Start Aktuelles Fukushima aktuell: Radioaktive Abfälle bleiben langfristig auf Privatgrundstücken

Fukushima aktuell: Radioaktive Abfälle bleiben langfristig auf Privatgrundstücken

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Präf. Fukushima: Abtransport radioaktiver Abfälle ab November möglich (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Auch der in der Präfektur Fukushima heute angelaufene Bau eines Zwischenlagers wird die Situation auf Jahre nicht ändern, das zeigen die heutigen Fukushima News im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Arbeiten am AKW Fukushima wieder aufgenommen
  • TEPCO-Zeitplan für Eiswall wird scheitern
  • Bau von Zwischenlager begonnen

Arbeiten am AKW Fukushima wieder aufgenommen: Am heutigen Dienstag wurde der Standardarbeitsplan am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi wieder aufgenommen.

Die Arbeiten waren am 21. Januar nach zwei tödlichen Arbeitsunfällen gestoppt und Kontrollen, sowie Sicherungsmaßnahmen durchgeführt worden.

Heute veröffentlichte TEPCO anlässlich der Wiederaufnahme des Regelbetriebs weitere Einzelheiten. Demnach habe man 436 Stellen untersucht und 392 Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssicherheit auf der Anlage durchgeführt.

Das Elektrizitätsunternehmen dokumentierte die Arbeitsschritte mit Vorher-Nachher-Aufnahmen. Diese zeigen gesicherte Fußwege, Hinweisschilder und Absperrungen. Neben TEPCO berichteten auch Präfekturmedien über die Arbeiten.

TEPCO-Zeitplan für Eiswall wird scheitern: Die Wiederaufnahme des Betriebs am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi bedeutet für das Betreiberunternehmen auch, die logistischen Folgen der Arbeitsunfälle kompensieren zu müssen.

So geht der Elektrizitätsanbieter davon aus, dass der Bau des ersten Abschnitts der Grundwasserbarriere durch einen unterirdischen Kühlkreislauf („Eiswall“), nicht wie geplant zum März abgeschlossen werden kann.

Wie Naohiro Masuda von TEPCO gestern in einer außerordentlichen Konferenz bekannt gab, wird sich der Bau um etwa zwei Wochen bis zu einem Monat verspäten und so den bisherigen Zeitplan des Unternehmens stören.

Doch selbst nach Abschluss der Arbeiten bedarf TEPCO der Genehmigung durch die Atomaufsichtsbehörde NRA, um das chemische Kühlmittel in das Rohrsystem einspeisen zu dürfen.

Die Behörde äußerte Bedenken über ein mögliches Absinken des Bodens durch den gehemmten Grundwasserfluss, was zur Freisetzung kontaminierten Wassers aus den Reaktorgebäuden führen könnte. Über die Verzögerung berichteten jiji und Präfekturmedien.

Bau von Zwischenlager begonnen: Am heutigen Dienstag begannen die Arbeiten an den Zwischenlagern für kontaminiertes Erdreich, das bei den Arbeiten in der Präfektur Fukushima angefallen war.

Die eingeleiteten Arbeiten beschränken sich jedoch zunächst auf die Vorbereitung von Lagerstätten unter freiem Himmel auf zwei Flächen, von insgesamt zwei Hektar.

Die Lagerplätze, auf denen die Arbeiten anliefen, liegen etwa 200 Meter bzw. einen Kilometer vom Kraftwerk entfernt.

Die komplette Anlage soll auf einer Fläche von 16 Quadratkilometern innerhalb des Gebiets der Gemeinden Futaba und Okuma entstehen. Nach der Fertigstellung soll die Anlage eine Menge von 30 Millionen Tonnen aufnehmen können.

Trotz der begonnenen Arbeiten an der Lagerstätte ist noch völlig unklar, wann die übrigen Anlagen dort errichtet werden könnten. Eine Lagerung kontaminierter Abwässer, wie sie am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi anfallen, wird auf dem Gelände nicht möglich sein.

Nach Verzögerungen aufgrund von Gegenwehr bei Gemeinden und Grundstückseigentümern, sollen die ersten Lieferungen anlässlich des vierten Jahrestags der Tohoku-Katastrophen am 11. Märzen beginnen.

Das radioaktiv belastete Erdreich und Laub, die bei den Dekontaminationsmaßnahmen anfallen, werden derzeit auf Gemeindegebieten und Privatgeländen gelagert. Diese mehrjährige behelfsmäßige Lagerung hat bereits zu Schäden an den Kunststoffsäcken geführt.

In Ermangelung weiterer Möglichkeiten bat Umweltminister Yoshio Mochizuki, die Einwohner der Präfektur Fukushima um weitere mehrjährige Duldung dieser Lagerverhältnisse, bis Einigungen mit Grundstückseigentümern über Zwischenlagerstandorte erreicht werden.

Die Regierung will einen Gesamtbetrag von 1,1 Trillionen Yen in das Projekt investieren. Über den Beginn der Arbeiten berichteten Kyodo und NHK.

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