Fukushima aktuell: Reaktorscans belegen umfassende Kernschmelze in Reaktor 2

Fukushima aktuell: Reaktorscans belegen umfassende Kernschmelze in Reaktor 2

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Artikelbild - AKW Fukushima: Anlieferung der Myonen-Scanner im Februar 2015 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Anlieferung von Teilen der Myonen-Scanner im Februar 2015 (Foto: TEPCO)

Eine öffentliche Bestätigung bereits vorhandener Untersuchungsergebnisse und der Versuch, Lebensmittel aus der Präfektur wieder in den Verkauf zu bringen, sind Teil der aus Japan aktuell gemeldeten Fukushima News.

Weitere Meldungen, sowie Einzelheiten der Pläne rund um die Krise von Fukushima, heute im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. September 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn:

  • Milchlieferungen aus Fukushima angekündigt
  • Vollständige Kernschmelze an Reaktor 2 erwartet
  • Namie erwägt Entfernung von Straßensperren

Vollständige Kernschmelze an Reaktor 2 erwartet: Eine Gruppe von Wissenschaftlern, darunter Experten der Universität Nagoya, geht nach Myonen-Scans von Reaktor 2 davon aus, das zwischen 70 und 100 Prozent der Brennelemente im Reaktor geschmolzen sind.

Der Vergleich mit dem intakten Reaktor 5 zeige, dass in Reaktor 2 nur noch geringe Menge an Brennelementen lokalisierbar waren. Erste Hinweise auf eine umfassende Kernschmelze in Reaktor 2 hatten bereits Untersuchungen im März geliefert.

Die Wissenschaftler legten ihre Erkenntnisse am Samstag auf dem Treffen der physikalischen Gesellschaft (JPS) in Osaka vor.

Nach der pannenbehafteten Einführung besserer Scanner erfolgten weitere Untersuchungen. Daher sei davon auszugehen, dass der Großteil des Materials aufgrund der Kernschmelze zu Corium zusammengeschmolzen ist.

Regierung und TEPCO planen weitere Scans unter Einsatz eines neuen Geräts. Das berichteten Kyodo, Asahi Shimbun, NHK und Präfekturmedien.

Die Lokalisierung und Entfernung der geschmolzenen Brennelemente aus den Reaktoren sind der entscheidende Schritt bei der langfristigen Stilllegung der Kraftwerksanlage.

Die Myonen-Scans selbst, bei der freie Elementarteilchen während der Durchdringung des Reaktors gemessen werden, ermöglicht computergenerierte Bilder aus dem Inneren des Reaktors.

Material mit hoher Dichte, wie etwa Uran, führt zur Abweichung der Myonen von ihrer normalen Bahn, was eine Lokalisierung der Brennelemente möglich macht.

Milchlieferungen aus Fukushima angekündigt: Ein Gemeinschaftsbetrieb von fünf Milchbauern plant die Wiederaufnahme der Lieferungen, die im Zuge der AKW-Krise eingestellt worden war.

Möglich wird dies durch den neuen Milchwirtschaftsbetrieb mit 580 Rindern, der am vergangenen Freitag in der Stadt Fukushima eröffnet wurde. Möglich wurde dies durch die Regierungsfördermittel und die Arbeit des Präfekturverbandes der Milchbauern.

Durch Einsatz eines computergesteuerten Systems sollen auf der 3,6 Hektar messenden Nutzfläche ein jährlicher Ertrag von 5.000 Tonnen Rohmilch erzielt werden. Neben der jiji berichteten auch Präfekturmedien über das Projekt, das noch in diesem Jahr anlaufen soll.

Namie erwägt Entfernung von Straßensperren: Die evakuierte Gemeinde Namie erwägt die Entfernung von Sperren an der Nationalstraße 6, die zur Verhinderung von Plünderungen der unbewohnten Gebäude errichtet worden waren.

Straßensperre in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)
Absperrung einer Zonengrenze in der Präfektur Fukushima (Foto: Prof. Haruhiko Okumura cc-by)

Sowohl für zeitweise Besuche, als auch für eine spätere, dauerhafte Rückkehr, stellen die Absperrungen ein Hindernis dar. In der Vergangenheit hatte es bereits Staus und Forderungen nach einer Enfernung gegeben.

Mit der für März 2017 geplanten Freigabe der Ortschaft würden die bereits bestehenden Probleme durch die Sperren, etwa beim Parken von Fahrzeugen, noch zunehmen.

Die Aufrechterhaltung der Sicherheit soll stattdessen durch vermehrten Personaleinsatz vor Ort gewährleistet werden. Über die Erwägungen berichteten Präfekturmedien am Samstag.

In der Vergangenheit hatten Einbrüche in Häuser des Sperrgebiets zu verschärften Sicherheitsmaßnahmen, etwa zur Videoüberwachung evakuierter Gemeinden geführt.

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