Start Aktuelles Fukushima aktuell: Reaktorscan liefert Hinweis auf geschmolzene Brennelemente

Fukushima aktuell: Reaktorscan liefert Hinweis auf geschmolzene Brennelemente

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Artikelbild - Fukushima-Reaktor 2: Myonenscan, veröffentlicht am 26. Mai 2016 (Foto: TEPCO)
Fukushima-Reaktor 2: Kamerabilder widerlegen Ergebnisse von Myonenscan (Foto: TEPCO)

Einen deutlichen Fortschritt und einen ebenso deutlichen Rückschlag muss der Betreiber des AKW Fukushima heute gleichermaßen verarbeiten. Zwischen Reaktorscans und Eiswall-Problemen gehen andere Fukushima News nahezu unter.

Unterdessen streiten sich die Parteien anlässlich der anstehenden Oberhauswahlen im japanischen Parlament über ihre Atompolitik. Einzelheiten zu den Neuigkeiten vom Kernkraftwerk gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. Juni 2016.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Reaktorscans legen Lokalisierung geschmolzener Brennelemente nahe
  • NRA zieht Effektivität von Eiswall erneut in Zweifel
  • Fortschritte und Aufklärung nach Stromausfall

Reaktorscans legen Lokalisierung geschmolzener Brennelemente nahe:  Offenbar ist es dem Betreiber des AKW Fukushima Daiichi gelungen, die Überreste der zusammengeschmolzenen Brennelemente in Reaktor 2 zu lokalisieren.

Anhand der Myonen-Scans  habe man einen großen dunklen Schatten am Boden des Reaktors ausmachen können. Ähnliche Schatten wären auch an den Wänden feststellbar gewesen. Somit sei sehr wahrscheinlich, dass sich eine große Menge des Materials noch im Reaktor befindet.

Es ist das erste Mal, dass eine bildliche Darstellung tatsächlich Aufschluss über den Verbleib der Brennelemente nach der Kernschmelze liefern könnte.

TEPCO hatte nach den am 22. März begonnenen, weiterführenden Myonen-Scans von Reaktor 2 schließlich im Mai von vielversprechende Zwischenergebnissen der Reaktor-Scans gesprochen, jedoch angekündigt, die Maßnahme weiter fortzuführen

Während man im Fall von Reaktor 1 von einer nahezu vollständigen Kernschmelze ausgeht, bei der das Material bis in den Sicherheitsbehälter gelangte, ist der genaue Verbleib in den Reaktoren 2 und 3 bislang noch nicht geklärt.

Die Entdeckungen in Reaktor 2 könnte somit zur Entwicklung von Maßnahmen zur Bergung von Überresten der Brennelemente beitragen. Über die Entdeckung berichtete die NHK.

NRA zieht Effektivität von Eiswall in Zweifel: Die Atomaufsichtsbehörde NRA zieht die Wirksamkeit der unterirdischen Grundwasserbarriere durch Gefrierung des Erdbodens in Zweifel und ändert ihre Einschätzung der Maßnahme.

Obwohl bereits drei Monate seit Beginn des Gefrierungsprozesses vergangen sind, hält sich TEPCO mit Erfolgsmeldungen zurück. Das Unternehmen berichtet lediglich gelegentlich, der Vorgang laufe nach Plan ab und die Temperaturen würden sinken.

Doch die Atomaufsichtsbehörde NRA weist darauf hin, dass sich die Menge an Wasser in den Kontrollposten auf dem Teilstück an der Küstenseite nicht verringert habe.

TEPCO hatte auf die Kritik, der Eiswall sei zu undicht, um wirklich als Wand bezeichnet zu werden reagiert und darauf verwiesen, dass vermutlich die schnelle Fließgeschwindigkeit an einigen Teilen der Anlage den Gefrierungsprozess behindere.

Dies wolle man durch Einspeisung von Zement kompensieren und so die Geschwindigkeit des Durchflusses verringern, um die Gefrierung zu gewährleisten.

Der Aufsichtsbehörde genügt dies jedoch nicht und so hat sich die Haltung gegenüber dem Eiswall-Projekt nun verschlechtert. Die von TEPCO geplante schrittweise Ausweitung wird nicht genehmigt, so lange kein Beleg für die Effektivität der bisherigen Maßnahme vorliegt.

Dies hat auch finanzielle Gründe, denn bereits jetzt kostete der Eiswall 34,5 Milliarden Yen an Staatsgeldern. Über die Vorbehalte berichtete die Mainichi Shimbun.

Kritiker bemängeln, dass derartige Gefrierungsprojekte noch nie in solchem Maßstab durchgeführt wurden und auch nicht auf langfristige Nutzung ausgelegt sind.

Sollte zudem lediglich der Eiswall auf der Landseite erfolgreich gefrieren und die Barriere auf der Küstenseite weiterhin lückenhaft sein, wird ein Austritt bereits angesammelter stark radioaktiver Abwässer aus den Untergeschossen der Turbinengebäude befürchtet.

Fortschritte und Aufklärung nach Stromausfall: Nachdem vorgestern auch das Kühlsystem des Eiswalls von einem Stromausfall betroffen war, suchte TEPCO fieberhaft nach der Ursache und arbeitete an der Wiederherstellung betroffener Vorrichtungen.

Ursache war demnach ein Kurzschluss in einem Einspeisefeld, das vor der Fukushima-Katastrophe offenbar nicht genutzt und daher nicht vollständig kontrolliert worden war.

Das Gerät befindet sich auf der Westseite des Verwaltungsgebäudes eines Partnerunternehmens. Dort hatte es offenbar erhöhte Feuchtigkeitsbildung gegeben, die dann zum Kurzschluss führte.

Um ähnliche Zwischenfälle zu verhindern, erwägt man nun die Nachkontrolle anderer elektrischer Vorrichtungen, die bislang ungenutzt geblieben waren.

Während die Stromversorgung aller Kühleinheiten bereits gestern wiederhergestellt werden konnten, sollen das Pausengebäude für die Arbeiter und zwei Gebäude von Partnerunternehmen heute wieder ans Netz gehen. Das berichten Präfekturmedien.

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