Fukushima aktuell: Radioaktives Wasser sorgt weiterhin für Probleme

Fukushima aktuell: Radioaktives Wasser sorgt weiterhin für Probleme

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Artikelbild - AKW Fukushima: Schlickzaun am 10. April 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Schlickzaun am 10. April 2011 (Foto: TEPCO)(Symbolfoto: TEPCO)

TEPCO meldet vom AKW Fukushima heute einen weiteren Zwischenfall mit radioaktivem Wasser. Im Gegensatz zur Meldung vom Wochenende ist diesmal das Einfliessen in den Ozean offiziell als wahrscheinlich anerkannt worden. Einzelheiten dieser Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 24. Februar 2015.

Unsere heutigen Themen:

  • Kontaminiertes Regenwasser in Ozean gelangt
  • Bürgerinitiativen führen Kontrollen fort

Kontaminiertes Regenwasser in Ozean gelangt: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Dienstag mitteilte, ist Regenwasser in einer hohen Konzentration mit großer Wahrscheinlichkeit ins offene Meer gelangt.

Das Wasser hatte sich auf dem Dach von Reaktorgebäude 2 angesammelt und sei durch einen Abwasserkanal direkt in das Meer geflossen und nicht etwa in den Hafenbereich.

TEPCO war das Problem seit vergangenem April bekannt, als vergleichsweise hohe Werte an einem Abwasserkanal westlich von Reaktor 2 festgestellt worden waren. Jedoch wurden offenbar keine Maßnahmen gegen einen Austritt in den Ozean getroffen.

Das Unternehmen war auf die Wasseransammlung aufmerksam geworden, nachdem es unmittelbar auf Regenfälle folgend, zu Strahlungsanstiegen im Abwasserkanal gekommen war.

Im vergangenen August waren dort bereits 1.500 Becquerel an Betastrahlern, sowie Konzentrationen von Cäsium-137 in Höhe von 760 Becquerel und Cäsium-134 in Höhe von 250 Becquerel pro Liter nachgewiesen worden.

Die Cäsiumkonzentration im heute gemeldeten Fall lag bei 29.400 Becquerel pro Liter, während die Betastrahler wie etwa Strontium, mit einer Konzentration von 52.000 Becquerel pro Liter nachgewiesen wurden.

Nach Darstellung des Unternehmens habe man im Ozean außerhalb der Hafenbucht bislang keine erhöhten Werte nachgewiesen. Dennoch werde man Sandsäcke mit Zeolith einsetzen, um eine Verbreitung möglicherweise vorhandenen Materials zu verhindern.

Der Vorsitzende eines örtlichen Fischereiverbands erklärte, mit dem heute gemeldeten Zwischenfall wären die bisherigen Sicherheitsbeteuerungen des Unternehmens widerlegt.

Eine Zustimmung seines Verbands zur erbetenen Verklappung von kontaminiertem Wasser nach einer Filterung wird hierdurch unwahrscheinlicher.

Bereits am Sonntag hatte TEPCO einen ähnlichen Fall gemeldet. Dabei sei durch einen anderen Abwasserkanal stark radioaktiv belastetes Wasser in die Hafenbucht des AKW gelangt, jedoch nicht in das Meer hinaus.

Bei diesem ersten Zwischenfall sind sowohl die Quelle des kontaminierten Wassers, als auch die genauen Umstände weiterhin unklar.

Über die Entdeckung berichteten Kyodo, NHK und Präfekturmedien.

Bürgerinitiativen führen Kontrollen fort: Auch fast vier Jahre nach den Tohoku-Katastrophen, der Freigabe von Fukushima-Reis zum Verzehr und der teilweisen Aufhebung von Evakuierungsaufforderungen, besteht bei einigen japanischen Bürgern weiterhin Skepsis im Bezug auf die Gefährdung durch Radioaktivität.

Auch wenn der Bedarf gesunken ist und sich daher Finanzierungsprobleme ergeben, sind private Initiativen wie etwa die im Juli 2012 in Tokyo gegründete Bürgerorganisation „Albireo“, die eigene Lebensmittelkontrollen durchführen, weiterhin aktiv.

Bürger die sich an den Schulungen mit Strahlungsmessgeräten und den Produkttests beteiligen, sind teilweise durch die nachlassende Berichterstattung in den Medien besorgt, so dass sie selbst aktiv werden wollen.

Das auch japanische Medien selektiv berichten ist bekannt. So findet sich etwa im Fall der jüngsten Behauptung, die IAEA habe erneut die Verklappung von Fukushima-Abwässern gefordert, kein Beleg auf der Webseite der Organisation.

Auch eine weitere Initiative, die „Shinjuku-Yoyogi Shimin Sokuteijo“, die sich auf den Nachweis radioaktiver Substanzen in Urin spezialisiert hat, bekommt das nachlassende Interesse und die damit verbundenen finanziellen Probleme zu spüren.

Im Fall dieser Initiative sanken die Anfragen auf einen Fall pro Woche. Bei Albireo ist der Rückgang noch deutlicher, dort gehen pro Monat nur noch ein bis zwei Bitten um Analysen ein.Dennoch wollen beide ihre Arbeit fortsetzen.

Über die Probleme der Bürgerinitiativen berichtete die Asahi Shimbun.

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