Start Aktuelles Fukushima aktuell: Radioaktives Material belastet Seen

Fukushima aktuell: Radioaktives Material belastet Seen

3270
0
TEILEN
Artikelbild: Ono-Marschgebiet am Vulkan Akagi, Präf. Gunma (Foto: Juyo Tanaka, cc-by)
Ono-Marschgebiet am Vulkan Akagi, Präf. Gunma (Foto: Juyo Tanaka, cc-by)

Das die Folgen der radioaktiven Belastung neben der Präfektur Fukushima heute längst auch andere Präfekturen betreffen wird immer wieder deutlich, so auch in den aktuellen Fukushima News, die eine besondere Form der Umweltbelastung behandeln. Einzelheiten jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 29. September 2014.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Radioaktive Belastung hängt in Seen außerhalb der Präfektur Fukushima fest
  • Verklappung am Sonntag durchgeführt
  • Klinikaufenthalt für AKW-Arbeiter
  • Wasserprobenentnahme wegen Sturmwarnung zeitweise unterbrochen
  • Demonstration gegen Neustart des AKW Sendai

Radioaktive Belastung hängt in Seen außerhalb der Präfektur Fukushima fest: Nachdem es in der Vergangenheit bereits Berichte über die radioaktive Belastung im Bereich von Flüssen und Kontamination von Wasserreservoirs der Präfektur Fukushima gegeben hatte, besteht auch die Besorgnis über mehrere Seen.

Ein Beispiel hierfür ist der See Kasumigahara in der Präfektur Ibaraki.

Während die Dekontaminationsarbeiten an öffentlichen Einrichtungen und Privatgebäuden in den Gebieten um den See erfolgreich abgeschlossen wurden, gibt es bislang keine entsprechenden Maßnahmen für die Ablagerungen am Boden des Sees.

Der Umstand, das 56 Flüsse in den See münden trägt zur Kontamination bei, so dass neben einem Verbot der Regierung, Aal, Gabelwels und japanischen Silberkarpfen aus dem See zu verkaufen, durch die Präfekturverwaltung zusätzlich auch der Verkauf der japanischen Karausche untersagt wurde. Die Belastung der Fische dort liegt knapp unterhalb des Grenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm, so dass es sich um Vorsichtsmaßnahmen handelt.

Auch die örtliche Fischereivereinigung wies ihre Mitglieder an, standardmäßig ihren Fang auf Strahlungsbelastung zu kontrollieren, um Verbraucherängsten zu begegnen. Tatsächlich dient der See weiterhin als Lieferant für Trinkwasser und landwirtschaftliche Bewässerung – aufgrund des Umstands dass die Cäsiumwerte im Trinkwasser unter dem Nachweiswert liegen, sieht das Umweltministerium keine Gefährdung.

Sowohl das Umweltministerium, als auch die Präfekturverwaltung kontrollieren Wasserwerte und Bodenbelastungen an den Mündungen und im See. Dabei sind die Werte zwar niedriger als noch im Jahr 2011 und so halbierte sich die durchschnittliche Cäsiumbelastung an allen Mündungspunkten im Mai diesen Jahres auf 293 Becquerel pro Kilogramm – die Belastung im Boden des Sees blieb jedoch praktisch unverändert bei 200-300 Becquerel.

Dabei ist der Kasumigara-See nicht das einzige Gewässer, an dem radioaktive Kontamination durch die Fukushima-Katastrophe deutliche Auswirkungen zeigt, sondern auch andere stehende Gewässer sind betroffen.

So werden auch in einem Kratersee des Bergs Akagi (Präf. Gunma) erhöhte Cäsiumwerte nachgewiesen, die Einfluss auf die Fischerei haben. Auch wenn der im August 2011 gemessene Cäsiumwert von 640 Becquerel in Wakasagi-Fisch mit Stand vom 15. September 2014 auf 98 Becquerel gefallen ist, liegt dies nur knapp unterhalb des Grenzwerts, so dass der Fisch nicht verkauft werden kann.

Vergleichbare Fischereibeschränkungen bestehen auch am Chuzenji-See in Nikko (Präf. Tochigi) und im Marschgebiet Tega (Präf. Chiba). Zur Bekämpfung des Problems fordern einige Wissenschaftler mehr Anstrengungen der Regierung, andere sehen als einzige Option, die Natur sich selbst zu überlassen. Über die Entwicklungen berichtete die Mainichi Shimbun.

Verklappung am Sonntag durchgeführt: Am Sonntag leitete der Kraftwerksbetreiber TEPCO zwischen 9:50 Uhr und 15:37 Uhr, insgesamt 1.422 Tonnen an Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik. Von der regelmäßigen Durchführung verspricht sich das Unternehmen eine Reduzierung des Grundwasserpegels auf der Kraftwerksanlage.

Nachdem die Verklappungen lange keine Erfolge gezeigt hatten, meldete der AKW-Betreiber schließlich den Nachweis der Effektivität von Grundwasserumleitungen auf dem Gelände. Unabhängige Bestätigungen für die Aussage gibt es jedoch nicht.

Klinikaufenthalt für AKW-Arbeiter: Am Mittwoch berichtete TEPCO über die Gesundheitsprobleme eines AKW-Arbeiters, der am ALPS-Filtersystem beschäftigt war. Am Samstag gab das Unternehmen einige weitere Informationen Preis. Demnach wird der Angestellte etwa eine Woche in der Klinik verbringen müssen.

Ein kausaler Zusammenhang mit seiner Beschäftigung sei nicht belegt, zumal auch die Gesamtstrahlungsbelastung äußerst gering sei. In Übereinstimmung mit einer Pressekonferenz vom 16. September gab das Unternehmen keine genauere Diagnose bekannt.

Wasserprobenentnahme wegen Sturmwarnung zeitweise unterbrochen:  Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am Samstag mitteilte, wurde die Entnahme von Wasserproben im Lagertankbereich H4 am Donnerstag unterbrochen. Ursache hierfür ist eine Sturmwarnung. Bei den regelmäßigen Kontrollen zuvor waren keine nennenswerten Abweichungen aufgetreten. Eine Wiederaufnahme sei unproblematisch.

Demonstration gegen Neustart des AKW Sendai: Am Sonntag versammelten sich etwa 7.500 Teilnehmer einer Demonstration zunächst im Tenmonkan-Park der Stadt Kagoshima und zogen dann durch die Stadt, um gegen den Neustart der beiden Reaktoren des AKW Sendai zu protestieren. Nach Angaben der Veranstalter handelt es sich um eine der größten Proteste dieser Art in der Präfektur Kagoshima.

Auch der frühere Premierminister Naoto Kan hielt eine Rede anlässlich der Demonstration und erklärte, die Gegner des Neustarts hätten seine volle Unterstützung.

Die Reaktoren des AKW Sendai sind die landesweit ersten Anlagen, bei denen die verschärfte Sicherheitsprüfung durch die Atomaufsicht NRA erfolgreich abgeschlossen wurde. Das bestehen der Prüfung ist, neben der Vorlage von Evakuierungsplänen für die Bevölkerung und das  Einverständnis von Verwaltungen im Umkreis, eine der Kriterien für einen möglichen Reaktorneustart. Hierüber berichtete die Asahi Shimbun.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here