Start Aktuelles Fukushima aktuell: Recycling von kontaminiertem Erdreich wieder Thema

Fukushima aktuell: Recycling von kontaminiertem Erdreich wieder Thema

Öffentliche Experimente sollen Vertrauen in künftige Entsorgungspläne stärken

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Artikelbild - Präfektur Fukushima: Nationalstraße 114 durch Namie (Foto: pd)
Umstrittene Reportage: Präfektur Fukushima erwägt Klage gegen Netflix (Symbolfoto: pd)

Die aus Fukushima heute gemeldeten Pläne zur Weiterführung von Experimenten mit Dekontaminationsabfällen könnte jene verärgern, die in der Maßnahme lediglich eine finanziell motivierte Entsorgungskampagne mit geringem Sicherheitsbewusstsein sehen.

Zufrieden zeigt sich in den weiteren Fukushima News dagegen das Industrieministerium, dass mit dem Fortschritt der Arbeiten am AKW Fukushima Daiichi glänzen will. Die Einzelheiten hierzu nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 21. November 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Experiment zur Wiederverwendung von kontaminiertem Erdreich
  • Arbeiten an Fukushima-Reaktor 3 der Presse präsentiert
Experiment zur Wiederverwendung von kontaminiertem Erdreich

Das Umweltministerium gab am heutigen Dienstag bekannt, in der Gemeinde Iitate (Präf. Fukushima) die Wiederverwendung von radioaktiv belastetem Erdreich im Rahmen eines Experiments demonstrieren zu wollen.

Am morgigen Mittwoch will der stellvertretende Umweltminister die Gemeinde besuchen und die Bürger über die Pläne informieren.

Verwendung soll ausschließlich Erdreich mit vergleichsweise geringer Konzentration von radioaktivem Material finden, dass aufgrund von Dekontaminationsarbeiten ohnehin bereits auf dem Gelände der Gemeinde lagert.

Das Recycling kontaminierter Erde in öffentlichen Bauprojekten wie Straßen, ist ein großes Anliegen des Umweltministeriums und so versucht man durch Vorführungen wie in Iitate, das Vertrauen der Bürger für die Maßnahme zu gewinnen.

Dem Umweltministerium schwebt eine kommerzielle Nutzung des Materials innerhalb der Gemeinde vor, wobei für das Baumaterial eine Cäsiumkonzentration von 8.000 Becquerel pro Kilogramm als Grenzwert festgelegt ist.

Ob weitere öffentliche „Vorführungen“ dieser Art folgen sollen, ist noch nicht bekannt. Ein erster Test zur Wiederverwendung in Baumaßnahmen war bereits positiv bewertet worden. Über die Maßnahme berichteten Präfekturmedien.

Arbeiten an Fukushima-Reaktor 3 der Presse präsentiert

Nachdem gestern die fortlaufenden Arbeiten an Reaktor 3 des AKW Fukushima Daiichi thematisiert wurden, gab das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) heute Pressevertretern einen Einblick in die Arbeiten vor Ort

Geht es nach dem Willen des Industrieministeriums, wird nach Abschluss der vorbereitenden Installationsarbeiten in diesem Fiskaljahr, ab kommendem Herbst die Bergung der Brennelemente im Mittelpunkt stehen.

Die im kommenden Jahr anstehende Aufgabe, 566 Brennelemente aus einem Becken zu bergen wird nicht einfach – von Arbeitsaufwand und den Strahlungswerten konnten sich die Journalisten bereits einen Eindruck verschaffen.

So liegt das Obergeschoss in 35 Metern Höhe. Von hier aus müssen die Brennelemente nach ihrer Bergung aus dem Becken für den Abtransport herabgelassen werden.

Aufgrund der Strahlung von 700 Mikrosievert pro Stunde  in der Nähe des Beckens wurde die Aufenthaltsdauer dort zudem auf 15 Minuten beschränkt.

Unterdessen liefen auch am heutigen Dienstag die Arbeiten weiter, um die künftige Bergung unter einem kuppelartigen Schutzmantel zu ermöglichen. Hierdurch soll die Verbreitung von radioaktivem Material während des Transfers verhindert werden.

Über die Präsentation des aktuellen Stands der Maßnahmen an Reaktor 3 berichteten Präfekturmedien.