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Fukushima aktuell: Radioaktivität an Lagertanks steigt

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Artikelbild - AKW Fukushima: Strahlungsschutz durch Bleiplatten im erdbebensicheren Hauptgebäude, April 2012 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Strahlungsschutz durch Bleiplatten im erdbebensicheren Hauptgebäude, April 2012 (Foto: TEPCO)

Zum Wochenende meldet der Betreiber des AKW Fukushima heute, dass die Anlage nun ein weiteres Problem hat – die Strahlung im Grenzbereich der Anlage steigt und weist dabei eine Besonderheit auf, welche die Gesundheit der Arbeit anders belasten könnte, als bislang.

Mehr zu diesen Fukushima News sowie weitere Meldungen jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 10. Januar 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Röntgenstrahlung an AKW-Grenze steigt durch Wassertanks an
  • ALPS-Filtersystem neu gestartet
  • TEPCO informiert über Atomexplosions-Hoax
  • Fukushima-Riesentintenfisch ebenfalls Hoax

Umgebungsradioaktivität an AKW-Grenze steigt durch Wassertanks an: Nach Angaben von Experten der Atomaufsichtsbehörde NRA, hat das AKW Fukushima Daiichi nun ein weiteres Problem. Die Radioaktivität an den Grenzen der Kernkraftanlage übersteigt laut NRA derzeit den zulässigen Grenzwert.

Auf das Jahr umgerechnet kommt die Behörde zu dem Schluss, dass die Strahlung dort von weniger als einem Millisievert im März 2013 auf mehr als acht Millisievert im Dezember des selben Jahres gestiegen war.

Da der Maximalwert für die Grenzen des Geländes bei einem Millisievert pro Jahr liegt, wird der zulässige Wert um das achtfache übertroffen.

Trefoil: Radioaktivitäts-Warnsymbol
AKW Fukushima: Strahlung an Anlagengrenze übersteigt zulässigen Wert (Grafik: pd)

Ursache für den Anstieg ist die steigende Anzahl von Lagertanks für radioaktives Wasser auf dem Gelände der Anlage. Zwar gingen vom Wasser selbst nur Betastrahlung aus, die zu gering sei, um durch die Stahltanks zu dringen.

Allerdings würde die Verbindung von Betastrahlung und Metall zum Austritt von stärkerer Röntgenstrahlung aus den Behältern führen.

Gegenwärtig befinden sich etwa 1.000 Lagertanks vor Ort. Wie die NHK meldet, hat die Atomaufsicht NRA für heute ein Treffen anberaumt, um Maßnahmen gegen die Zunahme der Strahlung und für den Schutz der Arbeiter zu treffen.

Man sei sich des Problems schon eine Zeit lang bewusst gewesen, allerdings hätte das kontaminierte Wasser die Experten in Anspruch genommen.

ALPS-Filtersystem neu gestartet: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Freitag mitteilte, ist es dem Unternehmen gelungen,  das Multinuklid-Filtersystem ALPS wieder neu zu starten. Am Dienstag waren alle Einheiten gestoppt worden, nachdem ein Kran des Systems ausgesetzt hatte (Spreadnews berichtete am selben Tag).

Der Elektrizitätskonzern hatte zudem erklären lassen, die Wiederinbetriebnahme des Filtersystems werde voraussichtlich längere Zeit in Anspruch nehmen.

AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Adsorptionsturm der Multinuklid-Filteranlage ALPS am 27. März 2013 (Foto: TEPCO)

Die Anlage selbst war in der Vergangenheit wiederholt von Problemen, Fehlfunktionen und Nachlässigkeiten betroffen. Im jüngsten Fall stellt sich der Ausfall eines der insgesamt vier Motoren des Krans heraus. Die Hebeeinrichtung funktioniert jedoch auch mit den verbleibenden Motoren.

Der fehlerhafte Motor soll zunächst zur Ursachenforschung untersucht und ausgetauscht werden. Der Kran dient dazu, die als  „High Integrity Container” (HIC) bezeichneten Behälter auszutauschen sobald diese gefüllt sind und eingelagert werden müssen. In ihnen befinden sich die bei der Filterung anfallenden Reststoffe.

Das ALPS-Filtersystem gilt aufgrund seiner Möglichkeit, eine große Zahl unterschiedlicher radioaktiver Nuklide zu filtern, als wichtiger Schritt für die Stilllegung der Anlage, erhofft sich der Betreiber TEPCO doch nach ausreichender Filterung und der zusätzlichen Entfernung von Tritium, eine Genehmigung zur Verklappung der angesammelten Abwässer.

TEPCO informiert über Atomexplosions-Hoax: In der vergangenen Woche hatte es international Medienberichte gegeben, die von einem kritischen Zustand der Anlage nach zwei Erdbeben und der Freisetzung von hohen Mengen an Radioaktivität, sowie einer Geheimhaltungsorder des Kreml berichtet hatten.

Die japanischen Medien hatten diesbezüglich keine Berichterstattung und auch Spreadnews hatte sich aufgrund von berechtigten Zweifeln nicht der Meldung angenommen.

Während später bekannt wurde, das es sich um eine Falschmeldung der Webseite „whatdoesitmean.com“ handelte, die für derartige Verschwörungsmeldungen und fragwürdige Berichte bekannt ist, sah sich TEPCO nun veranlasst, selbst eine Erklärung herausgegeben.

Zwar seien die grundlegenden Informationen über Dampfaustritt und hohe Konzentration von radioaktivem Material in Grundwassermessposten richtig – beide Phänomene traten jedoch bereits lange auf, bevor die jetzige Meldung kursierte. Der Dampf wurde bereits seit Juli 2013 gesichtet und die erhöhte Grundwasserkonzentration seit August 2013.

Auch die Meldungen über Erdbeben der Stärke 3,6 und 5,1 am 31. Dezember 2013 sind zwar korrekt – und die japanische Wetterbehörde gab die Stärke sogar mit bis zu 5,4 an – das Beben mit Epizentrum in der Präfektur Ibaraki habe jedoch keinen Einfluss auf die Anlage in Fukushima gehabt.

Die Behauptung, die Erschütterungen seien durch „unterirdische Atomexplosionen“ entstanden, entbehrt nach Angaben von TEPCO jeder Grundlage.

Fukushima-Riesentintenfisch ebenfalls Hoax: Nachdem die Medien zunächst durch die Meldung über angebliche russische Nachrichtensperren und unterirdische Atomexplosionen am AKW Fukushima genarrt wurden, erweist sich nun auch die zweite große Meldung als Hoax.

Internationale Medien hatten von einem gigantischen Tintenfisch berichtet der angeblich an der kalifornischen Küste bei Santa Monica angeschwemmt worden war und teilweise eine Spekulation übernommen, derzufolge die Größe des Tieres auf Mutationen durch die Radioaktivität der Fukushima-Katastrophe zurückzuführen sei.

Tatsächlich stammt das Bild im Original vom Oktober 2013 und zeigt ein Tier, das an einem spanischen Stand angeschwemmt wurde. Die Größe des Tieres beträgt auch lediglich etwa neun Meter und keineswegs über 40, wie jetzt fälschlich berichtet. Quelle der aktuellen Fotomanipulation ist offenbar eine Webseite namens „lightlybraisedturnip.com“, die auch andere satirische Artikel präsentiert.

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