Fukushima aktuell: Radioaktives Grundwasser drückt auf Spundwand

Fukushima aktuell: Radioaktives Grundwasser drückt auf Spundwand

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Artikelbild - AKW Fukushima: Fertiggestellte Spundwand am 26. Oktober 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Spundwand soll Teil des Erfolgskonzepts sein (Foto: TEPCO)

TEPCO hat es am AKW Fukushima heute mit einem neuen Problem zu tun, dessen Folgen einen Teil der aufwändigen Maßnahmen gegen kontaminiertes Grundwasser zunichte machen könnte.

Evakuierte Bewohner der Präfektur haben es bei der Sicherheit ihrer temporären Unterkünfte, ebenfalls mit einem neuen Feind zu tun. Diese und weitere Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 25. November 2015.

Unser heutigen Themen im Überblick:

  • Spundwand am AKW Fukushima neigt sich
  • Wasserleck an Hochleistungs-ALPS
  • Unterbringung von Dekontaminationsarbeitern in Tomioka
  • Termitenbefall macht Nachbesserung bei Übergangshäusern erforderlich

Spundwand am AKW Fukushima neigt sich: Die aus Stahlblech bestehende Barriere entlang der Küstenbefestigung des AKW Fukushima, hat nach Angaben der Betreiberfirma TEPCO eine Seitenneigung entwickelt.

Die Konstruktion, die das Eindringen von radioaktiv belastetem Grundwasser in das Meer verhindern soll, weise eine Neigung von 20 Zentimetern in Richtung Meer auf.

Nach Einschätzung des Unternehmens ist dies auf den Druck des angestauten Grundwassers zurückzuführen. Der gestiegene Druck habe auch zu Rissen in der Oberfläche an der Uferbefestigung geführt.

TEPCO erklärte, man stütze die Barriere nun mit Stahlstreben und beabsichtige eine Reparatur des aufgerissenen Straßenbelags, um weitere Grundwasseranstiege durch eindringendes Regenwasser zu verhindern.

Gleichzeitig versucht der Elektrizitätskonzern zu beruhigen und versichert, die Neigung der Spundwand habe keinen Einfluss auf die Abschirmung des kontaminierten Grundwassers vom Meer. Über diese Bekanntgabe berichtete die NHK.

Wasserleck an Hochleistungs-ALPS: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO mitteilte, wurde am heutigen Mittwoch gegen 11:38 Uhr, bei Reinigungungsarbeiten an einem Entlüftungsrohr der Hochleistungsfilteranlage, Wasseraustritt beobachtet.

Das Wasser verblieb innerhalb der Barriere um die Filtereinheit und verblieb auf einer relativ kleinen Fläche von 1 x 1 Meter. Das Unternehmen gab bekannt, der Wasseraustritt sei gestoppt und das Wasser bereits am Nachmittag entfernt worden.

Unterbringung von Dekontaminationsarbeitern in Tomioka: Ab morgen sollen auch Angestellte, die Dekontaminationsarbeiten durchführen, in Wohnheimen der bewohnbaren Teile der Stadt Tomioka untergebracht werden.

Durch die Unterbringung in der Gemeinde, soll den Beschäftigten das Pendeln erspart und die Effektivität der Wiederaufbauarbeiten vor Ort gefördert werden. Bislang wurden derartige Quartiere nur von Kraftwerksarbeitern des AKW Fukushima Daiichi genutzt.

Über die Nutzung der neuen Übernachtungsmöglichkeit für diese weitere Arbeitergruppe berichteten Präfekturmedien.

Termitenbefall macht Nachbesserung bei Übergangshäusern erforderlich: Mehr als vier Jahre nach den Tohoku-Katastrophen vom März 2011, nagt nicht nur der Zahn der Zeit an den Unterkünften für die Flüchtlinge.

Termiten (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Termiten gefährden Unterkünfte von Evakuierten (Foto: pd)

Im Zeitraum zwischen dem 22. Juni und Ende Oktober, wurden in 25 Gemeinden auf 181 Grundstücken insgesamt 15.916 der vorübergehenden Unterkünfte untersucht und in 647 Fällen bauliche Probleme festgestellt.

Hauptproblem ist dabei offenbar die Zersetzung von Holzpfählen an den Fundamenten. Neben dem natürlichen Alterungsprozess spielt der Termitenbefall eine entscheidende Rolle bei der Zersetzung der Bausubstanz.

Ein Abschluss aller Untersuchungen wird bis Jahresende erwartet und mit dem Ende der erforderlichen Reparaturarbeiten bis Ende des Fiskaljahrs gerechnet.

In 14 Fällen waren die Schäden durch Termiten derart gravierend, das unmittelbar Insektenbekämpfungsmaßnahmen und Stabilisierungen der Gebäude veranlasst wurden.

Masao Uchibori, Gouverneur der Präfektur Fukushima, erklärte auf einer gestrigen Pressekonferenz, zu Beginn der Krise sei die schnelle Schaffung von sicherem Wohnraum von Bedeutung gewesen und die Erhaltung dieser Wohnmöglichkeit sei wichtig für den Wiederaufbau. Über die aktuellen Probleme berichteten Präfekturmedien.

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