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Fukushima aktuell: Rätsel um Großleck bleibt ungelöst

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Artikelbild - AKW Fukushima: Folgen des Großlecks im Bereich H6 am 20. Februar 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Folgen des Großlecks im Bereich H6 am 20. Februar 2014 (Foto: TEPCO)

Mit der Resignation bei der Ursachenforschung des zweiten Großlecks, ist zwar ein Problem unelegant aus der Welt geschafft, ein weiterer Zwischenfall am krisengeschüttelten Filtersystem beschäftigt den Betreiber der Anlage in Fukushima heute jedoch erneut.

Diese und weitere Fukushima News nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 27. März 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • TEPCO gibt Lösung des Rätsels um Großleck auf
  • Nach erneutem Stopp nur noch eine ALPS-Einheit aktiv
  • Kranzwischenfall am Abklingbecken von Reaktor 4 geklärt
  • 1.500 Ventile auf Fukushima-Kraftwerksgelände noch nicht gekennzeichnet

TEPCO gibt Lösung des Rätsels um Großleck auf: Kraftwerksbetreiber TEPCO teilten am gestrigen Mittwoch mit, man sei nicht in der Lage gewesen, ausreichend Informationen zu ermitteln, die das zweite Großleck am AKW Fukushima Daiichi hinreichend erklären würden. Daher stelle man die betreffenden Untersuchungen ein.

Bei dem Leck im Februar 2014, das als ernster Störfall (INES 3) eingestuft wurde, waren etwa 100 Tonnen radioaktives Wasser ausgetreten. Weshalb es zu Problemen an Ventilen kam, die einen Lagertank überlaufen liessen, bleibt somit ungeklärt. Über die offenbar finale Entscheidung berichtete die Kyodo.

Zu dem Szenario passt der jetzt durch die Asahi Shimbun bekannt gewordene Umstand, dass bei  1.500 Ventilen keine korrekte Kennzeichnung erfolgt war.

Nach erneutem Stopp nur noch eine ALPS-Einheit aktiv: Wie Kraftwerksbetreiber TEPCO am heutigen Donnerstag mitteilte, musste erneut eine der beiden aktven Einheiten des Multinuklid-Filtersystems gestoppt werden. Die am 25. März gestartete Einheit A wurde heute um 10:28 Uhr wieder gestoppt.

AKW Fukushima: Steuerung des ALPS-Filtersystems am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Steuerung des ALPS-Filtersystems am 4. April 2013 (Foto: TEPCO)

Bei dem Stopp handelt es sich offenbar um eine Vorsichtsmaßnahme, nachdem am Morgen deutliche Eintrübungen des Wassers im System entdeckt worden waren.

Die Einheit A dient der Filterung von Feinpartikeln, bevor das Wasser in andere Einheiten der Anlage zur Filterung radioaktiver Substanzen gepumpt wird.

Da zuvor bereits organisches Material herausgefiltert wurde, hätte das Wasser einen höheren Grad an Klarheit aufweisen müssen.

TEPCO erklärte, man werde die genauen Umstände der Eintrübung ermitteln. Wann die Einheit wieder gestartet wird, ist nach Angaben des Unternehmens unklar. Neben dem Betreiber berichteten jiji und NHK.

Kranzwischenfall am Abklingbecken von Reaktor 4 geklärt: Gestern berichteten wir vom Ausfall eines Krans in Reaktor 4, der sich vor der Bergung von Brennelementen ereignet hatte und zum Halt der Arbeiten führte. Nun äußerte sich der Betreiber TEPCO zum Zwischenfall.

Fukushima-Reaktor 4: Blick auf den Deckenkran (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 4: Blick auf den Deckenkran (Foto: TEPCO)

Offenbar war der ungeplante Stopp des Krans auf die Unachtsamkeit eines Arbeiters zurückzuführen.

Der Untersuchung des Unternehmens zufolge hatte man versucht, die Krananlage bei den Vorbereitungen zur Bergung eines Behälters, trotz angezogener Bremse zu bedienen.

Dieses Vorgehen habe zu einem elektrischen Problem des Motors geführt und den außerplanmäßigen Halt der Hebevorrichtung ausgelöst.

Über den  nun geklärten Hintergrund des Kranproblems berichtete die Kyodo.

1.500 Ventile auf Fukushima-Kraftwerksgelände noch nicht gekennzeichnet: TEPCO hat am AKW Fukushima Daiichi offenbar in 1.500 Fällen noch keine der standardmäßig genutzten Schildchen an Ventilen der Rohrleitungen angebracht,  die eine irrtümliche Bedienung verhindern sollen.

AKW Fukushima: Ventil V346 im Lagertankbereich H6 am 20. Februar 2014 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Ventil V346 im Lagertankbereich H6 am 20. Februar 2014 (Foto: TEPCO)

Auch wenn die Verwendung nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, findet diese Praxis landesweit an Kernkraftwerken Anwendung.

An der Anlage in Fukushima wurde am 21. Oktober 2013 mit der Anbringung dieser Etiketten begonnen. Diese sind standardmäßig nummeriert, um die Fehlleitung radioaktiver Abwässer zu verhindern.

Insgesamt befinden sich 5.000 Ventile auf der Anlage, an denen eine Etikettierung sinnvoll ist. Diese Arbeiten sind jedoch erst an 3.500 Ventilen abgeschlossen und mit einem Abschluss der Arbeiten ist nicht vor Ende Juni 2014 zu rechnen.

Möglicherweise hätte eine ganze Reihe von Lecks und Wasseraustritten durch eine rechtzeitige und akkurate Etiketten verhindert werden können.

Ein TEPCO-Sprecher beantwortete eine entsprechende Anfrage der Asahi Shimbun mit dem Hinweis, die Ventile könnten von den Angestellten auch anhand von Plänen der Rohrleitungen ausreichend identifiziert werden. Die Anbringungen vereinfachen demnach den Ablauf lediglich, indem sie Zeit sparen und Fehler verhindern.

2 KOMMENTARE

  1. Das ist einfach nur Wahnsinn und kein Ende ist in Sicht…
    Das sind die Nachrichten, mit denen Jeder Mensch konfrontiert werden sollte…
    Einfach nur schrecklich!!!

  2. Das ist der absolute Wahnsinn und ich muss mich wundern, dass solche schrecklichen Nachrichten nicht im Fernsehen laufen! Das ist jeden Tag und kein Ende ist in Sicht.
    Jeder Mensch, vorallem diejenigen, die neue Atomkraftwerke bauen wollen, sollten permanent mit den grauenhaften Problemen aus Japan konfrontiert werden!!!

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