Fukushima aktuell: Radioaktives Wasserleck an Entsalzungsanlage

Fukushima aktuell: Radioaktives Wasserleck an Entsalzungsanlage

2050
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Blick auf die Hochdruckpumpe einer Entsalzungsanlage im Juli 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Blick auf die Hochdruckpumpe einer Entsalzungsanlage im Juli 2013 (Foto: TEPCO)

Während die japanische Regierung aus Solidarität mit den Opfern der Anschläge in Paris, wichtige Gebäude, wie den Tokyo Tower in Frankreichs Nationalfarben erstrahlen ließ, kämpfte der Betreiber des AKW Fukushima, heute mit den Folgen eines gestrigen Austritts von radioaktiv belastetem Wasser.

Weitere Fukushima News befassen sich mit den Evakuierten, sowie einer Entlassung. Mehr dazu, was im Zusammenhang mit dem Kernkraftwerk in Japan aktuell von Interesse ist, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 16. November 2015.

Unsere Themen zu Wochenbeginn:

  • Leck an Entsalzungsanlage
  • Informations-App für Fukushima-Flüchtlinge vorgestellt
  • NHK muss entlassene Journalistin entschädigen

Leck an Entsalzungsanlage: Am Sonntag entdeckten Angestellte eines Partnerunternehmens gegen 9:45 Uhr ausgetretenes Wasser an der Hochdruckpumpe auf dem Gelände der Entsalzungsanlage.

Nach einem Stopp der Vorrichtung wurde ein Stopp des Wasseraustritts bestätigt. Das Wasser blieb nach Angaben von TEPCO innerhalb der Barriere und gelangte nicht in die Umwelt. Das Wasser bildete eine Lache von 1x 15 Metern Größe. Insgesamt traten etwa 300 Liter aus.

Die genaue Leckursache wurde am Sonntag noch ermittelt. Als Austrittspunkt des Wassers gilt die Verbindungsleitung an der Wasserpumpe.

Eine Analyse ergab eine Gesamtcäsiumkonzentration von 1610 Becquerel pro Liter und bei Betastrahlern, wie etwa Strontium, von 25.000 Becquerel.

Am heutigen Montag gab TEPCO bekannt, dass man Maßnahmen zur Entfernung des ausgelaufenen Wassers ergriffen habe. Neben dem Kraftwerksbetreiber berichteten auch Präfekturmedien über das Leck.

Bereits im Juli hatte es ein Leck an der Hochdruckpumpe einer Entsalzungsanlage gegeben und im Oktober war durch ein beschädigtes Ventil ebenfalls ein Wasserleck an der Entsalzungsanlage aufgetreten.

Informations-App für Fukushima-Flüchtlinge vorgestellt: Die Präfekturverwaltung stellte am Wochenende eine App für Smartphones und Tablets vor, über die sich geflohene Bürger der Präfektur mit Lokalnachrichten aus 12 Gemeinden versorgen  lassen können.

Zu den angebotenen Informationen der jeweiligen Gemeinde gehören neben Veranstaltungshinweisen auch Angaben zur Neuschaffung von Schulen, die medizinische Versorgung und die Bedingungen für ehrenamtliche Helfer.

Die Anwendung soll für die evakuierten Bürger der Gemeinden auch einen Anreiz zur Rückkehr in ihre alten Häuser darstellen, sobald diese freigegeben sind. Über die Mobilgeräte-App berichtete die Mainichi Shimbun.

NHK muss entlassene Journalistin entschädigen: Am heutigen Montag ordnete ein Gericht in Tokyo die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft NHK an, eine Entschädigungszahlung von etwa 5,1 Millionen Yen an eine französische Journalistin zu zahlen.

Der früheren Mitarbeiterin Emmanuelle Bodin war im Zuge der Fukushima-Krise 2011 aus Japan geflohen und daraufhin von der NHK gekündigt worden. Das Gericht urteilte, es sei nicht richtig, Menschen zu bestrafen, die ihre Sicherheit über ihre Arbeit stellten.

Die Journalistin war einer Empfehlung der französischen Regierung gefolgt, die ihren Staatsbürgern empfohlen hatte, aus dem Großraum Tokyo zu evakuieren. Über das Urteil berichtete die Kyodo.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT