Fukushima aktuell: Rätsel um Alarm an Staubmonitor

Fukushima aktuell: Rätsel um Alarm an Staubmonitor

1321
0
TEILEN
Artikelbild - AKW Fukushima: Luftbelastungsmessposten am Haupttor der Anlage, 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Luftbelastungsmessposten am Haupttor der Anlage, 4. April 2013 (Foto: TEPCO)

Probleme mit einem Staubmonitor beschäftigten die Angestellten am AKW Fukushima heute gleich mehrfach. Unterdessen hält die Regierung in Japan aktuell an der Freigabe von Sperrgebietsgemeinden fest und Wissenschaftler rüsten gegen künftige Naturkatastrophen auf.

Die Details der Fukushima News gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 1. Juni 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Radioaktivitäts-Alarm an Staubmonitor
  • Termine der Evakuierungsaufhebung für drei Gemeinden
  • Moderner Trümmeropfer-Suchroboter entwickelt

Radioaktivitäts-Alarm an Staubmonitor: Am heutigen Mittwoch löste ein Staubmonitor gegen 7:45 Uhr auf der Nordseite des Kraftwerksgeländes einen Alarm aus, der auf steigende Strahlungswerte durch radioaktiven Staub in der Luft hinwies.

Obwohl ein „schwerer Alarm“ ausgelöst wurde, ergab eine Kontrolle des Filters gegen 8:52 Uhr  keine Auffälligkeiten und auch andere Messposten wiesen keine erhöhte Belastung nach.

Ein Zusammenhang mit den gestern begonnenen Arbeiten zur Schutträumung an Reaktor 1 ist nach Angaben von TEPCO unwahrscheinlich. So fanden zu diesem Zeitpunkt keine Arbeiten statt und die Winde bliesen von außen auf das Kraftwerksgelände.

Obwohl es also keine Hinweise auf einen ernsthaften Anstieg gab, wurde um 11:30 Uhr am gleichen Messposten erneut Alarm ausgelöst – doch wiederum ohne einen Hinweis auf einen tatsächlichen Anstieg der Luftbelastung durch radioaktive Partikel.

Die Analyse des Filterpapiers ergab lediglich den Nachweis eines natürlichen Radionuklids (Bismut-214), jedoch keine weiteren Belastungen, die auf Freisetzung von radioaktivem Material hinweisen würden.

Auf der angrenzenden Straße zum Kraftwerk gab es zu diesem Zeitpunkt keinen Verkehr, so dass auch das Aufwirbeln von Straßenstaub nicht zum ungewöhnlichen Verhalten des Messgeräts geführt haben kann.

Über die tatsächliche Ursache für die hohe Alarmstufe des Kontrollpostens machte TEPCO keine Angaben, meldete jedoch, man habe das Gerät nun ausgetauscht und es würden keine ungewöhnlichen Werte mehr festgestellt.

Über den Zwischenfall berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO

Termine der Evakuierungsaufhebung für drei Gemeinden: Die Regierung einigte sich bei einem gestrigen Treffen auf Termine zur Aufhebung der Evakuierungsanordnung für drei Gemeinden der Präfektur Fukushima.

Demnach sollen in Katsurao am 12. Juni, in Kawauchi am 14. Juni und in der Stadt Minamisoma am 12. Juli die Beschränkungen fallen. Allerdings sind derartige Aufhebungen nicht immer mit einer völligen Freigabe gleichzusetzen.

Im Rahmen des Drei-Zonen-Modells werden Gebiete nach der Stärke der dort langfristig bestehenden radioaktiven Belastung klassifiziert.

Dazu gehören Zonen für die bereits Rückkehrvorbereitungen getroffen werden können, da die Aufhebung in naher Zukunft liegt, sowie Gebiete mit eingeschränkten Rückkehraussichten und Zonen, die als langfristig unbewohnbar eingestuft werden.

Diese Gliederung kann auch innerhalb von Gemeinden erfolgen, so dass bestimmte Bezirke oder Viertel von der Regelung ausgenommen werden.

Während für Kawauchi eine völlige Freigabe möglich scheint, wird es insbesondere in Minamisoma weiterhin Gebiete mit schlechten Rückkehraussichten geben. Anlässlich des Treffens erklärte Premierminister Shinzo Abe, nach der Freigabe sei daher eine besondere Unterstützung notwendig.

Über das Treffen und die Termine berichteten Präfekturmedien.

Moderner Trümmeropfer-Suchroboter entwickelt: Forschungsgruppen unter Leitung der Tohoku-Universität haben einen Roboter entwickelt, der im Fall einer Naturkatastrophe die Suche nach Opfern unter eingestürzten Gebäuden erleichtern kann.

Der zehn Meter lange Roboter ist in der Lage sich schlangenartig fortzubewegen und so in Spalten der Gebäudetrümmer vorzudringen. Er verfügt dabei nicht nur über eine Kamera, sondern auch ein besonderes Miniatur-Mikrophon.

Bislang war das Problem bei Robotereinsätzen mit Mikrophonen, dass die technischen Helfer selbst Lärm verursachen und so Klopfsignale oder Hilferufe übertönen.

Doch durch das neue Mikrophon, das aufgrund seiner geringen Größe tiefer in die Trümmer vordringen kann, ist es möglich, menschliche Stimmen deutlicher von Störgeräuschen zu unterscheiden.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT