Fukushima aktuell: Regierung verschleierte Daten zu radioaktivem Erdreich

Fukushima aktuell: Regierung verschleierte Daten zu radioaktivem Erdreich

Nachträgliche Änderungen in der Kritik

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Artikelbild - Schwarze Säcke (Foto: Prof. Haruhiko Okumura)
Radioaktive Abfälle: Umweltministerium führt Tests für künftige Bauprojekte durch (Symbolfoto: Prof. Haruhiko Okumura,cc-by)

Wer hoffte, alle Manipulationsversuche wären eingestellt, oder zumindest bekannt geworden, wurde mit einer Meldung aus Fukushima heute eines besseren belehrt.

Die Fukushima News des gerade angebrochenen Jahres haben somit bereits einen ersten traurigen Höhepunkt. Details gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 5. Januar 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Umweltministerium verschleierte Daten zu radioaktivem Erdreich
  • Mehrere Erdbeben in Präfektur Fukushima
Umweltministerium verschleierte Daten zu radioaktivem Erdreich

Wie jetzt bekannt wurde, entfernte das Umweltministerium trotz der Behauptung, die Dokumente „vollständig freigegeben“ zu haben, offenbar Anmerkungen, die bei Treffen zur Wiederverwendung von kontaminiertem Erdreich  verfasst worden waren.

Kritiker verurteilen dieses Vorgehen, da die Entscheidung zur Wiederverwendung von radioaktiv belastetem Erdreich damals in der Öffentlichkeit auf große Widerstände stieß. Die Löschung verschleiere den genauen Entscheidungsfindungsprozess.

Der belegte Vorwurf, der Recycling-Beschluss sei finanziell motiviert gewesen, scheint damit eine weitere Bestätigung zu erhalten.

Ursprünglich sollten die Notizen und Entwürfe überhaupt nicht veröffentlicht werden, doch nach mehrmaligen Transparenzforderungen war die Regierung der Aufforderungen nachgekommen

An den Treffen der etwa 20 Personen umfassenden Arbeitsgruppe, die zwischen Januar und Mai 2016 insgesamt sechs Mal stattfanden, nahmen sowohl Vertreter des Umweltministeriums, als auch der japanischen Atomenergiebehörde JAEA teil.

Der Unterschied fiel auf, als die japanische Tageszeitung Mainichi Shimbun in den Besitz der ursprünglichen Entwürfe gelangte, die vor den veröffentlichten Entwürfen entstanden. Ein Abgleich wies Änderungen oder Streichungen von Passagen nach.

So wurde etwa die Aussage, bei der Ausarbeitung der geplanten Wiederverwendung von Erde mit Belastungen von 8.000 Becquerel pro Kilogramm sei in einigen Fällen der Jahresgrenzwert von einem Millisievert leicht überschritten worden, gänzlich entfernt.

Beim Treffen von 24. Februar war eine Schätzung der JAEA diskutiert worden, dass Arbeiter bei Reparaturarbeiten an einem Damm aus diesem Erdreich theoretisch einer Belastung über einem Millisievert – dem Jahresgrenzwert für Zivilpersonen – ausgesetzt sein könnten.

Eine Senkung des Grenzwerts wäre daher als Sicherheitsmaßnahme denkbar gewesen – doch aufgrund der gestrichenen Passagen beschlossen man sich zu einer Neubewertung. Dort ist von einer Reduzierung aufgrund der Vermischung mit normalem Erdreich die Rede.

Auf dieser Grundlage wurde dann im Juni 2016 die Unbedenklichkeit der Weiterverwendung von kontaminiertem Erdreich festgelegt. Über die Aufdeckung berichtete die Mainichi Shimbun.

Erdbeben der Stärke 5,8 vor Präfektur Fukushima

Am Mittwoch bzw. Donnerstag kam es zu zwei aufeinanderfolgenden Erdbeben, deren Epizentrum vor der Präfektur Fukushima lag und für TEPCO ausreichend stark waren, um sich dazu auf seiner Webseite zu äußern.

Gegen 0:44 Uhr ereignete sich ein erstes Beben mit einer Magnitude von 5,3 bzw. einem Wert von 4 auf der siebenstufigen japanischen Skala. Das Epizentrum lag in 60 Kilometern Tiefe.

Nach einem deutlich schwächeren Zwischenbeben folgte das zweite schwere Erdbeben. Es ereignete sich um 2:53 Uhr und erreichte eine Magnitude von 5,8 bzw. Stärke 4. Es hatte ein Epizentrum in 30 Kilometern Tiefe.

Der Kraftwerksbetreiber TEPCO gab in beiden Fällen unmittelbar auf seiner Webseite bekannt, dass keine Auffälligkeiten an den Kernkraftwerken Fukushima Daiichi und Fukushima Daini festgestellt werden konnten.

Später bestätigte das Betreiberunternehmen seine Ersteinschätzung. Demnach kam es an keiner der beiden Anlagen zu irgendwelchen Störungen oder Auffälligkeiten.

Über das Erdbeben berichteten unter anderem Kyodo, Mainichi Shimbun und Präfekturmedien.

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