Fukushima aktuell: Radioaktive Holzabfälle illegal entsorgt

Fukushima aktuell: Radioaktive Holzabfälle illegal entsorgt

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Artikelbild -. Holzspäne (Foto: pd)
Illegale Entsorgung kontaminierter Holzabfälle nach Fukushima-Krise untersucht (Symbolfoto: pd)

Neue Erkenntnisse zur Umweltverschmutzung und den Folgen der AKW-Krise sind Teil der aktuellen Fukushima News und tatsächlich zeigen die Meldungen aus Fukushima heute ein gutes Bild davon, welch weitreichende Konsequenzen heute noch bestehen

Die Details gibt es wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 8. Februar 2016.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Illegale Entsorgung radioaktiver Holzabfälle in sechs Präfekturen
  • Zunahme chronischer Erkrankungen seit Fukushima-Katastrophe
  • Widerstand gegen auslaufende Unterstützungsmaßnahmen

Illegale Entsorgung radioaktiver Holzabfälle in sechs Präfekturen: Am Freitag veröffentlichte die Staatsanwaltschaft in Otsu einen Teil des Materials, bei dem es um die illegale Entsorgung von Holz geht, das im Zuge der AKW-Katastrophe kontaminiert worden war.

Den Erkenntnissen zufolge, wurde zwischen dem Dezember 2012 und September 2013 in sechs Präfekturen insgesamt etwa 5.000 Tonnen dieser Abfälle entsorgt. Bekannt geworden war vor allem die illegale Entsorgung am Biwa-See (Präf. Shiga).

Damals hatte ein Einwohner von Takashima dort 77 Säcke mit 300 Tonnen kontaminierter Holzreste entdeckt. Daneben habe man auch in den Präfekturen Chiba, Ibaraki und Kagoshima, sowie Tochigi und Yamanashi illegale Beiseitigung von Holzabfällen nachweisen können.

Die Dokumente wurden veröffentlicht, nachdem im vergangenen Jahr ein privater Antrag auf Einsicht der Ermittlungsakten erfolgt und vom obersten Gerichtshof Ende des Jahres genehmigt wurde. Lediglich Namen durften dabei geschwärzt werden. hierüber berichteten Präfekturmedien.

Zunahme chronischer Erkrankungen seit Fukushima-Katastrophe: Am Freitag wurde eine Studie über die Zunahme der Patienten mit chronischen Erkrankungen in Kliniken von Soma und Minamisoma veröffentlicht.

Insbesondere Diabetes und erhöhte Blutfettwerte (Hyperlipidämie) hätten seit der Fukushima-Katastrophe bei der untersuchten Gruppe zugenommen. Im Rahmen der Studie waren 6.406 Personen zwischen 40 und 74 Jahren medizinischen Kontrollen unterzogen worden.

Dabei zeigte sich eine deutliche Differenz zwischen dem Durchschnitt, der vor der Fukushima-Krise  und zwischen den Fiskaljahren 2012 und 2014 ermittelt wurde. Dabei lag die Anstiegsrate bei Personen aus dem Evakuierungsgebiet höher, als bei Patienten außerhalb.

Als Ursache werden die veränderten Lebensverhältnisse in einer neuen Umgebung angesehen. Dies mache deutlich, dass auch der Anstieg von chronischen Erkrankungen ein Teil der langfristigen Katastrophenkonzepte werden müsse. Das berichten Präfekturmedien.

Widerstand gegen auslaufende Unterstützungsmaßnahmen: Die Präfekturverwaltung Fukushima hält an ihrem Plan fest, im April 2017 die kostenlose Unterbringung von Personen, die auf Eigeninitiative evakuierten, einzustellen.

Bei einem gestrigen Treffen in Tokyo, in dessen Verlauf die Alternativmaßnahmen vorgestellt wurden – eine finanzielle Unterstützung bis zu 100.000 Yen bei Umzügen und im Fall von Geringverdienern Mietzuschüsse für den Zeitraum von zwei Jahren – kam es erneut zu Kritik.

Betroffen sind etwa 6.000 Haushalte, deren Mitglieder aufgrund der AKW-Katastrophe noch vor der offiziellen Evakuierungsanordnung der Regierung auf Eigeninitiative flohen. Man spricht daher auch von „freiwillig Evakuierten“.

Deren Unterstützer kritisieren die Pläne als unzureichend. Die finanzielle Unterstützung berücksichtige nicht das hohe Mietniveau und letztlich handele es sich bei der Maßnahme um den Versuch, die Menschen in ihre Heimatorte zurückzudrängen, sobald diese freigegeben sind.

Über die Kontroverse bei der Unterbringung der Evakuierten, die von ihnen selbst als wichtigstes Thema wahrgenommen wird, berichtete die Asahi Shimbun.

 

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