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Fukushima aktuell: Regierung plant Dekontamination stark belasteter Gebiete

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Artikelbild - Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)
Fukushima: Dekontamination von Bäumen durch Hochdruckreiniger (Foto: Juni 2012, TEPCO)

Wie Bürgermeister der geplanten Lagerstandorte in Fukushima heute erfuhren, will die Regierung nicht nur finanzielle Mittel nutzen. Am Kernkraftwerk wird unterdessen an der Zukunft eines Filtersystems gearbeitet. Die Fukushima News jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. August 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • Dekontamination künftiger Lagerstandorte geplant
  • Informationen zur Planung des neues ALPS-Filtersystems

Dekontamination künftiger Lagerstandorte geplant: Wie Takumi Nemoto, Minister für Wiederaufbau heute bei einem Treffen in Koriyama (Präf. Fukushima) erklärte, erwägt die japanische Regierung auch in stark radioaktiv kontaminierten Bereichen der Ortschaften Futaba und Okuma, Dekontaminationsarbeiten durchzuführen. Dies sei Teil des Plans zur Revitalisierung beider Gemeinden, die zum Großteil noch als Sperrgebiet gelten.

Diese Ankündigung kommt somit einen Tag, nachdem die Präfekturverwaltung ihr inoffizielles Einverständnis zur Schaffung von Zwischenlagern für Dekontaminationsabfälle wie radioaktiv belastetes Erdreich und Laub auf dem Gelände der Gemeinden Futaba und Okuma gegeben hatte. Eine offizielle Bekanntgabe wird für den morgigen Freitag erwartet.

Wie Nemoto bei einem Treffen mit den Bürgermeistern der künftigen Lagerstandorte erklärte, sollen die Maßnahmen vor allem in Gebieten erfolgen, die für ein Wiederaufleben der Gemeinden von besonderer Bedeutung sind. Zumindest die Verwaltung von  Okuma zeigte sich nach Darstellung der jiji nach der Bekanntgabe optimistisch.

Informationen zur Planung des neues ALPS-Filtersystems: Bereits gestern berichteten wir an dieser Stelle über die Genehmigung zum Testbetrieb der verbesserten ALPS-Anlage, die Kraftwerksbetreiber TEPCO von der Atomaufsichtsbehörde NRA erteilt wurde. Jetzt liefern mehrere japanische Medien die Einzelheiten.

Zunächst soll ab kommenden Monat testweise ein zusätzliches Filtersystem geschaffen werden. Nach Ansicht der NRA hat TEPCO zu diesem Zweck ausreichend Maßnahmen gegen Lecks getroffen. Dann soll eine Hochleistungsanlage folgen, welche die modernere Version des ALPS darstellt.

Das derzeitige Multinuklid-Filtersystem reduziert die Konzentration von 62 Radionukliden, kann sie jedoch nicht gänzlich aus dem Wasser filtern. Die Filterung von Tritium ist derzeit praktisch nicht möglich. Da das Wasser trotz der Filterung in Lagertanks gepumpt werden muss, stellt das ALPS bislang lediglich eine Sicherheitsmaßnahme dar, da im Fall eines Lecks eine geringere Umgebungskontamination auftritt.

Insbesondere die Lagerung noch ungefilterter Abwässer stellt ein Problem dar. Durch eine Reaktion des Wassers mit den Metallbehältern entsteht so genannte Bremsstrahlung, die das Strahlungsniveau im Bereich der Tanks erhöht. Die Lagertanks gefährden die Gesundheit der AKW-Arbeiter. Eine bessere Filterung könnte diesen Risikofaktor zumindest verringern.

Mit Stand vom Dienstag sind derzeit 367.000 Tonnen stark kontaminiertes Wasser auf dem Kraftwerksgeländer gelagert, die noch gefiltert werden müssen und täglich gelangen 400 Tonnen an Grundwasser in die Untergeschosse von Reaktorgebäuden, so dass weiteres radioaktives Abwasser entsteht, das Lagerung und Filterung bedarf.

Die Gesamtleistung aller drei Systeme, deren Komplettbetrieb für Dezember erwartet wird, soll eine tägliche Filterung von 2.000 Tonnen an radioaktiv belastetem Wasser ermöglichen. Ob diese Konstellation einen stabilen Betrieb gewährleisten kann muss sich anschließend zeigen. Über die Pläne berichtete nun auch Asahi Shimbun und NHK.

3 KOMMENTARE

  1. Hallo!
    Wo sich hier auf diesem Blog alles um Fukushima, Atomenergie und Kontamination dreht, dachte ich mir, ich verlinke mal auf eine interessante Diskussion um die Endlagersuche. Wäre schön, wenn sich an der noch ein paar Leute mehr beteiligen würden und ernsthafte Vorschläge zu machen hätten (also nicht die Fässer mit Atommüll der Kanzlerin beim Reichstag vor die Füße knallen – das ist zwar irgendwo nachvollziehbar, bringt uns einer echten Lösung dieses Problems aber keinen Schritt weiter).
    Und stimmt es, dass belasteter Fisch und belasteter Reis aus der Gegend um Fukushima herum bereits nach Europa geliefert wurde??? Irgendwo habe ich das mal gehört.
    Grüße
    Uwe

    • Hallo Uwe,

      die einzige uns bekannte Lieferung kontaminierter Lebensmittel aus Japan nach Europa erfolgte unmittelbar nach der Katastrophe, im Juni 2011. Bei dem Produkt handelte es sich um eine Lieferung von 135 Kilogramm Grüner Tee aus der Präfektur Shizuoka, der bei Kontrollen am Flughafen Charles de Gaulle in Paris (Frankreich) sichergestellt wurde.

      Reislieferungen aus der Präfektur Fukushima nach Europa sind uns nicht bekannt.

  2. der gesamte Atommüll mit tausenden Tonnen verstrahlter Dinge trifftete in Richtung USA und sollte im Mai 2014 dort an den küsten erwartet werden. seitdem hört man nix mehr. ist der Dreck umgekehrt, oder gibt es die totale pressesperre? wer weiß was?

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