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Fukushima aktuell: Regierung und TEPCO fechten Urteil an

TEPCO und Regierung verweigern Entschädigungszahlung

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Artikelbild - Symbol für Justiz und Gerechtigkeit (Grafik: pd)
Regierung und TEPCO fechten Urteil an. (Grafik: pd)

Die Entscheidung von Regierung und TEPCO, gegen ein verhängtes Urteil nun Berufung einzulegen, dürfte bei Evakuierten aus der Präfektur Fukushima heute zu gemischten Reaktionen geführt haben.

Andernorts zeigen die aktuellen Fukushima News dagegen tatsächlich positive Entwicklungen. Sowohl die Sonnen- als auch die Schattenseiten der aktuellen Meldungen gibt es jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 30. März 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Regierung und TEPCO fechten bedeutendes Urteil an
  • Iwaki will Evakuierungsleitfaden für Bürger veröffentlichen
  • Einkaufszentrum in Tomioka eröffnet
Regierung und TEPCO fechten bedeutendes Urteil an

Ein Gerichtsurteil gegen Japans Regierung und den AKW-Betreiber TEPCO hatte in diesem Monat für Aufsehen gesorgt – waren doch erstmals sowohl die Regierung als auch das Unternehmen zur Zahlung von Entschädigungsleistungen verpflichtet worden.

Dieses Urteil wollen beide Verurteilte nun anfechten. Die Entscheidung einer Gerichts in Maebashi, das eine Zahlung von mehr als 38 Millionen Yen an die Kläger vorsieht, sei nicht zu akzeptieren, hieß es in der Begründung für die Berufung.

Das Gericht sah es an erwiesen an, dass beide Instanzen in der Lage gewesen wären, ein derartiges Unglück vorherzusehen und es dennoch verabsäumt habe, die notwendigen Schutzmaßnahmen zu treffen. Über den Entschluss zur Berufung berichtete die NHK.

Iwaki will Evakuierungsleitfaden für Bürger veröffentlichen

Als erste Gemeinde der Präfektur Fukushima hat die Stadt Iwaki einen Leitfaden zur Evakuierung beim Eintreten eines Reaktorzwischenfalls zusammengestellt.

Die provisorische Fassung entspricht sechs DIN A4 Seiten und soll ab dem 10. April in einer Auflage von 130.000 Exemplaren an Haushalte und öffentliche Einrichtungen der ganzen Stadt verteilt werden.

Das Heft zeigt den genauen Weg zu den jeweiligen Evakuierungszentren der 44 Bezirke der Stadt, liefert leicht verständliche Erklärung für die verschiedenen Konzepte und bietet eine Checkliste für Gegenstände, die mitgenommen werden sollten.

Bis Jahresende soll eine vollständige Version erscheinen, in der auch Evakuierungsziele außerhalb der Präfektur aufgelistet werden. Über das Projekt berichteten Präfekturmedien.

Einkaufszentrum in Tomioka eröffnet

Am heutigen Donnerstag eröffnete mit der „Sakura Mall Tomioka“ ein Einkaufszentrum in einer einstigen Sperrgebietsgemeinde, die am Wochenende fast vollständig freigegeben werden wird. An der feierlichen Zeremonie nahm auch der Bürgermeister der Stadt teil.

Die Anlage nahm bereits im November letzten Jahres einen Teilbetrieb wieder auf, bei dem drei Restaurants und ein Baumarkt eröffnet wurden. Nachdem jetzt auch ein Supermarkt und eine Drogerie hinzukamen, war alles bereit für die Eröffnung.

Sie fällt in den zeitlichen Rahmen der Aufhebung von Evakuierungsanordnungen für den Großteil von Tomioka. Die offizielle Freigabe soll am Samstag erfolgen.

Die Angebote auf einer Verkaufsfläche von 4.500 Quadratmetern sollen dabei nicht nur einen Anreiz für rückkehrwillige Einwohner darstellen, sondern auch die Beschäftigten des AKW Fukushima Daiichi wird so eine weitere Einkaufsmöglichkeit geboten.

Wie bei ähnlich aufwändigen Projekten, hofft man auch in diesem Fall auf eine Wiederbelebung der Region durch das neue Einkaufszentrum. Über die Eröffnungszeremonie berichteten Mainichi Shimbun und NHK.

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