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Fukushima aktuell: Reparatur an Mega-Tankfloß erforderlich

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Artikelbild - AKW Fukushima: Mega-Tankfloß am 15. Mai 2011 (Foto: TEPCO)
AKW Fukushima: Mega-Tankfloß am 15. Mai 2011 (Foto: TEPCO)

Auch wenn das jüngste Erdbeben am AKW Fukushima heute keine sichtbaren Folgen hatte, ist es fast eine Erinnerung an das Großbeben, das sich vor sechs Jahren ereignete und seitdem zu stetig neuen Fukushima News führt.

Im Laufe der Jahre lassen sich sowohl Fortschritte als auch anhaltende Probleme ausmachen. Über die aktuellen Entwicklungen berichten wir im Spreadnews Japan-Ticker vom 28. Februar 2017.

Unsere heutigen Themen im Überblick:

  • Reparatur an Mega-Tankfloß geplant
  • Keine Auffälligkeiten an AKW nach jüngstem Erdbeben
  • Aufhebung der Evakuierungsanordnung für vier Gemeinden beschlossen
  • Meldungen über Fukushima-Mobbing in Tokyo
Reparatur an Mega-Tankfloß geplant

Nach dem Anstieg des Wasserstands im Ballastbehälter des Tankfloßes im Hafen des AKW Fukushima Daiichi, hatte eine Wasseranalyse keine Auffälligkeiten nachgewiesen – allerdings wurden durch Kameraufnahmen einige Schäden am Tankfloß belegt

Jetzt machte TEPCO genauere Angaben über die Position der Risse auf der nördlichen und nordwestlichen Seite und kündigte an, nun nach der passenden Möglichkeit zur Reparatur zu suchen. Unterdessen werde man die Entwicklungen weiter beobachten.

Nachdem das Gerät lediglich während der Akutphase der Krise zum Einsatz kam und nicht mehr benötigt wird, ist das künftige Schicksal des Tankfloßes eher düster. Über die aktuellen Pläne berichtete der Kraftwerksbetreiber TEPCO.

Keine Auffälligkeiten an AKW nach Erdbeben

Am heutigen Dienstag kam es gegen 16:49 Uhr (Ortszeit) zu einem Erdbeben mit einer Magnitude von 5,7, dessen Epizentrum in der Präfektur Fukushima lag. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben.

Wie der Betreiber der Kernkraftwerke Fukushima Daiichi und Fukushima Daini mitteilte, habe man Kontrollen durchgeführt und keinerlei Abweichungen bei den Abläufen innerhalb der Kernkraftwerks festgestellt.

Berichte über Verletzte oder bauliche Schäden gab es ersten Berichten zufolge nicht.

Von Spreadnews befragte Bewohner der Präfektur fühlten sich zwar teilweise an das Tohoku-Großbeben 2011 erinnert, andere gaben dagegen an, laufende Telefongespräche einfach fortgeführt zu haben.

Über das Erdbeben berichteten neben der Kyodo auch die NHK und Präfekturmedien.

Aufhebung der Evakuierungsanordnung für vier Gemeinden beschlossen

Am gestrigen Montag stimmte die Verwaltung der Ortschaft Namie dem Plan der Regierung in Tokyo zur schrittweisen Aufhebung der Evakuierungsanordnung zu.

Demnach soll für vier Gemeinden – Namie, Kawamata, Iitate und Tomioka – die Evakuierungsanordnung Ende März aufgehoben werden. Insgesamt werden etwa 32.000 Einwohner von der Entscheidung betroffen sein.

Diese Ortschaften reihen sich damit in die Liste von fünf Gemeinden ein, für die bereits zuvor der Status als Sperrgebietsgemeinde aufgehoben wurde. Die bislang größte Aktion, die Freigabe von Minamisoma, erfolgte im Juli 2016.

Dass die Öffnung einer Sperrgebietsgemeinde nicht automatisch für Rückkehr und Wiederbelebung steht, zeigen aber immer wieder Umfragen unter den evakuierten Einwohnern der Ortschaften.

So sind etwa beispielsweise bislang nur 11 Prozent der einstigen Bürger von Naraha und neun Prozent der früheren Einwohner von Katsurao zurückgekehrt – und dabei erfolgte die Freigabe von Naraha bereits im September 2015.

Neben der schlechten Infrastruktur der isolierten Heimatorte gehört auch die anhaltende Sorge vor Folgen der Radioaktivität  zu den größten Hindernissen für Rückkehrer. So herrscht im Fall von Katsurao Misstrauen über die Trinkwassersicherheit.

Über die Ankündigung der geplanten Freigaben Anfang April berichteten mehrere japanische Medien, darunter die Asahi Shimbun und Präfekturmedien.

Meldungen über Fukushima-Mobbing in Tokyo

Am heutigen Dienstag wurden neue Fälle bekannt, in denen Schüler aufgrund ihrer Herkunft aus der Präfektur Fukushima zum Ziel von Mobbing durch Mitschüler wurden. Die Zwischenfälle ereigneten sich zwischen 2011 und 2015 an einer Grundschule im Tokyoter Bezirk Chiyoda.

Nach Angaben einer Gruppe von Rechtsanwälten, die Evakuierte aus Fukushima unterstützen, wurden drei Schüler, von denen zwei mittlerweile eine weiterführende Schule besuchen, von Klassenkameraden gehänselt.

Ihnen wurde vorgeworfen, sie wären verseucht und würden die Umgebung verstrahlen, während einer als „Bazille“ bezeichnet worden war.

Die Rechtsanwälte meldeten die Zwischenfälle gestern den Behörden und diese erklärten, man habe bislang noch nicht von den Vorfällen gewusst – konnten allerdings von einem anderen Fall berichten, der nicht in direktem Zusammenhang steht.

Demnach war ein Schüler der Mittelstufe aus Fukushima von drei anderen Schülern gezwungen worden, ihnen Snacks zu kaufen. Die Behörden wollen alle Fälle nun untersuchen.

Die aktuellen Berichte reihen sich ein in eine Liste ähnlicher Zwischenfälle, an denen zum Teil auch Lehrer beteiligt waren.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Fall eines 13 Jahre alten Schülers in Yokohama, der nicht nur gemobbt, sondern von Mitschülern auch um 1,5 Millionen Yen für Spielautomaten erpresst worden war.

Der Bericht über die Suizid-Absichten des Jungen und sein Aufruf an andere Betroffene, sich ihrem Umfeld anzuvertrauen, hatte zu einer Reihe von Berichten über „Herkunftsmobbing“ geführt.

Über die neusten Fälle berichtete die Kyodo.

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