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Fukushima aktuell: Radioaktive Kontamination von Reisfeldern bleibt ungeklärt

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Artikelbild - Reisfelder in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Internationale Experten bestätigen Kontamination durch AKW (Symbolfoto: pd)

Während Filterfolge und Lagertankdemontage am AKW Fukushima heute positive Meldungen darstellen, wird die Entscheidung, eine Untersuchung einzustellen, in Japan aktuell weitaus weniger begrüßt. Die Einzelheiten der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. Mai 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Untersuchung von Reisfeldkontamination ergebnislos beendet
  • Erste Filterung radioaktiver Abwässer weitgehend abgeschlossen
  • Abriss von Bolzentanks angelaufen

Untersuchung von Reisfeldkontamination ergebnislos beendet: Die Regierung hat die Aufklärung der Kontamination von Reisfeldern durch radioaktives Material eingestellt und damit Kritik auf sich gezogen.

Die Reisfeldkontamination war im August 2013 erfolgt, nachdem radioaktives Material bei der Räumung von Trümmern an Reaktor 3 aufgewirbelt worden war.

Später war die Tragweite als gering eingeschätzt und behauptet worden, ein Zusammenhang zwischen Trümmerräumung und Reisfeldkontamination sei unwahrscheinlich.

Nachdem das Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei (MAFF) erklärt hatte, die genaue Ursache ermitteln zu wollen, wurde nun die ergebnislose Beendigung bekanntgegeben.

Vermutungen, bereits der radioaktive Niederschlag vom  März 2011 könnte Erdboden und Wasser weit genug kontaminiert haben, konnten weder durch Proben, noch durch die Untersuchung von Staubfiltern restlos geklärt werden.

Die Reisbauern in Minamisoma reagieren verärgert auf den Abschluss der Untersuchungen und befürchten, nach der geplanten Entfernung des Schutzmantels von Reaktor 1 könnte freigesetztes Material ebenfalls die Felder kontaminieren.

Über den Abbruch berichteten Präfekturmedien.

Erste Filterung radioaktiver Abwässer weitgehend abgeschlossen: Wie der Betreiber des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi am heutigen Mittwoch mitteilte, habe man die Filterung von 620.000 Tonnen stark radioaktiver Abwässer nahezu abschließen können.

Gänzlich fertig ist man jedoch immer noch nicht, denn mit 440.000 Tonnen wurde der Großteil des Wassers durch das Multinuklid-Filtersystem ALPS gefiltert, jedoch durchliefen die übrigen 180.000 Tonnen nur eine Strontiumfilterung, enthalten aber noch anderes radioaktives Material, so dass eine ALPS-Filterung erforderlich  ist.

Weitere 10.000 bis 13.000 Tonnen, die sich an den Boden der Tanks angesammelt hätten, habe man nicht aus den Lagertanks pumpen können, so dass sie ungefiltert blieben.

Das gefilterte Wasser gilt aufgrund der geringeren Strahlungsbelastung im Leckfall als weniger gefährlich, muss jedoch weiterhin in den Tanks gelagert werden.

Bei einem Besuch von Premierminister Shinzo Abe im September 2013, war die Komplettfilterung bis Ende März 2015 zugesichert worden. Dieses Ziel musste später aufgrund von Verzögerungen korrigiert werden.

Selbst das neue Ziel, zumindest eine erste Filterung des bislang angefallenen Wassers abschließen zu können, galt bis zuletzt als gefährdet. Über den Abschluss des ersten Filterdurchlaufs berichteten  etwa Kyodo, jiji, NHK und Präfekturmedien.

Fischereiverbände der Präfektur Fukushima widersetzen sich Plänen des AKW-Betreibers TEPCO, ausreichend gefiltertes Lagertankwasser in den Pazifik zu verklappen, um Platz zu schaffen. Täglich fallen etwa 400 Tonnen weitere radioaktive Abwässer an.

Abriss von Bolzentanks angelaufen: Auf dem Kraftwerksgelände begann heute die Demontage von Lagertanks. Bei ihnen handelt es sich um leckgefährdete Behälter, die nur durch Bolzen gesichert sind.

AKW Fukushima: Ersatzdeckel bei Lagertank-Demontage am 27. Mai 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ersatzdeckel bei Lagertank-Demontage am 27. Mai 2015 (Foto: TEPCO)

Die bislang verbleibenden 374 Bolzentanks sollen abgebaut und durch fest verschweißte Behälter ersetzt werden. In der Vergangenheit hatten Bolzentanks zu Großlecks am AKW geführt.

An den Bolzentanks der ersten Gruppe im Lagertankbereich H2 wurden die Deckel entfernt und das noch enthaltene Restwasser am Boden in andere Tanks abgepumpt. Diese Maßnahme benötigt etwa neun Tage.

Nach der Entfernung der Metalldachplatte wird eine Abpumpvorrichtung, sowie eine provisorische Abdeckung angebracht, um Umwelteinflüsse so gering wie möglich zu halten.

Die Demontage aller riskanten Behälter wird sich noch mindestens bis ins kommende Jahr fortsetzen. Das berichtete die Kyodo.

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