Fukushima aktuell: Recyling-Projekt für kontaminiertes Erdreich vorgestellt

Fukushima aktuell: Recyling-Projekt für kontaminiertes Erdreich vorgestellt

Vorbehalte gegen künftige Baumaßnahmen sollen gesenkt werden

706
0
TEILEN
Artikelbild - Präfektur Fukushima: Messungen an Dekontaminationsabfällen im November 2014 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Präfektur Fukushima: Messungen an Dekontaminationsabfällen im November 2014 (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Die heftig kritisierte Entscheidung, radioaktiv belastetes Erdreich in Bauprojekten zu verwenden, wurde in den Meldungen über die Entwicklungen in der Präfektur Fukushima heute wieder aktuell. Jetzt will man der diffusen Plänen offenbar ein Gesicht geben.

Details zu diesen Fukushima News gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 18. Mai 2017.

Recyling-Projekt für kontaminiertes Erdreich vorgestellt

Das Umweltministerium erlaubte am gestrigen Mittwoch einen Blick auf das Testgelände im Bezirk Odaka der Stadt Minamisoma. Neben Pressevertretern waren auch der stellvertretende Umweltminister, sowie der Bürgermeister vor Ort.

Der Start des Recycling-Testprojekts für radioaktiv belastetes Erdreich erfolgte bereits im vergangenen Monat. Auf der Anlage werden Möglichkeiten zur weiteren Verarbeitung getestet.

Das Material fällt in großer Menge bei Dekontaminationsarbeiten an und die Wiederverwendung gilt als Alternative zum Transport in ein zentrales Lager. Dass finanzielle Gründe hinter dem Recycling stehen, war in der Vergangenheit kritisiert worden.

Ziel der Tests ist es, durch die richtige Handhabung und Nutzung, die Sicherheit des Erdbodens als Ausgangsmaterial für künftige Baumaßnahmen, etwa im Straßenbau und der Befestigung von Dämmen, gewährleisten zu können.

Bei der Begehung des Geländes konnten die Besucher sich einen Eindruck von den Strahlungskontrollen am gelieferten Erdreich, der Entfernung von Fremdstoffen und dem Einsatz an einem großen Testmodell, verschaffen.

Während der Arbeiten soll Erdreich mit einer Cäsiumkonzentration bis zu 3.000 Becquerel pro Kilogramm in einer 20m x 80m messenden Aufschüttung mit einer Höhe von fünf Metern eingesetzt werden.

Derartige Strukturen könnten als Fundamente für den Bau von Straßen und Dämmen dienen. Sollte sich der Einsatz in der Präfektur Fukushima bewähren, könnte das Projekt auch in anderen Präfekturen genutzt werden.

Der wichtigste Punkt ist jedoch, das Vertrauen der Bürger zu gewinnen. Diese stehen dem Einsatz von radioaktiv kontaminiertem Baumaterial skeptisch bis ablehnend gegenüber.

Bislang fielen durch die Dekontaminationsmaßnahmen 16 Millionen Kubikmeter an Erdreich an. Vor dem Abtransport in ein langfristiges Zwischenlager, wird es provisorisch auf öffentlichen Flächen und Privatgrundstücken gelagert.

Über die Präsentation des Recycling-Projekts für die Öffentlichkeit berichteten die Asahi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

Im Jahr 2012 waren bereits illegale Baumaßnahmen mit kontaminiertem Material entdeckt und 2016 die Verwendung von Erdreich in Straßenbauprojekten thematisiert worden.

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT