Start Aktuelles Fukushima aktuell: Radioaktive Belastung tieferer Grundwasserschichten befürchtet

Fukushima aktuell: Radioaktive Belastung tieferer Grundwasserschichten befürchtet

2788
0
TEILEN
Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

TEPCO meldet schwerwiegende Probleme bei Grundwasserarbeiten zur Bodenfrostung und sieht eine steigende Kontamination des Grundwassers und des Pazifischen Ozeans, als größte denkbare Folge an. Auch ein Messposten des Grundwasserumleitungssystems beschäftigt das Unternehmen. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. Juni. 2014

Unsere heutigen Themen:

  • Radioaktive Belastung tieferer Grundwasserschichten möglich
  • Belastung von Grundwasserbrunnen Nr. 12

Radioaktive Belastung tieferer Grundwasserschichten möglich: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO bereits Anfang des Monats feststellen musste, könnte sich radioaktiv kontaminiertes Wasser leicht in tieferen Grundwasserschichten ausbreiten. Ausgerechnet die laufenden Grundwasserschutzarbeiten könnten ursächlich dafür sein.

Die Kontamination mit Tritium in Höhe von 4.700 Becquerel pro Liter war am 4. Juni innerhalb einer 25 Meter tiefen Erdschicht, nahe von Reaktor 1 nachgewiesen worden. Weitere Untersuchungen ergaben, dass die Verbreitung des radioaktiv belasteten Wassers durch den Umstand begünstigt wird, dass der Wasserdruck in dieser Schicht niedriger ist, als in flacheren Bereichen.

Als Ursache für den niedrigen Druck vermutet TEPCO, die 30 Meter tief reichenden Bohrarbeiten zur Schaffung eines unterirdischen Kühlkreislaufs zur Bodenfrostung. Damit könnte eine Maßnahme, die durch den Eiswall der Bodenfrostung eigentlich das Grundwasser hemmen sollte, eine noch tiefere Kontamination des Grundwassers – und letztlich den befürchteten Einfluss in den Pazifik – verursachen.

Das Elektrizitätsunternehmen kündigte an, mit der Verstärkung der Bohrkanäle für die Rohre erste Maßnahmen gegen die Ausbreitung in tiefere Grundwasserschichten treffen zu wollen. Außerdem werde man weitere Arbeiten durchführen, um das Fortschreiten dieser Entwicklung zu verhindern.

Außerdem wolle man die Arbeiten an der Bodenfrostung beschleunigen, so dass die Grundwasserbarriere möglichst schnell einsetzbar ist. Tatsächlich könnten nun möglicherweise notwendige Schutzmaßnahmen das Projekt sogar verlangsamen. Regulärer Fertigstellungstermin ist der Herbst diesen Jahres. Über das Problem berichteten die NHK, sowie Präfekturmedien.

Das Problem ist allerdings nicht gänzlich neu. Zuvor war die Kontamination tierer Grundwasserbereiche im Dezember 2013 gemeldet worden.

Belastung von Grundwasserbrunnen Nr. 12: Nach Angaben von TEPCO, wurde bei Wasserproben vom 23. Juli zwar keine Betastrahlung über dem Nachweiswert festgestellt. Allerdings betrug die Belastung durch radioaktives Tritium bei 2.100 Becquerel pro Liter. Weitere Auffälligkeiten habe es bei den geprüften Messposten nicht gegeben.

Messergebnisse einer unabhängigen Kontrollinstanz vom 19. Juni, wiesen ebenfalls eine Betastrahlungsbelastung unterhalb des Nachweiswerts nach. Der Tritiumwert lag jedoch bei 2.000 Becquerel pro Liter, was ebenfalls über dem selbst auferlegten Grenzwert von 1.500 Becquerel liegt.

Die Messposten sind Teil des Grundwasserumleitungssystems auf der Anlage. Das aus den Bergen kommende Grundwasser wird hochgepumpt und in Sonderbehälter umgeleitet, bevor es unter dem Kraftwerksgelände durch radioaktives Wasser aus den Untergeschossen der Reaktorgebäude kontaminiert werden kann.

Bereits in der Vergangenheit war es an Nr. 12 mehrfach zu erhöhten Messwerten gekommen, Allerdings hatte TEPCO den kritischen Grundwasserbrunnen wieder in Betrieb genommen, da die Grenzwertüberschreitung durch Verdünnung ausgeglichen werde.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here