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Fukushima aktuell: Radioaktivität aus Trümmerräumung erreicht Nachbarpräfektur

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Artikelbild - Trümmer auf dem Kraftwerksgelände an den Reaktoren am 21. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
Trümmer auf dem Kraftwerksgelände an den Reaktoren am 21. Mai 2011 (Foto: TEPCO)

Wie im Zusammenhang mit dem AKW Fukushima heute veröffentlicht, ist das Problem der Kontamination durch Räumarbeiten offenbar noch einmal umfassender, als die bislang berichtete Belastung von Reisfeldern. Doch auch die Arbeiter vor Ort haben Schwierigkeiten. Details der Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 31. Juli 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Nachbarpräfektur durch AKW-Arbeiten kontaminiert
  • Weiterer AKW-Arbeiter erleidet Hitzeschlag
  • Kontamination bei AKW-Arbeiter festgestellt
  • Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter

Nachbarpräfektur durch AKW-Arbeiten kontaminiert: Die in diesem Monat veröffentlichten Meldungen über eine weiträumige Ausbreitung radioaktiver Kontamination durch Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi, die auch Reisfelder betraf, hatte bereits für Aufregung gesorgt.

Im weiteren Verlauf wurde dann bekannt, dass die Kontamination durch Räumarbeiten umfassender war, als zunächst gedacht. Jetzt gibt es weitere Erkenntnisse über die Ausbreitung von radioaktivem Material bei den Maßnahmen des Kraftwerksbetreibers.

Nationalstraße 349 durch Marumori, Präfektur Miyagi (Foto: pd)
Nationalstraße 349 durch Marumori, Präfektur Miyagi (Foto: pd)

Ein wissenschaftliches Team stellte bei der Auswertung von Daten seit Dezember 2011 zu insgesamt acht Zeitpunkten einen Anstieg der Luftbelastung über dem Zehnfachen des Normalwerts fest – und zwar in der Ortschaft Marumori, die innerhalb der Nachbarpräfektur Miyagi, uns damit 59 Kilometer vom Kernkraftwerk entfernt liegt.

In sieben der acht Fälle fielen die gestiegenen Belastungen mit Trümmerräumungen an Fukushima-Reaktor 3 zusammen. Das größte Ausmaß an Belastung wurde zwischen dem 16. und 20. August 2013 nachgewiesen, als Werte das 50 bis 100-fache des sonstigen Wertes erreichten. Beinahe zeitgleich begann TEPCO am 19. August mit der Räumung von Trümmern.

Neben diesen sieben Fällen wurde der achte Anstieg zwischen dem 16. und 20. November 2012 nachgewiesen. Damals fanden keine Räumarbeiten statt, allerdings war es zu einem Wassserleck an der Cäsiumfilteranlage gekommen. TEPCO erklärt jedoch, ein derart großer Anstieg wie beim Folgefall im August 2013, sei hierdurch unwahrscheinlich.

Die für den Juli 2014 geplante Demontage eines Schutzmantels an Reaktor 1, um dort umfassende Räumarbeiten durchführen zu können, wurde verschoben, um durch Maßmahmen die erwartete Belastung zu reduzieren. Das berichtete die Asahi Shimbun.

Weiterer AKW-Arbeiter erleidet Hitzschlag: Nach den Arbeiten bei einer Kontaminationskontrolle an Fahrzeugen, stürzte gegen 9:13 Uhr ein Angestellter eines Partnerunternehmens und wurde vom Aufenthaltsraum am Westtor der Anlage in das Notfallzentrum gebracht. Nach der Diagnose eines Hitzschlags erfolgte um 10:45 Uhr die Anforderung eines Krankenwagens.  Wie TEPCO meldet, wies der Patient keine Kontamination auf.

Bereits am Montag war bei ein Kraftwerksarbeiter mit Hitzschlag gemeldet worden.

Kontamination bei AKW-Arbeiter festgestellt: Gegen 11:25 Uhr wurde bei den Kontrollen im Eingangsbereich eines Verwaltungsgebäudes der Anlage, radioaktives Material im Mundbereich eines Beschäftigten nachgewiesen. Da die Möglichkeit einer internen Strahlungsbelastung durch Inkorporation besteht, wurde die Untersuchung mit einem Ganzkörperzähler angeordnet.

Derartige Zwischenfälle ereigneten sich bereits. So wurde etwa Anfang des vergangenen Monats eine, als unbedenklich eingestufte  Gesichtskontamination eines Arbeiters festgestellt.

Aktuelle Angaben zur Strahlungsbelastung der Fukushima-Arbeiter: Am heutigen Donnerstag übermittelte der Kraftwerksbetreiber TEPCO, die aktuellen Angaben zur Zahl der Beschäftigten an der Anlage, sowie zur Höhe der Strahlungsdosis an das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales für den Juni 2014.

Übung zur Messung von Radioaktivität am 8. August (Foto: TEPCO)
KW Fukushima: Übung von Strahlungsmessungen am 6. August 2011 (Foto: TEPCO)

Nach Angaben von TEPCO , waren im Juni 2014 insgesamt 866 Arbeitskräfte für das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi neu eingestellt worden.

Die maximale Strahlungsbelastung der Angestellten lag bei 14,99 Millisievert.

Im Bezug auf die inkorporierte Strahlenbelastung wurden wie zuvor, keine signifikanten Werte festgestellt.

Der nächste Bericht, der sich mit den Strahlungsdaten, mit Stand von Ende Juli befassen wird, soll gegen Ende August  eingereicht werden.

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