Start Aktuelles Fukushima aktuell: Reisbelastung durch Trümmerräumung unwahrscheinlich

Fukushima aktuell: Reisbelastung durch Trümmerräumung unwahrscheinlich

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Artikelbild - Reisfelder in der Präfektur Fukushima (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Internationale Experten bestätigen Kontamination durch AKW (Symbolfoto: pd)

Eine aus Japan aktuell veröffentlichte Meldung, bestätigt für die Präfektur Fukushima heute zwar eine bereits zuvor geäußerte Einschätzung, wirft jedoch auch neue Fragen auf. Unterdessen können in den Fukushima News auch Fortschritte gemeldet werden, wie immer im Spreadnews Japan-Ticker vom 26. November 2014.

Unsere heutigen Themen:

  • NRA bewertet radioaktive Reisfeldkontamination neu
  • Verbrennungsanlage für radioaktive Abfälle betriebsbereit

NRA bewertet radioaktive Reisfeldkontamination neu: Im vergangenen Jahr hatte die Kontamination von  Reisfeldern in Minamisoma für Aufsehen gesorgt, da sie auf Räumarbeiten an Reaktor 3 zurückgeführt wurden. Im Oktober 2014 hatten dann einige Experten der Atomaufsichtsbehörde NRA den Verdacht geäußert, dass die die Reisfeldkontamination nicht zwingend Folge der Trümmerräumung sei.

Um diesbezüglich genauere Angaben machen zu können, führten Experten entsprechende Simulationen durch, in denen die Verbreitung von radioaktivem Cäsium durch den Staub der Räumarbeiten nachvollzogen wurde. Ihre Ergebnisse stellten sie am heutigen Mittwoch vor.

Die NRA gab bekannt, dass in beiden Gebieten, in denen kontaminierter Reis nachgewiesen wurde, die Trümmerräumungen zu einer Cäsiumbelastung von 30 bzw. 12 Becquerel pro Quadratmeter geführt hätten – was unterhalb des Grenzwerts von 100 Becquerel liegt.

Aus diesem Grund könne das freigesetzte Material der Räumarbeiten mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ursächlich für die festgestellte Grenzwertüberschreitung gewesen sein. Die Leitung der NRA erklärte, es sei unbedingt erforderlich, die wahre Ursache auszumachen.

Da die Quelle der jetzigen Kontamination vermutlich unmittelbar durch den radioaktiven Fallout nach Ausbruch der Fukushima-Katastrophe entstand, erklärten Verantwortliche des Landwirtschaftsministeriums, die Untersuchungen von Erdboden und Wasser in Minamisoma weiterzuführen, um auf diese Weise die ungeklärten Umstände zu ermitteln.

Die Atomaufsicht warnt unterdessen, dass aufgrund des radioaktiven Niederschlags der Fukushima-Katastrophe immer noch die Kontamination von Bäumen und Erdboden besteht und erneut radioaktive Belastungen auf Feldern auftreten könnten. Über die Neubeurteilung berichteten Kyodo und NHK.

Verbrennungsanlage für radioaktive Abfälle betriebsbereit: Am heutigen Mittwoch wurde in der Ortschaft Kawauchi (Präf. Fukushima) im Rahmen einer Zeremonie der Abschluss von Bauarbeiten an einer Verbrennungsanlage gefeiert.

Der Bau war auf Anordnung des Umweltministeriums im Mai begonnen worden und die Verbrennungsanlage soll nach Tests im Dezember bereits Anfang Januar 2015 an den Start gehen. Es handelt sich um die erste Anlage im Landkreis Futaba. An anderen Standorten sollen weitere Anlagen folgen.

Im achtstündigen Vollbetrieb können bis zu sieben Tonnen täglich verbrannt und dabei radioaktives Cäsium herausgefiltert werden.

Im Oktober  waren nach umfangfreichen Dekontaminationsarbeiten erste Teile der Ortschaft Kawauchi freigegeben worden. Die Einwohner hatten jedoch Besorgnis vor einer radioaktiven Belastung durch die verbleibenden 1.700 Tonnen an Dekontaminationsabfällen geäußert.

Bürgermeister Yuko Endo sieht die endgültige Verbrennung der Abfälle daher auch als Mittel, den Ängsten der früheren Bewohner zu verringern und eine Wiederbelebung der Gemeinde zu fördern. Nach einem einjährigen Betrieb könnte die Anlage theoretisch wieder abgebaut werden.

Über den Abschluss der Arbeiten berichteten NHK und Präfekturmedien. Die Anlage des Kraftwerks Fukushima Daiichi befindet sich ebenfalls im Landkreis Futaba, so dass trotz der Dekontaminationsarbeiten große Teile weiterhin zum Sperrgebiet zählen.

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