Start Aktuelles Fukushima aktuell: Regierung plant erstmals Stützpunkt für Wiederaufbau

Fukushima aktuell: Regierung plant erstmals Stützpunkt für Wiederaufbau

Außenposten für Wiederaufbau in Futaba geplant

1399
0
TEILEN
Artikelbild - Präfektur Fukushima: Zugangsbeschränkung für autorisierte Fahrzeuge im Sperrgebiet (Foto; Copyright by Andreas Teichert/DTRG e.V.)
Sperrgebiet: Warnhinweis für Fahrzeuge (Foto: Copyright by Andreas Teichert, DTRG e.V.)

Pläne der Regierung und ein Recycling-Projekt sind in der Berichterstattung über Fukushima heute dominierend, jedoch gibt es auch eine kleine Meldung vom gleichnamigen AKW.

Einzelheiten zu den Fukushima News gibt es natürlich im Spreadnews Japan-Ticker vom 15. September 2017.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Außenposten für Wiederaufbau in Futaba geplant
  • Recycling-Projekt für kontaminiertes Erdreich zugänglich gemacht
  • Geringe Schwankung der Analysewerte eines Grundwasserkontrollpostens
Außenposten für Wiederaufbau in Futaba geplant

Die Regierung in Tokyo kann nicht länger ausschließlich zentralistisch arbeiten, sondern muss für die Wiederbelebung der Präfektur Fukushima offenbar in Zukunft stärker vor Ort aktiv sein.

Zu diesem Zweck soll ein 560 Hektar messendes Grundstück am Bahnhof der Sperrgebietsgemeinde Futaba gewissermaßen als Außenposten für den Wiederaufbau dienen. Angesichts der Situation von Futaba scheint dies auch angebracht.

Fast secheinshalb Jahre nach der AKW-Krise gehört ein Großteil der Gemeinde aufgrund der hohen Radioaktivität immer noch zum Sperrgebiet und bislang wurden noch keine Maßnahmen zum Wiederaufbau getroffen.

Doch nach juristischen Änderungen im Mai ist die Regierung in Tokyo nun verantwortlich  für die Revitalisierung und so beantragte die Gemeindeverwaltung im Ende August die Einrichtung eines solchen Standorts für künftige Arbeiten.

Nun sollen im Gebiet dieses Außenpostens umfassende Dekontaminationsarbeiten durchgeführt werden, so dass bis Ende des Fiskaljahrs 2019 zumindest der unmittelbare Bereich um den Bahnhof eine Durchfahrt und kurze Aufenthalte ermöglichen werden.

Bis zum Frühjahr 2022 soll für das gesamte Gebiet dieses Wiederaufbaupostens die Evakuierungsanordnung aufgehoben werden. Wie umfangreich die notwendigen Arbeiten sind zeigt sich daran, dass dieses Gebiet fast zehn Prozent der Gemeinde ausmacht.

Angesichts des Umstands, dass in Futaba aber auch ein Teil des Zwischenlagers für radioaktiv belastete Dekontaminationsabfälle entsteht, könnten die übrigen Pläne der Regierung am Misstrauen der einstigen Einwohner scheitern.

Ob es tatsächlich gelingen wird bis 2027 mindestens 1.400 der früheren Bewohner zur Rückkehr bewegen zu können, bleibt somit abzuwarten. Zunächst sollen jedoch bis Ende des Fiskaljahrs 2019 etwa 600 Unterkünfte für externe Arbeitskräfte, wie etwa AKW-Arbeiter entstehen.

Sollte das Projekt in Futaba Erfolge zeigen und die Umgebungsradioaktivität deutlich gesenkt werden, ist mit Anträgen weiterer Gemeinden, die noch über gesperrte Areale verfügen, zu rechnen.

Futaba ist bislang die erste von insgesamt sieben Gemeinden, auf deren Gebiet solche Stützpunkte möglich wären. Zu den übrigen Städten und Ortschaften gehören unter anderem auch Okuma, Tomioka und Iitate. Über die Maßnahme berichteten die Asahi Shimbun, sowie Präfekturmedien.

Recycling-Projekt für kontaminiertes Erdreich zugänglich gemacht

Nach dem Start eines Recyling Projekts für kontaminiertes Erdreich im April diesen Jahres und der offiziellen Vorstellung im Folgemonat, wurde Anfang diesen Monats die Aufschüttung in Minamisoma abgeschlossen.

Jetzt machte das Umweltministerium das Gelände für die Öffentlichkeit zugänglich, so dass man sich vor Ort einen Eindruck von der Anlage machen kann.

Auf einer Strecke von 54,5 Metern Länge wurde radioaktiv kontaminiertes Erdreich bis zu einer Höhe von 2,5 Metern aufgeschüttet. Der so entstandene Wall hat eine Breite von 20 Metern. Derartige Aufschüttungen könnten etwa beim Straßenbau zum Einsatz kommen.

Natürlich ist der Strahlungsschutz eine wichtige Frage. Offiziell darf die Belastung der verwendeten Dekontaminationsabfälle nicht über 8.000 Becquerel pro Kilogramm liegen. Nach Angaben der Ministeriums wurden die Vorgaben sogar unterschritten.

So weisen 700 der insgesamt 4.000 Tonnen des genutzten Materials sogar eine Belastung unter 3.000 Becquerel pro Kilogramm auf. Zudem wird das kontaminierte Erdreich durch eine äußere Erdschicht nach außen gesichert.

Dennoch ist das Misstrauen gegenüber den Plänen, Dekontaminationsabfälle einfach in Straßenbau und Dammerrichtungen verschwinden zu lassen, bei örtlichen Verwaltungen und Bürgern weiterhin hoch. Das berichten Präfekturmedien.

Insbesondere der Umstand, dass eine finanzielle Motivation des Recyclings bekannt wurde, dürfte nicht zur Akzeptanz der Maßnahme beitragen.

Geringe Schwankung der Analysewerte eines Grundwasserkontrollpostens

Wie aus den gestrigen Analyseergebnissen von Wasserproben aus einem Kontrollposten hervorgeht, konnte ein leichter Anstieg gegenüber vorigen Messungen nachgewiesen werden – jedoch nicht in signifikantem Ausmaß.

Um sicher zu gehen, wurde eine zweite Analyse durchgeführt und mit Werten aus der unmittelbaren Umgebung abgeglichen. Dabei wurden keine nennenswerten Abweichungen mehr festgestellt. Über den Nachweis berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.