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Fukushima aktuell: Regierung forciert Zwischenlagerpläne

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Artikelbild: Zugang zur Sperrzone (Foto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)
Zugang zum Sperrgebiet in Fukushima (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura, cc-by)

Japans Medien begeistern sich für den Fund einer pollenfreien Zypressen-Art. Angesichts der Tatsache, das Pollenallergie dort nahezu eine Volkskrankheit darstellt, sicher bemerkenswert.

Nicht weniger von Interesse dürften die Ereignisse sein, die aus der Präfektur Fukushima heute gemeldet werden – neben Problemen am Kraftwerk, gibt es dort auch andere Ereignisse. Detaillierte Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 11. Dezember 2013.

Unsere heutigen Themen:

  • Minister werben für Zwischenlagerstandorte
  • Leck am sekundären Kühlsystem
  • TEPCO will kommende Woche Reaktorschicksal bekannt geben
  • Ein Schwerverletzter bei Dekontaminationsarbeiten

Minister werben für Zwischenlagerstandorte: Die Minister für Umwelt und Wiederaufbau planen für Samstag einen Besuch der Präfektur Fukushima, um bei den dortigen Behörden für die Akzeptanz von Zwischenlagern auf ihrem Gebiet zu werben. Neben einem Gespräch mit dem Gouverneur der Präfektur, Yuhei Sato, werden auch die Bürgermeister von drei Gemeinden einbezogen.

AKW Fukushima: Dekontamination von Grasflächen (Foto: TEPCO)
Lagerungsprobleme: Bei Dekontamination anfallendes Erdreich (Symbolfoto: TEPCO)

Bei den drei Gemeinden handelt es sich um die Ortschaften Futaba, Naraha und Okuma, die aufgrund ihrer räumlichen Nähe zum AKW Fukushima Daiichi als Wunschkandidaten der Regierung für die Errichtung von Zwischenlagern für Material gelten, das bei Dekontaminationsarbeiten anfällt.

Die Bürgermeister hatten die von Experten bescheinigte Eignung der Ortschaften akzeptiert.

Teile der Gemeinden liegen innerhalb der Sperrzone, die als langfristig unbewohnbar gilt.

Das radioaktiv kontaminierte Material soll in den fertigen Anlagen  für 30 Jahre gelagert werden, bis das Material außerhalb der Präfekturgrenzen entsorgt werden könne.  Allerdings soll auch an anderer Stelle zur Bewältigung der anfallenden Abfälle beigetragen werden.

So wünscht sich das Umweltministerium von der Gemeinde Tomioka eine Erlaubnis zur lokalen Entsorgung von radioaktiv kontaminierte Asche, mit Werten bis zu maximal 100.000 Becquerel pro Kilogramm, sowie von Klärschlamm. Die Substanzen fallen bei der Verbrennung von Trümmern und der Reinigung von Gebäuden an.

Bis die erhoffte Zustimmung der Ortsverwaltungen erfolgt, könnte jedoch noch einige Zeit ins Land gehen – möglicherweise noch über den anvisierten Einigungstermin vom Januar 2015 hinaus.  Einige Verwaltung machen ihre Entscheidung von der Zustimmung der Bevölkerung abhängig, so dass noch entsprechende Überzeugungsarbeit geleistet werden muss.

Die bereits erfolgte Anerkennung der Eignung als Lagerstätte, bedeutet noch keine Zustimmung zum Bau derselben.

Das Umweltministerium hat sich derweil bereits zum Kauf von 18 Quadratkilometern Land auf dem Gelände der Gemeinden entschlossen.

Japan: Japanische Yen-Banknoten (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Umweltministerium will potentielle Standorte erwerben. (Symbolfoto: pd)

Nach Berechnung von Experten sind zwischen drei bis fünf Quadratkilometer Fläche notwendig, um etwa 15 bis 28 Millionen Kubikmeter an radioaktiven Trümmern einzulagern.

Das Ministerium geht nach eigenen Angaben für das Fiskaljahr 2014 von Projektkosten in Höhe von 100 Milliarden Yen aus. Diese Summe deckt dabei lediglich die Kaufsumme ab. Schätzungsweise  eine Trillion Yen sind für Bau und Betrieb der Lagerstätten erforderlich. Im Fiskaljahr 2013 waren bereits 14,6 Milliarden Yen für die Bodenuntersuchungen kalkuliert worden.

Über die finanziellen Aspekte berichteten Asahi Shimbun und NHK.

Leck am sekundären Kühlsystem: Am heutigen Mittwoch entdeckte ein Angestellter gegen 10:20 Uhr, dass am sekundären Kühlsystem für das Abklingbecken von Reaktor 3, gefiltertes Wasser aus dem Verbindungsstück eines biegsamen Schlauchs drang.

Die Leckstelle stellt die Verbindung zwischen dem Ansaugventil des Wärmetauschers und dem Wärmetauscher selbst dar. Das Wasser trat nach Angaben von TEPCO zunächst mit einer Geschwindigkeit von einem Tropfen alle fünf Sekunden aus.

Das Wasser breitete sich in einem Bereich von etwa 50 x 40 Zentimetern aus und versickerte dort im Boden. Nachdem das System A um 11:05 Uhr von der übrigen Anlage getrennt wurde, trat auch kein Wasseraustritt mehr auf. Die Kühlung des Abklingbeckens sei durch den Zwischenfall nicht beeinträchtigt worden, da das alternative Kühlsystem B störungsfrei laufe.

Gegenwärtig untersuche man die Umstände vor Ort um die möglichen Ursachen für das tropfende Leck ermitteln zu können.

TEPCO will kommende Woche Reaktorschicksal bekannt geben: Kraftwerksbetreiber TEPCO will im Verlauf der kommenden Woche eine endgültige Entscheidung über das Schicksal der Reaktoren 5 und 6 des AKW Fukushima Daiichi bekanntgeben.

Der Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)
Der Fukushima-Reaktor 5 am 15. September 2011 (Foto: TEPCO)

Es ist geplant, die beiden Reaktoren, in Forschungseinrichtungen umzuwandeln. Einen Abriss der Gebäude wird es daher nicht geben.

Zuvor hatten sowohl örtliche Behörden als auch Premierminister Shinzo Abe eine Stilllegung der Reaktoren gefordert.

Waren beim Tsunami des Tohoku-Erdbebens 2011 dem Schicksal einer Kernschmelze entgangen, da sie zum Zeitpunkt des Unglücks aufgrund von Routinekontrollen heruntergefahren waren.

Über die aktuellen Absichten berichtete die Kyodo unter Berufung auf Regierungsquellen.

Ein Schwerverletzter bei Dekontaminationsarbeiten: Bereits am Montag rutschte ein 23 Jahre alter Mann gegen 9:05 Uhr bei Dekontaminationsarbeiten aus und stürzte von einem Dach. Bei dem Unfall erlitt er einen Genickbruch und ist in kritischem Zustand. Dies berichtete heute eine Lokalzeitung.

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