Fukushima aktuell: Rätselhafter Rückgang von Schalentieren in Küstenregion

Fukushima aktuell: Rätselhafter Rückgang von Schalentieren in Küstenregion

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Schalentiere auf Markt in Japan (Foto: pd)
Schalentiere auf Markt in Japan (Foto: pd)

Der aus der Präfektur Fukushima heute gemeldete Rückgang der Schalentierpopulation beschäftigt Experten. Unterdessen plant Shunichi Tanaka, Vorsitzender der Atomaufsichtsbehörde, seinen Besuch des AKW Fukushima Daiichi.

Weitere Meldungen, etwa zu radioaktiven Abfällen, beschäftigen uch angrenzende Gebiete. Details der aktuellen Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 4. Februar 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Rückgang von Schalentieren nach Fukushima-Krise
  • Dezentrale Lagerung kontaminierter Abfälle in Ibaraki zugelassen
  • Risiko einiger radioaktiver Abfälle soll zurückgestuft werden

Rückgang von Schalentieren nach Fukushima-Krise: Wie das Nationale Institut für Umweltstudien (NIES) bekannt gab, ist in der Küstenregion südlich des AKW Fukushima Daiichi ein Rückgang des Bestands an wirbellosen Meereslebewesen festzustellen.

Zwischen Mai und Juni 2013 hatten die Forscher an sieben Punkten in den Gezeitenzonen der  Präfekturen Fukushima und Miyagi die Arten und Anzahl der verschiedenen Spezies dokumentiert.

Toshiro Horiguchi, Leiter des NIES erklärte, der Rückgang könne nicht allein auf die Folgen des Tohoku-Erdbebens 2011 und des damit verbundenen Tsunami zurückgeführt werden. Es bestehe die Möglichkeit, das radioaktives Material oder freigesetzte Chemikalien mitverantwortlich seien.

Dies scheint aufgrund der dortigen, südwärts gerichteten Meeresströmung durchaus plausibel. Über diese Einschätzung, die am heutigen Donnerstag vorgestellt wurde, berichteten Präfekturmedien.

Dezentrale Lagerung kontaminierter Abfälle in Ibaraki zugelassen: Das Umweltministerium genehmigte heute die Lagerung von radioaktiv belasteten Abfällen an mehreren Einzelstandorten der Präfektur Ibaraki, statt in einem gemeinsamen Zwischenlager.

Damit entspricht die Regierung dem Wunsch nach dezentraler Abfallagerung in Ibaraki und weicht damit erstmals von seiner Politik der Zwischenlager in fünf Präfekturen ab. Die Regelung sieht eigentlich den Bau entsprechender Lager in Ibaraki, Miyagi, Tochigi, Chiba und Gunma vor.

Nachdem jedoch fast fünf Jahre seit der Kraftwerkskatastrophe der Widerstand der Bevölkerung an den potentiellen Lagerstandorten unverändert hoch zu sein scheint, sieht das Ministerium offenbar derzeit keine andere Alternative.

Bei den Abfällen handelt es sich unter anderem um Klärschlamm, Reisstroh und Verbrennungsasche, die im Zuge der Ereignisse vom März 2011 radioaktiv kontaminiert wurden und Belastungen über 8.000 Becquerel pro Kilogramm aufweisen. Über die Entscheidung berichtete die jiji.

Risiko einiger radioaktiver Abfälle soll zurückgestuft werden: Das Umweltministerium beabsichtigt, einen Teil der radioaktiven Abfälle, die eigentlich eine gesicherte Lagerung erforderlich machen würden, auf normalen landfill sites zu entsorgen.

Schwarze Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Schwarze Säcke mit radioaktiv kontaminiertem Material (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Möglich werden soll dies durch eine Zurückstufung des Gefahrenpotentials. Als Begründung hierfür wird erklärt, im Zeitraum seit der Fukushima-Katastrophe sei das Strahlungsniveau dieser Abfälle hinreichend gesunken.

Grund für diese Neubeurteilung ist offenbar auch die heutige Entscheidung, in der Präfektur Ibaraki eine dezentrale Lagerung an mehreren Standorten zuzulassen.

Im Normalfall müssten Abfälle, die eine Belastung über 8.000 Becquerel pro Kilogramm aufweisen, getrennt von sonstigen Abfällen eingelagert werden. Dies wäre in Zwischenlagern möglich, deren Bau jedoch von den Gemeinden blockiert wird.

In der Präfektur Ibaraki sind etwa 3.500 Tonnen derartiger Abfälle eingelagert. Landesweit sind in 12 Präfekturen insgesamt 170.000 Tonnen vorhanden

Das Umweltministerium erklärte, zumindest bei 70 Prozent der Abfälle in Ibaraki sei die Belastung bereits unter den kritischen Wert von 8.000 Becquerel gesunken. Einer normalen Entsorgung mit sonstigen Abfällen stünde somit nichts mehr im Wege.

Die Beseitigung der kontaminierten Abfälle will das Ministerium übernehmen und zudem die Kosten für das Projek decken. Das berichten NHK und Präfekturmedien.

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