Fukushima aktuell: Rätseln um Wasserstandsschwankung am Tankfloß

Fukushima aktuell: Rätseln um Wasserstandsschwankung am Tankfloß

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Artikelbild - AKW Fukushima: Tankfloß im November 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Tankfloß im November 2011 (Foto: TEPCO)

Wer hätte gedacht, das ein praktisch schon ausgemustertes Arbeitsgerät am AKW Fukushima heute noch einmal von Interesse sein könnte? Die genauen Umstände dieser Fukushima News und weitere Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 17. Februar 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Anstieg des Wasserstands im Mega-Tankfloß
  • Erster Rückblick auf gescheiterte Skorpionroboter-Mission
  • Tropfleck an Pumpe einer ALPS-Einheit
Anstieg des Wasserstands im Mega-Tankfloß

Am gestrigen Donnerstag meldete der Kraftwerksbetreiber TEPCO einen zunächst ungeklärten Anstieg der Wassermenge innerhalb eines Bereichs des Tankfloßes, dass im Hafen des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi vor Anker liegt.

Demnach sei der Ballaststand dort im Vergleich zur letzten Kontrolle vom 19. Januar um etwa 40 Zentimeter gestiegen, so dass er nun auf Höhe des Meeresspiegels befindet. TEPCO ordnete eine Analyse des Ballastwassers an.

Demnach lag die Konzentration von Cäsium-134 unter dem Nachweiswert. Das gleiche gilt auch für die Tritiumkonzentration. Während die Untersuchung auf den Strontiumgehalt noch andauert, wurde Cäsium-137 in Höhe von 2,72 Becquerel pro Liter nachgewiesen.

Gestern veröffentlichte Vergleichswerte mit der letzten Analyse vom 19. September 2015 wurden von TEPCO später in korrigierter Fassung erneut vorgelegt werden.

Waren zuvor Werte von Cäsium-134 in Höhe von 0,72, Strontium in Höhe von 0,38 und Tritium in Höhe von 106 Becquerel pro Liter veröffentlicht worden, hieß es später, in keinem Fall habe man eine Überschreitung des Nachweiswerts festgestellt.

Als mögliche Ursache für den Anstieg des Wasserpegels in diesem einzelnen Bereich des Tankfloßes vermutet das Unternehmen, dass Meerwasser dorthin gelangt sei.

Um diesen möglichen Effekt zu untersuchen, wurde am heutigen Freitag gegen 10:50 Uhr etwas Ballastwasser aus diesem Bereich in einen angrenzenden Abschnitt umgepumpt. Jetzt untersucht TEPCO die weiteren Entwicklungen.

Hintergrund

Die Anforderung des Tankfloßes im April 2011, also noch während der Akutphase der AKW-Krise, war mit großen Hoffnungen verbunden worden. Noch vor dem Kauf durch TEPCO im Januar 2012, diente es dem Unternehmen bereits als Lagermöglichkeit.

Im weiteren Verlauf der Arbeiten wurde die Vorrichtung zunehmend überflüssig und im November 2012 begann man sogar mit dem Abpumpen aus dem Megafloß.

Im September vergangenen Jahres war dann eine Entsorgung des Tankfloßes geplant worden. Als Grund für die Maßnahme wurden Sicherheitsbedenken genannt.

Erster Rückblick auf gescheiterte Skorpionroboter-Mission

Obwohl der gestern durchgeführte Einsatz eines Skorpion-Roboters in Reaktor 2 zum Verlust des Geräts führte, konzentriert sich TEPCO jetzt auf die bislang gewonnenen Erkenntnisse der Mission und versucht die Umstände besser zu verstehen.

Erkenntnisse der Mission

So habe man nun erstmals Daten aus einer Entfernung von wenigen Metern zum Druckbehälter erhalten. Demnach herrscht dort ein Strahlungsniveau von 210 Sievert pro Stunde und eine Temperatur von 16,5 Grad Celsius.

Das Strahlungsniveau reicht somit aus, um einen Menschen innerhalb von zwei Minuten zu töten, liegt aber unter dem Ergebnis der Auswertung von strahlungsbedingten Bildstörungen einer Kameramission. Dort waren Werte von 650 Sievert genannt worden.

Leider waren weder Nahaufnahmen und Dosimeter-Messungen der Klumpen möglich, bei denen es sich vermutlich um zusammengeschmolzene Brennelemente möglich, noch konnten Bilder von der Unterseite des Druckbehälters gemacht werden.

Umstände des Scheiterns.

Auf seinem 7,2 Meter langen Weg zwischen der Außenwand des Sicherheitsbehälters und dessen Mitte kam es dann jedoch bereits nach fünf Metern zu Störungen bei der Kontrolle und der Manövrierfähigkeit.

Da der Roboter eigens auf den Einsatz in Umgebung mit hoher Radioaktivität konzipiert wurde, geht TEPCO offenbar nicht von einem Schaden aufgrund der Strahlung aus. Vielmehr sei womöglich Schutt und Geröll in das Getriebe des Fahrzeugs geraten.

Ein Rückführungsversuch auf leichtgängiges Gelände durch Zug an den Kabeln schlug fehl, so dass man die Verbindung schließlich kappte und den Roboter seinem Schicksal überließ.

Für kommenden Monat ist eine Untersuchung in Reaktor 1 des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi geplant. Über die Mission berichteten heute Mainichi Shimbun und Asahi Shimbun.

Tropfleck an Pumpe einer ALPS-Einheit

Angestellte eines Partnerunternehmens entdeckten heute gegen 14:19 Uhr herabtropfendes Wasser an der Boosterpumpe von System A des Multinuklid-Filtersystems. Daraufhin wurde die Pumpe gestoppt, was auch einen Halt des Austritts zur Folge hatte.

Nach einer genaueren Untersuchung machte TEPCO weitere Angaben. Demnach stammt das Wasser aus der mechanischen Dichtung der Pumpe. Mittlerweile wurden die ausgetretenen zwei Liter Wasser entfernt.

Aufgrund einer entsprechenden Barriere gelangte das Wasser nicht in die Umwelt. Über das Leck berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

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