Fukushima aktuell: Radioaktiver Schlamm wird neue Herausforderung

Fukushima aktuell: Radioaktiver Schlamm wird neue Herausforderung

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Artikelbild - Blick in das Turbinengebäude von Reaktor 1 am 6. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
Blick in das Turbinengebäude von Reaktor 1 am 6. Mai 2011 (Foto: TEPCO)

Ein neues Jahr mit neuen Herausforderungen – so präsentiert sich das AKW Fukushima heute in den Medienberichten. Neben Plänen für Reaktorarbeiten gibt es auch Fukushima News zu potentiellen Sicherheitsrisiken durch neue Maßnahmen.

Die Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 2. Januar 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Radioaktiver Schlamm ist neue Herausforderung am AKW Fukushima
  • TEPCO gibt erste Reaktorpläne für 2017 bekannt
  • Einige Fukushima-Kalender 2017 verfügbar
Radioaktiver Schlamm ist neue Herausforderung am AKW Fukushima

In den Untergeschossen der Turbinengebäude der Reaktoren haben sich im Laufe der Jahre neben stark radioaktivem Wasser mit hohen Strahlungswerten zunehmend auch Schlamm und Sedimente angesammelt. Doch die Entfernung gestaltet sich schwierig.

Im Turbinengebäude von Reaktor 1 hat sich kontaminiertes Wasser bis zu einer Höhe von etwa 80 Zentimeter angesammelt und etwa zwei Zentimeter an Ablagerungen. Im Fall der Turbinengebäude der Reaktoren 2 und 3 ist die Menge der Schlammansammlung unbekannt.

Als Maßnahme zur Entfernung von radioaktivem Abwasser und belasteten Sedimenten gleichermaßen, soll das Wasser mit einem speziellen Gerät aufgewirbelt werden, so dass sich die Ablagerungen lösen und im Wasser binden, so dass man sie herauspumpen kann.

Wie effektiv diese Maßnahme sein wird ist völlig unklar und tatsächlich besteht durchaus das Risiko, dass im Rahmen dieser Aktion stark radioaktiv kontaminiertes Abwasser in die Umwelt gespült werden könnte.

Die Auflösung des Schlamms im Wasser ist erforderlich, da die Ablagerung beim ausschließlichen Abpumpen von Wasser aushärten könnten, was einen Strahlungsanstieg und damit stärkere Belastung für die Kraftwerksarbeiter zur Folge hätte.

Aufgrund der Bedenken wies die Atomaufsichtsbehörde das Betreiberunternehmen TEPCO am 26. November vergangenen Jahres an, den Zeitpunkt für den Beginn der Aufwirbelung sehr gut zu überdenken und nicht unüberlegt zu handeln.

TEPCO versprach, die Maßnahme sowohl in Hinblick auf die Effektivität, als auch mögliche Risiken zu prüfen, bevor sie zum Einsatz komme. Das berichteten Präfekturmedien.

TEPCO gibt erste Reaktorpläne für 2017 bekannt

TEPCO plant für dieses Jahr den Einsatz von Robotern an den Reaktoren 1 bis 3. Möglicherweise könnte dabei das erste Mal auch gezielt Trümmerteile aus dem Reaktor entfernen, um Aufschluss über Lage und Zustand der geschmolzenen Brennelemente gewinnen zu können.

Zunächst soll im Januar 2017 ein skorpionartiger Roboter in Reaktor 2 zum Einsatz kommen und insbesondere am Boden des Druckbehälters so viel Informationen wie möglich zu sammeln. Die erfolgreiche Durchführung gilt als Schlüssel zu künftigen Arbeiten.

Die Arbeiten in Reaktor 1 sollen bis März laufen und die Untersuchungen an Reaktor 3 bis Juni angelaufen sein. Für Reaktor 3 ist im Laufe des Jahres außerdem ein Myonen-Scan zur Lokalisierung der Brennelemente geplant.

Zur Bergung bereits zusammengeschmolzener Reste von Brennelementen wird erwogen, neben der bislang geplanten vollständigen Auffüllung mit Wasser, auch lediglich eine teilweise Einspeisung in den unteren Reaktorbereich durchzuführen – abhängig von der Lage.

Auch wenn das Unternehmen erklärt, das Vorgehen jeweils aktuellen Erkenntnissen und der technologischen Weiterentwicklung anpassen zu wollen, ist die Bilanz für die bisherigen Pläne eher ernüchternd.

Aufgrund des Umstands, dass das Strahlungsniveau im oberen Bereich des Reaktorgebäudes immer noch nicht signifikant abgenommen hat, muss die für das Fiskaljahr 2017 geplante Bergung aus einem Abklingbecken wohl verschoben werden.

Die für vergangenen Herbst geplante Entfernung des oberen Bereichs von Reaktor 2 ist nicht einmal angelaufen. Bei der Bekämpfung von eindringendem Grundwasser attestierte die Atomaufsichtsbehörde NRA dem Eiswall mangelnde Effektivität.

Über Pläne und Hindernisse für das Jahr 2017 berichteten Präfekturmedien.

Einige Fukushima-Kalender 2017 verfügbar

Kurz vor Jahresende begann Spreadnews.de nach einer unauffälligen Ankündigung mit der kostenlosen Weitergabe des „This is Fukushima„-Kalenders 2017 als Dankeschön an aufmerksame Leser.

Das Projekt will durch die Veröffentlichung der Kalender die negative Vorstellung, die Präfektur sei eine unbewohnbare Atomwüste korrigieren und auch die schönen Seiten zeigen.

Spreadnews ist es auch dieses Jahr gelungen, einige Exemplare des Kalenders zu sichern – und aufgrund der großen Nachfrage sind nur noch wenige verfügbar.

Alles was benötigt wird, ist eine E-Mail an jp@spreadnews.de mit dem Betreff „Fukushima-Kalender 2017“ und der Anschrift des Empfängers.

Die Daten werden nur für den Versand benötigt, nicht an Dritte weitergegeben und nach Versand gelöscht. Teilnahmeberechtigt sind Personen über 18 Jahren, die ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Barauszahlung, oder Auslandsversand sind nicht möglich. Angebot nur so lange der Vorrat reicht,

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