Fukushima aktuell: Regenwasser lässt Abwasserleitung überlaufen

Fukushima aktuell: Regenwasser lässt Abwasserleitung überlaufen

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Artikelbild - AKW Fukushima: Überlaufendes Regenwasser an Abwasserleitung K, 7. September 2015 (Video: TEPCO)
AKW Fukushima: Überlaufendes Regenwasser an Abwasserleitung K, 7. September 2015 (Video: TEPCO)

Trotz zusätzlicher Sicherheitsmaßnahmen kam es am AKW Fukushima heute erneut zu Problemen aufgrund heftiger Regenfälle. In der gleichnamigen Präfektur sorgt dagegen die Überschreitung eines Lebensmittelgrenzwerts für Aufsehen.

Weitere Fukushima News und zu dem, was in Japan aktuell geschieht, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. September 2015.

Unsere Themen zum Wochenbeginn im Überblick:

  • Regenwasser lässt Abwasserleitung überlaufen
  • Lebensmittelgrenzwert bei Fukushima-Fisch überschritten
  • Sperrgebietsgemeinde Naraha freigegeben
  • Wetterwarnung für Region Tohoku

Regenwasser lässt Abwasserleitung überlaufen: Aufnahmen einer Überwachungskamera an der Abwasserleitung K des AKW Fukushima Daiichi zeigten am heutigen Montag, dass es trotz der Erhöhung der Sicherheitsbarriere an der Leitung aufgrund der Regenfälle zwischen 2:54 Uhr und 4:06 Uhr zum Überlaufen kam.

Als Reaktion darauf wurde das gesamte verbliebene Wasser in die Abwasserleitung C umgeleitet, so dass es in den Hafenbereich einfließen konnte. Trotz des Überlaufens sei das Regenwasser nicht ins offene Meer gelangt.

Angaben über den Grad an radioaktiver Belastung des Wassers gab es von Unternehmensseite zunächst nicht. Über die offenbar erneute Überforderung der Pumpe berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Lebensmittelgrenzwert bei Fukushima-Fisch überschritten: Am Samstag teilte die Präfekturverwaltung Fukushima mit, dass bei Proben der Fischart Ayu eine Überschreitung des zulässigen Grenzwerts festgestellt wurde.

Die Probe wies eine Cäsiumbelastung von 110 Becquerel pro Kilogramm auf. Das liegt zehn Becquerel über dem nationalen Grenzwert für Lebensmittel. Die Fische stammen aus dem Fluss Abukuma.

Die Fischer wurden bereits angewiesen den Fischfang einzustellen und keine Produkte aus dem Fluss mehr in den Handel zu bringen. Über die Verletzung der Strahlungsgrenzwerte berichteten Präfekturmedien.

Evakuierungsanordnung für Naraha aufgehoben: In der Nacht zum Samstag hob die japanische Regierung die Evakuierungsanordnung für die Sperrgebietsgemeinde Naraha auf.

Es ist die dritte Gemeinde, die innerhalb des 20 Kilometer messenden Sperrgebiets um das Kernkraftwerk Fukushima Daiichi liegt und nach Dekontaminationsarbeiten freigegeben wird. Anders als bei den beiden anderen Gemeinden betrifft die Freigabe den größten Teil der Ortschaft.

Anlässlich der Aufhebung fand eine Kerzenzeremonie, sowie eine Baumpflanzung statt, an der neben 200 Personen auch Bürgermeister Yukiei Matsumoto teilnahm.

Wie viele der einst 7.468 Bürger tatsächlich zurückkehren werden ist ungewiss, denn selbst wenn Elektrizität und Wasserversorgung wieder zur Verfügung stehen, ist es auch die Infrastrukturschwäche, die potentielle Rückkehrer abhält.

Tatsächlich haben sich, seit Beginn der Registrierungsmöglichkeit im April diesen Jahres lediglich etwa 780 Personen, also weniger als ein Prozent der früheren Bewohner, als Rückkehrer angemeldet.

Aus diesem Grund soll die Wiederinbetriebnahme von Kliniken und Supermärkten vorangetrieben. Ein Supermarkt liefert seit Juli bereits kostenlos und die Strecke am Bahnhof Tatsuta steht zumindest teilweise wieder zur Verfügung.

Um den Ängsten vor Radioaktivität zu begegnen, erhalten die Rückkehrer nicht nur Dosimeter, sondern eine kontinuierliche 24-Stunden-Überwachung einer Wasserfilteranlage.

Zusätzlich können besorgte Haushalte auch ihr Leitungswasser prüfen lassen. Diese Maßnahmen sollen den Rückkehrwillen der Bürger fördern.

Bislang waren lediglich die Stadt Tamura (seit April 2014 freigegeben) und die Ortschaft Kawauchi (seit Oktober 2014 freigegeben) wieder teilweise zugänglich gemacht worden.

Die Aufhebung weiterer Evakuierungsanordnungen ist für Frühjahr kommenden Jahres erwartet. Insgesamt sieben Gemeinden waren im Zuge der Fukushima-Katastrophe vollständig evakuiert worden.

Gegenwärtig sind noch etwa 70.000 Menschen in neun Gemeinden von der Sperrung betroffen. Über die Freigabe berichteten praktisch alle japanischen Medien, darunter auch Kyodo, jiji, NHK und Präfekturmedien.

Wetterwarnung für Region Tohoku: Die japanische Wetterbehörde warnte am Sonntag für Ostjapan vor Unwettern. Aufgrund schwerer Regenfälle und Gewitter müsse mit Überschwemmungen und Erdrutschen gerechnet werden.

Voraussichtlich gilt die Wetterwarnung für die gesamte Woche. Über die Warnung berichteten Präfekturmedien.

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