Fukushima aktuell: Radioaktiver Müll in Chiba soll umdeklariert werden

Fukushima aktuell: Radioaktiver Müll in Chiba soll umdeklariert werden

Herabstufung kontaminierter Abfälle zu Hausmüll angekündigt

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Radioaktive Abfälle: Umweltministerium wir erneut Verschleierung vorgeworfen (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Die Deklassifizierung kontaminierter Abfälle zu konventionellem Müll dürfte nicht nur in der Präfektur Fukushima heute zu Diskussionen führen, geht es doch um Material, das außerhalb der Tohoku-Region gelagert wird.

Weitere Fukushima News mahnen AKW-Betreiber zur Vorsicht vor einem populären Smartphone-Spiel, berichten von Tsunami-Frühwarnsystemen und einem Ölleck. Mehr zu dem, was Japan aktuell beschäftigt, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Juli 2016.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Sonderstatus von radioaktivem Abfall in Chiba soll aufgehoben werden
  • AKW-Betreiber vor Pokémon Go gewarnt
  • Ölleck am AKW Fukushima
  • Wetterbehörde erhöht Zahl der Tsunami-Detektoren
  • Gouverneur der Präfektur Niigata besucht AKW Fukushima
Sonderstatus von radioaktivem Abfall in Chiba soll aufgehoben werden

Das japanische Umweltministerium will dem Antrag der Stadtverwaltung Chiba entsprechen und möglicherweise noch heute den Sonderstatus für radioaktiv kontaminierte Abfälle dort aufheben.

Nachdem die Belastung von Schlamm und Asche in den mehr als fünf Jahren seit Beginn der Fukushima-Krise unter den Grenzwert von 8.000 Becquerel pro Kilogramm gesunken ist, möchte die Stadt Chiba nun eine Neubewertung des Abfalls.

Die Stadt Chiba liegt in der gleichnamigen Präfektur und damit östlich der japanischen Hauptstadt Tokyo.

Eine Einstufung als konventioneller Abfall würde die Entsorgung auf einer normalen Mülldeponie ermöglichen, anstatt weiterhin die Einhaltung einer separaten Lagerung erforderlich zu machen.

Die Stadtverwaltung hatte die Deklassifizierung Ende Juni beantragt. Von der Entscheidung des Umweltministeriums wären etwa sieben Tonnen Abfall betroffen. Über die Maßnahme berichtete die NHK.

AKW-Betreiber vor Pokémon Go gewarnt

Japans Atomaufsichtsbehörde NRA rief die Betreiberunternehmen der Kernkraftwerke des Landes zu erhöhter Wachsamkeit auf. Ursache hierfür ist die Veröffentlichung des Smartphone-Spiels „Pokémon Go“.

Es bestehe die Möglichkeit, dass Personen bei der Jagd nach den digitalen Wesen unbefugt auf das Gelände der Kraftwerksanlagen gelangen könnten. Dies war bereits in den USA der Fall, als dort drei Jugendliche den Parkplatz eines Kernkraftwerks bejagten.

Bei dem Spiel werden die Wesen auf eine Karte projiziert, die den realen Standorten entsprechen. Seit der internationalen Einführung kam es bereits zu Raubüberfällen und Unfällen aufgrund von Unachtsamkeit durch das Spiel.

Einige kulturell bedeutende Stätten, wie etwa der Izumo Taisha, ein Shinto-Schrein in der Präfektur Shimane, haben zudem bereits jetzt das Spiel auf ihrem Gelände untersagt.

Über die Warnung der Behörde berichtete die NHK.

Ölleck am AKW Fukushima

Am gestrigen Donnerstag entdeckten Angestellte bei einem Kontrollgang am Lager für Gefahrenstoffe, dass dort offenbar Öl ausgetreten war und sich auf einer Fläche von 7 x 7 Metern ausgebreitet hatte. Die Flüssigkeit blieb jedoch innerhalb der Betonbarriere um das Gebäude.

Die Feuerwehr Futaba wurde über den Zwischenfall in Kenntnis gesetzt. Die eintreffenden Kräfte stellten fest, dass das Material sich nicht weiter verbreitet hatte. Bei der ausgetretenen Flüssigkeit handele es sich um Altöl. Die Feuerkräfte sicherten die Stelle und entfernten die Flüssigkeit.

Eine heute durchgeführte Kontrolle der verlegten Adsorptionsmatten ergab keine weiteren Hinweise auf neue Lecks aus den dortigen Behältern. Über die Entdeckung und die durchgeführten Maßnahmen berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Wetterbehörde erhöht Zahl der Tsunami-Detektoren

Wie die japanische Wetterbehörde gestern bekannt gab, werde die Zahl der Messposten für Tsunami von bislang 229 auf 385 Messposten erhöht. Dadurch sollen Tsunami sowohl 20 Minuten schneller erfasst und besser in ihrer Höhe eingeschätzt werden können.

Diese seismischen Beobachtungspunkte werden am Meeresboden befestigt und messen dort die Anzeichen für Erdbeben und die Entwicklung daraus resultierender Tsunami.

Die neuen Geräte werden unter anderem an der Boso-Halbinsel (Präf. Chiba) und der Halbinsel Kii, sowie im Gebiet der Präfekturen Ibaraki und Kanagawa angebracht.

Das Forschungsinstitut für Geowissenschaften und Katastrophenschutz befürwortet die Entwicklung eines Netzwerks von Messposten – insbesondere aufgrund des massiven Nankai-Großbebens, das in den kommenden Jahren erwartet wird. Über die Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

Gouverneur der Präfektur Niigata besucht AKW Fukushima

Am gestrigen Donnerstag besuchte Hirohiko Izumida, Gouverneut der Präfektur Niigata das Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi. Beim Besuch im J-Village hielt er eine Ansprache vor den Kraftwerksarbeitern, die dort untergebracht sind.

AKW Fukushima: Besuch des J-Village duch den Präfekturgouverneur von Niigata am 21. Juli 2016 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Besuch des J-Village duch den Präfekturgouverneur von Niigata am 21. Juli 2016 (Foto: TEPCO)

Teil der Besichtigung war eine Tour mit dem Bus und Eindrücke vom erdbebensicheren Verwaltungsgebäude, sowie den Lagertanks für radioaktiv kontaminierter Abwässer.

TEPCO veröffentlichte anlässlich des Besuchs von Izumida eine Reihe von Fotos, die den Besuch des Gouverneurs an diesen Orten der Anlage auch visuell dokumentieren.

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