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Fukushima aktuell: Rekordwerte in Wasserproben auf Millionenhöhe korrigiert

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Artikelbild - TEPCO: Gebäude für chemische Analysen (Foto: TEPCO)
TEPCO: Gebäude für chemische Analysen (Foto: TEPCO)

TEPCO musste fehlerhafte Messungen einräumen und die geschätzte Belastung von entnommenem Grundwasser von einigen hunderttausend auf einen zweistelligen Millionenbetrag anheben. Positiv in den aktuellen Fukushima News ist dagegen die Absicht der Regierung, die Öffentlichkeit besser zu informieren.

Einzelheiten zu den Geschehnissen in Fukushima heute wie üblich im Spreadnews Japan-Ticker vom 7. Febaruar 2014.

Unsere Themen zum Wochenende:

  • Rekordwerte in Grundwasser auf Millionenhöhe korrigiert
  • Fukushima-Ausschuss zu besserer AKW-Information geplant
  • Geologische Untersuchung an weiterem TEPCO-AKW steht an

Rekordwerte in Grundwasser auf Millionenhöhe korrigiert: Kraftwerksbetreiber TEPCO gab am gestrigen Donnerstag bekannt, man habe die Messwerte vom Sommer vergangenen Jahres korrigiert. Diese Änderung führt zu einem neuen Höchstwert an dem entsprechenden Messposten und steigert die offizielle Zahl in Millionenhöhe.

Bei der Ende Juli 2013 entnommenen Probe eines Grundwassermesspostens nahe der Küste, war die Strahlung der Betastrahler, einschließlich Strontium zunächst mit 900.000 Becquerel pro Liter angegeben worden. Nachdem im Oktober 2013 jedoch Fehler an den Messgeräten festgestellt worden waren, wurde die Probe vom 5. Juli erneut untersucht.

Nach der jetzigen Korrektur wurden die Werte an radioaktivem Strontium-90 auf fünf Millionen Becquerel pro Liter korrigiert. Wie TEPCO erklärte, macht Strontium in der Regel jedoch die Hälfte des gesamten Materials mit Betastrahlung aus.

Die wahrscheinliche Gesamtbelastung wird daher vom Kraftwerksbetreiber mit zehn Millionen Becquerel pro Liter angegeben.

Analysebereich für die Reaktoren 5 und 6 (Foto: TEPCO)
Analysebereich für die Reaktoren 5 und 6 (Foto: TEPCO)

Diese Neubeurteilung überschreitet den bisherigen Rekordwerte des 16 Meter tiefen Messpostens, der sich nur 25 Meter von der Pazifikküste befindet deutlich. Dieser lag zuvor bei 3,1 Millionen Becquerel.

Das Unternehmen kündigte an, auch andere Wasserproben erneut zu analysieren, da einige der Werte nicht vertrauenswürdig seien.

Erste Abweichungen waren zunächst auf unterschiedliche Genauigkeiten verschiedener Messgeräte zurückgeführt worden.

TEPCO hatte die Strahlungswerte von 140 Proben an Grundwasser und Meerwasser, die zwischen Juni und November entnommen worden waren, bewusst nicht veröffentlicht, nachdem entdeckt wurde, dass die Strontiumwerte über dem Gesamtwert an Betastrahlern lag.

Über die Entdeckung berichteten Kyodo, jiji und Asahi Shimbun.

Fukushima-Ausschuss zu besserer AKW-Information geplant: Kernkraftwerke sind komplexe Anlagen und so haben es auch in Japan die Bürger schwer, alle Informationen, die von der Regierung und Kraftwerksbetreiber TEPCO in Pressekonferenzen und auf Webseiten veröffentlicht werden, korrekt zu verstehen.

Um diesen wiederholt genannten Kritikpunkten zu begegnen, plant die Regierung nun die Gründung eines Ausschusses – in dem erstmals seit der Fukushima-Katastrophe nicht nur politisch Verantwortliche, sondern auch normale Bürger sitzen werden.

Bei ihnen handelt es sich um Flüchtlinge der Kraftwerkskatastrophe. Auch Vertreter von Landwirtschafts- und Fischereiverbänden werden Teil des Ausschusses.

Dieser Ausschuss, dessen erste Sitzung für den 17. Februar angesetzt ist und in der Stadt Fukushima erfolgen soll, wird sich mit der Suche nach Probleme im derzeitigen Informationssystem befassen. Um Transparenz zu gewährleisten werden die Treffen für die Öffentlichkeit zugänglich sein und Sitzmöglichkeiten für Zuhörer verfügbar gemacht werden.

Über dieses Entgegenkommen der Regierung und die Berücksichtigung der Wünsche nach weniger Fachchinesisch berichtete die NHK.

Geologische Untersuchung an weiterem TEPCO-AKW steht an: Japans Atomaufsichtsbehörde plant etwa ab dem 17. Februar eine erste zweitägige Untersuchung am AKW Kashiwazaki-Kariwa, um dort die mögliche seismische Aktivität von Dutzenden an geologischen Verwerfungen nachzuvollziehen.

Das AKW Kashiwazaki-Kariwa im April 2011 (Original: Daisuke Yamagishi cc-by)
Das AKW Kashiwazaki-Kariwa erwartet geologische Untersuchungen (Original: Daisuke Yamagishi cc-by)

TEPCO, Betreiber der Anlage in der Präfektur Niigata plant den Neustart von zwei der insgesamt sieben Reaktoren und hatte im September letzten Jahres die zu diesem Schritt notwendige Sicherheitsprüfung beantragt.

Das Unternehmen war von der Behörde angewiesen worden, die Sicherheit von 23 Verwerfungen auf ihre Aktivität zu prüfen. Auch wenn der nun folgende erste Besuch durch Experten der Atomaufsicht nur zwei Tage dauert, wird die vollständige Untersuchung mehrere Monate in Anspruch nehmen.

Ob der Kraftwerksbetreiber seine Pläne für einen schrittweisen Neustart wie geplant im Juli beginnen kann, ist daher fraglich. Zuvor hatte die japanische Regierung bereits erklärt den Bau von neuen Reaktoren zu genehmigen. Über die geplante Untersuchung am AKW Kashiwazaki-Kariwa berichtete die NHK.

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