Fukushima aktuell: Radioaktives Material nahe unterirdischem Lagertank entdeckt

Fukushima aktuell: Radioaktives Material nahe unterirdischem Lagertank entdeckt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank im April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Unterirdischer Lagertank im April 2013 (Foto: TEPCO)

Die Meldungen über Lecks an unterirdischen Wassertanks hatten vor einigen Jahren für Aufsehen gesorgt. Nun scheint es so, als werde man am AKW Fukushima heute auch von diesen Schatten der Vergangenheit eingeholt.

Andere Fukushima News, etwa die bürokratischen Fortschritte beim Eiswallprojekt dürften TEPCO dagegen ermutigen. Diese und weitere Meldungen, etwa vom Internetriesen Google, gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. März 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Radioaktives Wasser nahe unterirdischem Lagertank nachgewiesen
  • NRA billigt Plan zur Einleitung der Gefrierung des Eiswalls
  • Google Street View updatet Aufnahmen der Tohoku-Katastrophengebiete
  • Viele Fukushima-Kinder immer noch außerhalb der Präfektur

Radioaktives Wasser nahe unterirdischem Lagertank nachgewiesen: Erstmals seit dem Leck unterirdischer Lagertanks im Jahr 2013 wurde radioaktives Material am dortigen Kontrollposten festgestellt.

Die gestern nachgewiesene Konzentration von Betastrahlern in der Wasserprobe habe bis zu 200 Becquerel pro Liter betragen.

AKW Fukushima: Lecksuchmessung an einem unterirdischen Lagertank (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Leckmessung an einem unterirdischen Lagertank im April 2013 (Foto: TEPCO)

Auch wenn die unterirdischen Behälter damals nicht gänzlich leergepumpt werden konnten, sieht TEPCO die Wahrscheinlichkeit eines Wasserlecks als Ursache für den Anstieg der Probe des Kontrollpostens als unwahrscheinlich an.

Gegen die Theorie, es sei erneut zu einem Leck gekommen, spricht die geringe Konzentration von radioaktivem Material. Bei einem Schaden an dem Behälter hätte man deutlich höhere Werte feststellen müssen, erklärte der Betreiber.

Man werde die Entwicklungen im Bereich der unterirdischen Lagertanks nun besonders genau beobachten und mögliche Ursachen für den Anstieg ermitteln. Als Möglichkeit nennt das Unternehmen ein Leck an der dort verlaufenden Leitung für kontaminiertes Wasser.

Über die überraschende Entdeckung berichtete neben dem Kraftwerksbetreiber auch Präfekturmedien.

NRA billigt Plan zur Einleitung der Gefrierung des Eiswalls: Am heutigen Donnerstag gab die Atomaufsichtsbehörde NRA eine grundsätzliche Genehmigung des von TEPCO vorgelegten Plans zum Beginn des Gefrierungsvorgangs am so genannten Eiswall.

Es besteht die Bereitschaft, noch im Verlaufe dieses Monats die endgültige Starterlaubnis für das Kühlsystem zu geben, wenn das Unternehmen einen angemessenen Notfallplan vorlegen könne und keine Probleme nachzuweisen wären.

Nachdem der Abschluss der Verlegung unterirdischer Leitungen für das Kühlmittel im vergangenen Monat erreicht werden konnte, werden die gesamten Gefrierungsarbeiten  schätzungsweise acht Monate in Anspruch nehmen.

TEPCO will zunächst das küstenseitige Teilstück gefrieren und die Entwicklungen beobachten. Sollte dabei der Grundwasserpegel zu stark abfallen, werde man das Heraufpumpen von Grundwasser an Kontrollbrunnen in der Nähe stoppen.

Sofern keine Probleme auftreten, soll schließlich der Bereich um die Reaktoren 1 bis 4 durch eine unterirdische Barriere aus gefrorenen Bodenschichten abgeriegelt und die Vermischung von kontaminiertem Reaktorwasser und Grundwasser gestoppt werden.

Kritiker befürchten, bei plötzlich abfallendem Grundwasserstand könnten große Mengen an stark radioaktivem Wasser aus den Gebäuden gelangen.

Bei einer erfolgreichen Kombination aus Eiswall und der Verklappung von Grundwasser hofft TEPCO auf eine drastische Reduzierung der täglich anfallenden Abwässer, die in großen Stahltanks eingelagert werden müssen und ein Sicherheitsrisiko darstellen.

Über die positiven Signale der Aufsichtsbehörde an den Kraftwerksbetreiber berichteten NHK und Präfekturmedien.

Google Street View updatet Aufnahmen der Tohoku-Katastrophengebiete: Am gestrigen Mittwoch führte der Internetkonzern Google eine Aktualisierung der Bilder aus Teilen der Präfekturen Fukushima, Iwate und Miyagi durch.

Die Aufnahmen aus 59 Städten, 19 Kleinstädten und vier Dörfern stammen aus dem Zeitraum zwischen Juni 2015 und Januar 2016. Sie dokumentieren den Fortschritt beim Wiederaufbau der Regionen.

So ist etwa das große Fischereischiff, dass vom Tsunami in Kesennuma (Präf. Miyagi) an Land geworfen wurde, mittlerweile demontiert und somit aus den Aufnahmen verschwunden.

Auch Bereiche von Gemeinden, die als Teil des Sperrgebiets bislang ein Bild der Verwüstung boten, sind nach ihrer Freigabe nun in deutlich besserem Zustand zu sehen.

Die Bilder der Google-Kameras machen deutlich, dass der Fortschritt nicht überall mit gleicher Geschwindigkeit verläuft, sind aber ein sichtbares Zeichen für die Bemühungen um die Region. Über die Aktualisierung berichtete die Asahi Shimbun.

Viele Fukushima-Kinder immer noch außerhalb der Präfektur: Fünf Jahre nach den Tohoku-Katastrophen sind immer noch 174.471 der mehr als 470.000 evakuierten Menschen in den drei Präfekturen offiziell evakuiert. Insgesamt 58.948 Evakuierte leben noch in Übergangshäusern, deren Zahl sich auf 28.685 Gebäude beläuft.

Im Fall der Kinder von Fukushima, lebten im April 2012 noch 18.000 von ihnen in Gebieten außerhalb der Präfektur. Die letzten Zahlen vom Oktober 2015 belegen einen Rückgang, der auch auf die Freigabe von Gemeinden zurückgeführt wird, bei denen die Evakuierungsanordnung aufgehoben wurde.

Nun wird offiziell von 10.557 Kindern gesprochen, die weiterhin außerhalb ihrer Heimatpräfektur leben müssen. Für 4.760 von ihnen sind die Rückkehraussichten gering, da sie aus 12 Gemeinden der Küstenregion stammen, die nach der AKW-Katastrophe als Evakuierungsgebiet klassifiziert wurden.

Die Rückkehr von Familien mit Kindern wird als wichtiger Faktor für die Zukunft der Präfektur Fukushima gesehen, um den Bevölkerungsrückgang zu kompensieren. Über diese Zahlen berichteten Kyodo und jiji

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