Fukushima aktuell: Regierung will Lebensmittelkontrollen reduzieren

Fukushima aktuell: Regierung will Lebensmittelkontrollen reduzieren

Mehrere Präfekturen könnten auf Strahlungstests verzichten

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Artikelbild - Essen in Tokyo (Foto: Copyright by KJ)
Regierung in Tokyo will Lebensmittelkontrollen zurückfahren (Symbolfoto: Copyright by KJ)

Während Lebensmittel aus der Präfektur Fukushima heute noch auf Bedenken von Verbrauchern stoßen, erwägt Japan aktuell die Lockerung von geltenden Bestimmungen, was lokale Produzenten benachteiligen könnte.

Weitere Fukushima News befassen sich mit den Plänen für Robotereinsätze an zwei Reaktoren. Die Einzelheiten gibt es nun im Spreadnews Japan-Ticker vom 3. Februar 2017.

Unsere heutigen Themen zum Wochenende:

  • Geplante Reduzierung von Lebensmittelkontrollen in der Kritik
  • Diskussion um künftiges Schicksal des Roboters nach Einsatz in Reaktor 2
  • Unterwasser-Suche nach Brennelementen in Reaktor 1 geplant
Geplante Reduzierung von Lebensmittelkontrollen in der Kritik

Die Pläne der Regierung in Tokyo, die Strahlungskontrollen von Lebensmitteln aus 17 Präfekturen zu reduzieren, da dort praktisch keine Überschreitung des Cäsium-Grenzwerts von 100 Becquerel pro Kilogramm mehr festgestellt werden.

Im Testraum der Fiskaljahre 2011 bis 2015 waren lediglich in den ersten beiden Jahren bei 0,1 bis 5,9 Prozent der Produkte noch Überschreitungen aufgetreten. Seit 2013 gab es keinen Hinweis mehr auf Grenzwertverletzungen in diesen Präfekturen.

Die Regierung will nun Präfekturen, in denen seit drei Jahren der Wert um mindestens die Hälfte unterschritten wird, eine Reduzierung der Prüfungen auf radioaktive Belastung genehmigen. Das würde die entsprechenden Kosten senken.

Vertreter von Verbraucherverbänden und Produzenten aus der Präfektur Fukushima kritisierten die Pläne. Sie argumentierten, dass die Kriterien noch nicht streng genug wären, bzw. es schlichtweg noch zu früh sein, die Lebensmittelkontrollen zurückzufahren.

Die Regierung plant für den 17. Februar eine öffentliche Diskussionrunde um die Meinung der Allgemeinheit einzuholen, bevor man eine Entscheidung treffe. Das berichtete die Mainichi Shimbun.

Für Produzenten der Präfektur Fukushima wäre dies ein Wettbewerbsnachteil, da sie weiterhin Tests durchführen müssten, um das Vertrauen der Verbraucher zu erhalten.

Diskussion um künftiges Schicksal des Roboters nach Einsatz in Reaktor 2

Nach dem erfolgreichen Kamera-Einsatz in Reaktor 2 und der Berechnung eines tödlichen Strahlungsniveaus anhand der strahlungsbedingten Störungen der Aufnahmen, hat TEPCO jüngst die bereits bestehenden Pläne zum Robotereinsatz bekräftigt.

Unklar bleibt jedoch offenbar das weitere Schicksal des Geräts, das wegen seiner Form auch als „Skorpion“ bezeichnet wird. Nach Angaben von TEPCO wird die hohe Strahlungsdosis beim Einsatz eine sichere Rückführung des Roboters erschweren.

Es sei sogar erwägenswert, ob man das Gerät am Anschluss an die Mission nicht einfach im Sicherheitsbehälter zurücklasse, erklärte Naohiro Masuda, der für die Arbeiten verantwortlich ist. Das berichten Präfekturmedien.

Angesichts einer erwarteten Strahlungsdosis von 530 Sievert pro Stunde im Inneren und immerhin noch 50 Sievert am Eingangspunkt, scheint es dabei auch um die Sicherheit der Angestellten zu gehen, die mit dem Roboter in Kontakt kämen.

Eine Einigung über den Verbleib des Roboters ist erforderlich, wenn der Einsatz wie geplant Ende dieses Monat durchgeführt werden soll.

Unterwasser-Suche nach Brennelementen in Reaktor 1 geplant

Auch wenn derzeit die Lokalisierung von Brennelementen in Reaktor 2 und die daraus folgenden Maßnahmen die japanische Berichterstattung bestimmen, wird auch an neuen Maßnahmen für die Erkundung der anderen Reaktoren gearbeitet.

So präsentierte etwa die Internationale Forschungsorganisation zur Stilllegung von Atomanlagen (IRID) in einer Einrichtung der Stadt Hitachi (Präf. Ibaraki) einen Roboter, der mit einer Unterwasserkamera Bilder aus dem Sicherheitsbehälter von Reaktor 1 liefern soll.

Die Verwendung der Unterwasserkamera auf der Suche nach den Überresten von Brennelementen in Reaktor 1 ist erforderlich, da dort ein Wasserstand von mehreren Metern vorherrscht, der bisherige Arbeiten behindert hatte.

Für März ist die Mission des Roboters geplant, der mit einem Führungsrohr durch eine Öffnung in den Sicherheitsbehälter gelangen soll. Dort muss das Gerät sich zunächst auf einem Gitter fortbewegen, bevor die Aufnahmen möglich sein werden.

TEPCO vermutet, dass die Trümmer oder sonstige Überreste sich in zwei bis drei Metern Tiefe auf dem Boden des Sicherheitsbehälters angesammelt haben. Über die Pläne zum Unterwasser-Einsatz der Roboterkamera berichteten Präfekturmedien.

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