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Fukushima aktuell: Radioaktivität bleibt für Region problematisch

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Artikelbild - Region Tohoku (Grafik: pd)
Region Tohoku: Folgen der Fukushima-Katastrophe bleiben Problem (Grafik: pd)

Nicht nur die Bewohner der Präfektur Fukushima würden sich freuen, wären andere Folgen der Tohoku-Katastrophen genauso leicht zu beseitigen, wie die Schäden an der steinernen Mauer der Burg Komine. So haben neben dem Betreiber des AKW Fukushima heute immer noch Umwelt, Flüchtlinge und Unternehmen mit den Auswirkungen der Radioaktivität zu kämpfen.

In den Fukushima News gibt es dafür zahlreiche Beispiele, so auch im Spreadnews Japan-Ticker vom 22. Januar 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Fukushima-Krise spülte große Mengen Cäsium ins Meer
  • NRA beendet aktuelle Untersuchung am AKW Tsuruga
  • Widerstand gegen Tests an potentiellen Lagerstandorten
  • Arbeiten für Hotelbau nahe des Sperrgebiets laufen

Fukushima-Krise spülte große Mengen Cäsium ins Meer: Ein Team von Wissenschaftlern unterschiedlicher Einrichtungen, darunter auch das meteorologische Forschungsinstitut und die Universität Kyoto befassten sich mit den Auswirkungen eines Flusses der Präfekturen Fukushima und Miyagi auf die Meeresbelastung.

Durch die Kernschmelzen und die folgenden Explosionen der betroffenen Reaktorgebäude, wurden große Mengen an radioaktivem Material, darunter Cäsium, freigesetzt. Dieses lagerte sich auf dem Erdboden auf einer Fläche von 5.000 Quadratkilometern ab – und gelangte durch die Auswaschungen starker Stürme zunächst in den Fluss Abukuma.

Die Wissenschaftler untersuchten zwischen Juni 2011 und Mai 2012 an sechs Bereichen des Flusses die Cäsiumkonzentration und stellten dabei fest, dass starke Taifune dazu führten, dass das radioaktive Material durch die Flussmündung in das Meer gespült wurde.

Fluss Abukuma in der Präf. Miyagi (Foto: pd)
Fluss Abukuma in der Präfektur Miyagi (Foto: pd)

Alleine im Zeitraum zwischen dem 19. und 27. September 2011, als Taifun Nr. 15 durch die Region des Abukuma wütete, wurden 6,2 Trillionen Becquerel pro Liter nachgewiesen, die an der Mündung in Iwanuma (Präf. Miyagi)  Meer gelangten. Dies macht 60 Prozent der Gesamtbelastung aus, die während der Dauer von zwölf Monaten gemessen wurden.

Die Gesamtmenge wird auf 10 Trillionen Becquerel geschätzt. Dies entspricht annähernd der Menge, die im selben Zeitraum ohne diese Einflüsse, direkt vom Kraftwerk Fukushima Daiichi ins Meer gelangten, meldet die Asahi Shimbun.

Da das Cäsium jedoch nicht von Lebewesen aufgenommen wurde, sondern im Fluss in feinen Sedimenten enthalten war, dürfte das radioaktive Material aus dem Abukuma keine nennenswerten Auswirkungen auf das Meer und seine Bewohner gehabt haben, erklärte Yosuke Yamashiki, Professor für Umwelttechnik von der Universität Kyoto.

NRA beendet aktuelle Untersuchung am AKW Tsuruga: Am gestrigen Dienstag endete eine zweitägige Untersuchung von drei Mitgliedern der Atomaufsichtsbehörde NRA am AKW Tsuruga (Präf Fukui). Ziel der Untersuchung war es Hinweise auf die Existenz einer aktiven geologischen Verwerfung unter der Anlage zu ermitteln.

Im Mai 2013 war die Behörde zu dem Schluss gekommen, dass die dortige unterirdische Bruchzone aktiv sei. Dies hätte die dauerhafte Stilllegung des Kernkraftwerks zur Folge. Für eine entsprechende Einigung der Experten sind Diskussionen nötig, deren Zeitpunkt jedoch bislang unklar ist, da es zunächst gilt, zusätzliche Daten des Betreibers einzubeziehen.

Auch aufgrund des engen Zeitplans werden zunächst zwei weitere Mitglieder der NRA eigene Untersuchungen durchführen, bevor dann ein Termin für die benötigten Gespräch festgeleg werden könne. Das berichtete die jiji.

Widerstand gegen Tests an potentiellen Lagerstandorten: Vize-Umweltminister Shinji Inoue besuchte drei Ortschaften in der Präfektur Miyagi, die von der Regierung als mögliche Standorte zur Lagerung stark kontaminierter Abfälle wie Verbrennungsasche und Klärschlamm ausgewählt worden, um Erlaubnis für erste Untersuchungen vor Ort zu erhalten.

Die Mission in Kami, Kurihara und Taiwa stand für den Politiker offenbar unter keinem guten Stern.

Rathaus von Kurihara (Foto: pd)
Rathaus von Kurihara, Präfektur Miyagi (Foto: pd)

Hirobumi Inomata, Bürgermeister des Ortes Kami, erklärte, er könne eine derartige Untersuchung nicht billigen, da bereits die Auswahl der Orte klare Mängel aufzeige. Eine Genehmigung von seiner Seite sei erst möglich, wenn das Ministerium ihm die Grundlagen für die Wahl seiner Gemeinde erläutere.

Unter anderem widerspreche die Wahl sogar bislang bekannten Kriterien.

So sollten nach Meldung des Umweltministeriums keine Gebiete als Standort in Betracht kommen, die touristische Sehenswürdigkeiten von mehr als 500.000 Besuchern pro Jahr aufweisen. Ein Berg in der Nähe des Ortes ziehe jedoch mehr als eine Million Besucher pro Jahr an.

Ähnliche Einwände hat auch der Bürgermeister der Stadt Kurihara. Den Plänen der Regierung zufolge, sollen Wasserschutzgebiete und andere Bereiche in der Nähe von Anlagen zur Trinkwassergewinnung ebenfalls ausgenommen werden. Bürgermeister Isamu Sato wies jedoch auf die Gefahr hin, kontaminiertes Wasser könne in ein dortiges Reservoir fließen.

Arbeiten für Hotelbau nahe des Sperrgebiets laufen: Zu den Unternehmen, die aufgrund der Katastrophe am AKW Fukushima Daiichi aufgegeben werden mussten, gehörten neben Einrichtungen der Fischindustrie und der Landwirtschaft auch kleinere Dienstleistungsunternehmen wie Lokale und Gaststätten.

Große Teile des Landkreises Futaba, zu denen Kleinstädte und Ortschaften wie Futaba, Hirono, Namie, und Naraha zählen, liegen innerhalb der 30-Kilometer-Sperrzone, die aufgrund der hohen Radioaktivität geschaffen wurde. Lediglich wenige Teile des Landkreises sind bewohnbar – und dennoch versuchen nun sieben ehemalige Gastwirte dort eine neue Existenz aufzubauen.

Geht es nach den sieben früheren Gaststättenbesitzern, so soll in Hirono, der einzigen Ortschaft der Region, die außerhalb der Sperrzone und in direkter Nachbarschaft zum gesperrten Naraha liegt, ein Hotel entstehen. Am 9. Januar wurde mit einem Shinto-Ritual der Baubeginn gefeiert. Anlass für die Arbeiten war die Bitte einer Vereingung des Gaststätten- und Hotelgewerbes.

Die benötigten 400 Millionen Yen konnten durch Fördermittel einer Organisation aufgebracht werden, die sich um den Wiederaufbau kleinerer und mittelständischer Betriebe kümmert. Die benötigten 100 Millionen für die sonstigen Ausgaben wie Innenausstattung leisteten die sieben künftigen Hotelbesitzer selbst.

Verläuft alles nach Plan, kann bereits im September das Hotel auf dem 3.000 Quadratmeter messenden Grundstück  eröffnet werden. Erste Kunden sollen Arbeiter sein, die im Wiederaufbau tätig sind, sowie frühere Bewohner der Ortschaften, die als Katastrophenflüchtlinge kurze Zeit wieder in die Evakuierungszone zurück dürfen.

Über die Pläne für das Hotel, deren Gründer das Projekt als Signal für den Wiederaufbau verstehen, berichtete die Yomiuri Shimbun.

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