Fukushima aktuell: Reisernte aus Sperrgebiet mit guten Verkaufsaussichten

Fukushima aktuell: Reisernte aus Sperrgebiet mit guten Verkaufsaussichten

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Artikelbild - Trocknender Reis nach Ernte in Kurihara, Präf. Miyagi (Foto: pd)
Präfektur Fukushima: Reisernte aus Sperrgebiet könnte handelstauglich sein (Symbolfoto: pd)

Die Bekanntgabe des morgigen Neustarts eines weiteren Reaktors am AKW Sendai, dürfte auch Beobachter der Folgen von Fukushima heute bereits beschäftigt haben.

Ganz im Gegensatz dazu präsentieren sich Fukushima News aus der Präfektur in positivem Licht. Nun könnte künftig sogar Reis aus dem Sperrgebiet in den Handel kommen. Details zu den aus Japan aktuell gemeldeten Nachrichten, jetzt im Spreadnews Japan-Ticker vom 14. Oktober 2015.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Erstmals Reis aus Namie für Verkauf geerntet
  • Poststelle in Naraha nimmt Betrieb wieder auf
  • Potentieller Lagerstandort für kontaminierte Abfälle besichtigt

Erstmals Reis aus Namie für Verkauf geerntet: Gestern wurde erstmals seit der Kraftwerkskatastrophe im März 2011 Reis aus dem Bezirk Sakata in Namie (Präf. Fukushima) geerntet, der für den Verkauf vorgesehen ist.

Bürgermeister Tamotsu Baba sprach von der Wichtigkeit der Landwirtschaft für die Rückkehr der Einwohner.

Im Jahr 2014 war eine Testernte erfolgt, die bei radioaktivem Cäsium den Lebensmittelgrenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm nicht überschritten hatte. Der Reis wurde anschließend in Regierungskantinen in Tokyo serviert.

Die diesjährigen Pflanzungen von Reis in Namie-Sakata wurden im Mai begonnen und bereits damals war die Möglichkeit eines Verkaufs absehbar.

Bevor der Reis aus der aktuellen Ernte verkauft wird, erfolgt eine Prüfung auf mögliche Strahlungsbelastung. Der geprüfte Reis soll dann über die Landwirtschaftskooperativen geliefert werden. Das berichten Präfekturmedien.

Poststelle in Naraha nimmt Betrieb wieder auf: Gestern begann in einer Filiale der früheren Sperrgebietsgemeinde Naraha nach mehr als viereinhalb Jahren der Betrieb wieder.

Der Anlass wurde feierlich, durch Zerschneiden eines Bandes und in Anwesenheit des Bürgermeisters begangen. Vor dem Ausbruch der Fukushima-Krise gab es im Bezirk Kitada zwei Postfilialen.

Man hoffe, durch die Wiederaufnahme der Tätigkeiten die Rückkehr für die Evakuierten attraktiver zu machen. Diese nennen häufig den Mangel an Infrastruktur als Grund für mangelnde Rückkehrbereitschaft.

Die Ortschaft war in Folge der Ereignisse am Kernkraftwerk Fukushima Daiichi evakuiert worden. Die Freigabe von Naraha erfolgte im September diesen Jahres. Über die Wiedereröffnung berichteten Präfekturmedien.

Potentieller Lagerstandort für kontaminierte Abfälle besichtigt: Vertreter des Umweltministeriums besichtigten die Ortschaft Shioya (Präf. Tochigi), um die Eignung als mögliches Zwischenlager für radioaktiv belastete Abfälle zu prüfen.

In der Vergangenheit hatten die Einwohner von Shioyaden Zugang für Standortprüfungen blockiert.

Insbesondere die Folgen starker Wettereinflüsse waren von Interesse für die Experten. In den Regionen Tohoku und Kanto hatten im September schwere Regenfälle hunderte Säcke mit kontaminierten Abfällen fortgespült.

In Shioya war es aufgrund der Überschwemmung zu Stromausfällen gekommen – ein Umstand, der die Gemeinde möglicherweise als sicheren Lagerstandort ausschließen könnte. Über die Besichtigung berichteten Präfekturmedien.

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