.

Industrieminister bestreitet Verheimlichungsabsicht: Nachdem bekannt geworden war, dass die  Regierung einen Bericht zu Strahlungsmessungen sechs Monate zurückgehaIten hatte, bestreitet Industrieminister Toshimitsu Motegi, einen Vorsatz dieses Vorgehens.

Der bereits vorher verfügbare Bericht war erst veröffentlicht worden, nachdem die Evakuierungsaufforderung für Teile der Sperrzone am 1. April 2014 aufgehoben wurden. Minister Motegi entschuldigte sich für den negativen Eindruck, der durch dieses Vorgehen entstanden war.  Das berichtet die Kyodo.

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