Start Aktuelles Fukushima aktuell: Reaktor-Scan für Brennelementeortung geplant

Fukushima aktuell: Reaktor-Scan für Brennelementeortung geplant

3260
0
TEILEN
Artikelbild: Offizielles Foto des AKW Fukushima Daiichi (Foto: TEPCO)
Das AKW Fukushima Daiichi: (Foto: TEPCO)

Nachdem auch der 11. Tag dieses Monats für Gedenken und Suchaktionen genutzt wurde, gibt es zur Situation am AKW Fukushima heute neue Meldungen. So beschäftigen sich die Fukushima News unter anderem mit Reaktorscans, Brennelementen und Lebensmittelsicherheit. Details nun im  Spreadnews Japan-Ticker vom 12. Januar 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Myonen-Scan für Brennelementeortung geplant
  • Paralympics könnten in Katastrophenregion ausgetragen werden
  • Weitere Standardverklappung problemlos verlaufen
  • Zweite koreanische Lebensmittelkontrollen in Japan
  • TEPCO will erneuerbare Energien für Fukushima

Myonen-Scan für Brennelementeortung geplant: Nachdem die Bergung von Brennelementen an Reaktor 4 erfolgreich verlief und das dortige Abklingbecken geräumt werden konnte, will Kraftwerksbetreiber TEPCO sich auch den übrigen Reaktoren zuwenden.

Problematisch für die Stilllegungspläne ist allerdings der Umstand, dass es in mehreren Reaktoren zu Kernschmelzen gekommen war und sich die Brennelemente wahrscheinlich zu einer formlosen Masse (Corium) zusammengeschmolzen haben. Die Position innerhalb der Reaktorkonstruktion auszumachen ist extrem schwierig.

In der Vergangenheit war bereits der Vorschlag zur Nutzung von Myonen zur Brennelemente-Lokalisierung aufgekommen. Wie jetzt bekannt wurde, soll im Februar ein erster Test zeigen, ob diese Art von Reaktor-Scan erfolgreich eingesetzt werden kann.

Im Rahmen der Maßnahme soll der Weg von Elementarteilchen (Myonen), die als Teil kosmischer Strahlung auf die Erde treffen, nachvollzogen werden. Da sich diese Teilchen verändern, wenn sie auf Material mit hoher Dichte, wie etwa Uran stoßen, könnte anhand der so gewonnenen Daten ein Computermodell des Reaktors inklusive der Lage errechnet werden.

Von diesen „digitalen Röntgenbildern“ erhofft sich TEPCO besseres Hintergrundwissen für weitere Arbeiten. Hierüber berichteten Präfekturmedien am Samstag unter Berufung auf die Kyodo.

Paralympics könnten in Katastrophenregion ausgetragen  werden: In der Vergangenheit war der Gedanke, die einstige Sportanlage J-Village in Fukushima für die Olympischen Sommerspiele 2020 zu nutzen, bereits aufgegriffen worden. Die dort seit der Kraftwerkskatastrophe untergebrachten AKW-Arbeiter müssten dann den olympischen Athleten weichen.

Am gestrigen Sonntag gab Yoichi Masuzue, Gouverneur der Präfektur Tokyo in einem Interview bekannt, er erwäge außerdem, einige der bereits 1964 für die Sommerspiele genutzten Anlagen in der Tohoku-Katastrophenregion für die Paralympics 2020 einzusetzen.

Sofern sich die Möglichkeit einer weiteren Nutzung bereits existierende Sportanlagen biete, sei dies eine Option die ernsthaft in Betracht gezogen werden müsse. Dabei gelte es die besonderen Erfordernisse zu bedenken, so dass die Meinung der Sportler wichtig wäre. Von den aktuellen Überlegungen berichtete die Kyodo.

Ob die geplante Wiederbelebung der Region durch Sportstätten tatsächlich Anklang finden wird, bleibt abzuwarten. Befürworter der Pläne argumentieren, es ergebe sich die einmalige Gelegenheit durch Ausrichtung der Olympischen Spiele, die Sommerspiele 2020 als Symbol des Wiederaufbaus zu präsentieren.

Weitere Standardverklappung problemlos verlaufen: Am Sonntag wurde am Gelände des Kernkraftwerks Fukushima Daiichi eine weitere Einleitung von Grundwasser aus den Bergen in den Pazifik durchgeführt. Die Gesamtmenge des verklappten Wassers beläuft sich auf 2.120 Tonnen.

Durch die Grundwasserumleitung und Verklappung soll verhindert werden, dass einfließendes Grundwasser unter das Kraftwerksgelände gelangt und dort kontaminiert wird, was eine Einlagerung erforderlich machen würde. Die Maßnahme wird regelmäßig durchgeführt.

Die vom Kraftwerksbetreiber TEPCO erhoffte Erlaubnis, auch Grundwasser direkt vom AKW-Gelände verklappen zu dürfen, steht aufgrund von Sicherheitsbedenken noch aus. Die Verklappung von Fukushima-Grundwasser wird von der IAEA befürwortet.

Zweite koreanische Lebensmittelkontrollen in Japan: Wie das südkoreanische Außenministerium am vergangenen Freitag mitteilte, sollen Lebensmittelkontrolleure des Nachbarstaats in dieser Woche erneut Japan besuchen.

Bei einem ersten Besuch koreanischer Experten im Dezember vergangenen Jahres, hatte man sich einen Eindruck von der Situation am AKW Fukushima Daiichi verschafft und aktuelle Daten zur Meereskontamination angefordert. Einen Tag nach dem Besuch wurde vom AKW ein Leitungsleck gemeldet.

Die am morgigen Dienstag beginnende viertägige Inspektion, soll dagegen den Großmärkten der Küstenregionen der Präfekturen Hokkaido, Aomori und Iwate gelten. Dort wollen sich auch Verteter koreanischer Verbraucherverbände über das Vorgehen bei den Strahlungskontrollen für Meeresprodukte informieren.

Seit September 2013 erhält der Nachbarstaat ein Importverbot aller Fischereiprodukte von acht japanischen Präfekturen aufrecht, darunter Fukushima. Der erneute Besuch soll für die Entscheidung zu einer möglichen Aufhebung von besonderer Bedeutung sein. Das berichten japanische Medien, darunter die Kyodo.

TEPCO will erneuerbare Energien für Fukushima: Bei einem Treffen am Freitag sprachen TEPCO-Präsident Naomi Hirose und Wirtschaftsminister Yoichi Miyazawa über die Zukunft der Energieversorgung in der Präfektur.

TEPCO will demnach die Pläne der Präfektur Fukushima, erneuerbare Energien als Grundlage für den Wiederaufbau nach der Kraftwerkskatastrophe zu nutzen, unterstützen. So werde das Unternehmen eine selten genutzte Umspannstation in der Nähe des AKW renovieren, so dass sie  für Elektrizität aus erneuerbaren Energiequellen der Präfektur genutzt werden kann.

Doch neben TEPCO und dem Wirtschaftsministerium, will sich mit Tohoku Electric auch ein zweiter Energieanbieter beteiligen und so erklärte Unternehmenspräsident Makoto Kaiwa, sein Unternehmen werde dann bevorzugt Energie aus den früheren Evakuierungsgebieten ankaufen.

Wirtschaftsminister Miyazawa erklärte, man werde aus dem Sonderbudget dieses Fiskaljahrs Gelder zur Verfügung stellen, um den Kauf von benötigtem Material, wie elektrische Leitungen und Batterien zu erleichtern. Das berichtete die NHK.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here